Wegen Verfolgungsjagd quer durch München: Mittlerer Ring am Morgen gesperrt

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Den Belangen der Radler will die Marktgemeinde in den kommenden Jahren mehr Gewicht verleihen. Hier eine Szene am Obermarkt. Foto: LOry

Richtschnur für die Zukunft

Murnau - Die Marktgemeinde Murnau hat sich ein weiteres aufwändiges Projekt vorgenommen. Diesmal wird allerdings nichts gebaut oder saniert. Vielmehr will die Kommune ein Gesamtverkehrskonzept erstellen. Es soll als Richtschnur für die künftige Verkehrsplanung dienen.

Der Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss hat den Weg hierfür frei gemacht. Bei dem Konzept sollen sämtliche Bereiche berücksichtigt werden, also der Fußgänger-, Rad- und Autoverkehr, aber auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sowie die Bahn. Laut Verkehrsreferent Dr. Franz Englbrecht (ÖDP/Bürgerforum) sollte am Ende eine Art „Leitbild“ herauskommen. Von der Bürgermeisterpartei war auch die Initiative für ein Gesamtverkehrskonzept gekommen (wir berichteten).

Um loslegen zu können, braucht die Kommune zunächst einmal eine aussagekräftige Datenlage. Bestehende Studien und Gutachten aus den vergangenen Jahren will man zusammentragen und bewerten. In einem nächsten Schritt soll dann geschaut werden, welche zusätzlichen Datenerhebungen nötig sind. Das Konzept sollen die Murnauer Gemeinderäte dann im Rahmen eines Workshops ausformulieren.

Begeistert von dem Vorhaben, um das sich im Rathaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger und Umweltreferentin Julia Legelli kümmern, zeigte sich Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum): „Für Murnau ist das revolutionär. Bisher haben wir immer nur Verkehrszählungen gemacht.“ Der Radverkehr sei bislang nie untersucht worden. CSU-Sprecherin Regina Samm sah es etwas anders. „Dass wir früher nie über Radwege diskutiert haben, stimmt nicht.“ Manlik entgegnete: „So gut wie nie.“

In Sachen Bahn hält sich der Einfluss von Städten und Kommunen in der Regel in Grenzen. Dennoch will man in Murnau auch diesen Sektor beleuchten. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hält eine Taktverdichtung wie sie etwa zwischen Weilheim und München realisiert wurde für „sehr wünschenswert“. Dafür müsste die Deutsche Bahn die Strecke erst einmal zweigleisig ausbauen, wandte Samm ein. Alexander Weinhart (Mehr Bewegen) regte an, die Bahnbrücken aufzunehmen, die seine Gruppierung vorgeschlagen hat.

Der Ausschuss entschied einmütig, das Konzept anzupacken. Zudem wurde das Büro Angelsberger beauftragt, bis zum Sommer alle bisherigen Verkehrsanalysen zusammenzustellen und Empfehlungen abzugeben, welche zusätzlichen Erhebungen man braucht. Ferner soll das Büro bis dahin Kartenmaterial vervollständigen und einen Maßnahmenkatalog für den Radverkehr erstellen. Darüber hinaus bekam das Planungsbüro VIA/PGT den Auftrag, ein ÖPNV-Konzept auszuarbeiten. Apropos Fahrradverkehr: Die Räte beschlossen, der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) beizutreten. In Bayern sind in diesem Netzwerk rund 45 Orte vereint. Die AGFK Bayern fördert und unterstützt die Mitglieder in verschiedenen Bereichen. Um dauerhaft dabei zu sein, muss eine Gemeinde die Auszeichnung „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ vorweisen.

Beim Verein Murnau Miteinander befassen sich die Mitglieder schon seit einigen Jahren mit dem Verkehr im Ort. Das Team „Ortsgestaltung und Verkehrsplanung“ begrüße es ausdrücklich, dass „zum Thema Gesamtverkehrskonzept zahlreiche Vorschläge und Anregungen eingeflossen sind, die vom Team bereits seit 2010 bearbeitet wurden und wünscht sich weiterhin konstruktive Zusammenarbeit“. Dies erklärte Sprecher Bernd Metzger. (Roland Lory)

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