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Die Bundeswehr zeigt ihr Können: Ein Fallschirmspringer landet auf dem Sportplatz.

Rund 12.300 Besucher in Werdenfelser Kaserne

Die große Charme-Offensive der Bundeswehr

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Großgerät, Vorführungen und ein buntes Programm: Die Truppe zeigte sich am Samstag beim „Tag der Bundeswehr“ in Murnau von der besten Seite. Rund 12.300 Besucher kamen. Es gab aber auch Proteste.

Murnau – Pünktlichkeit wird bei der Bundeswehr großgeschrieben: Genau um 12 Uhr mittags erscheint am weißblauen Himmel über der Werdenfelser Kaserne ein Transportflugzeug. Mehrere hundert Schaulustige blicken gespannt nach oben. „Jetzt kommen sie“, meint ein junger Mann. Und tatsächlich: Fünf Fallschirmspringer – einer hat sogar eine Deutschlandfahne dabei – springen hintereinander aus der Maschine, segeln Richtung Sportplatz und landen exakt auf der Wiese. Das Publikum klatscht begeistert.

Das war nur eine von vielen Vorführungen, die es am Samstag beim „Tag der Bundeswehr“ in Murnau zu sehen gab. Die Garnison an der Bundesstraße 2 war einer von 16 Standorten, an denen die bundesweite Werbe-Offensive über die Bühne ging. Die Streitkräfte legten sich dafür mächtig ins Zeug. Die Truppe, die bei der Suche nach Nachwuchs und Fachkräften mit der Privatwirtschaft konkurrieren muss und mit Materialmängeln zu kämpfen hat, präsentierte sich als attraktiver Arbeitgeber – und war um ein positives Image bemüht.

Tag der Bundeswehr in Murnau: Viel Publikum und ein bisschen Protest

Schon am Vormittag strömten die Menschen in Scharen auf das gesicherte Areal, das sich in eine militärische Erlebniswelt mit vielen Stationen und Ausstellungen verwandelt hatte. Um ein Verkehrschaos zu vermeiden, setzten die Veranstalter auf einen kostenlosen Service mit Shuttlebussen, die die Gäste von den Parkplätzen im Umland zur Kaserne und wieder zurück brachten. Die Bundesstraße vor dem Komplex wurde gesperrt – und der Verkehr umgeleitet.

Im Laufe des Tages zählte die Bundeswehr exakt 12.316 Besucher – eine Größenordnung, mit der man im Vorfeld gerechnet hatte. Presseoffizier Oberstleutnant Max-Joseph Kronenbitter ist zufrieden: „Das ist ein Erfolg auf der ganzen Linie. Wir freuen uns über das große Interesse und die Riesenakzeptanz.“ Auch der Kommandeur des Murnauer IT-Bataillons 293, Oberstleutnant Jürgen Eckert, zeigte sich während eines Rundgangs begeistert: „Ich bin überwältigt.“

Rund 800 Soldaten und zivile Kräfte waren auf den Beinen, um das Großereignis zu stemmen und die Bandbreite der Bundeswehr zu präsentieren. Ob Landstreitkräfte, Marine, Luftwaffe oder der neue Bereich des so genannten Cyber- und Informationsraums, dem auch die Murnauer IT-Spezialisten angehören: Die Besucher erhielten einen Überblick über die Aufgaben des Militärs.

Da wurden Panzer, Hubschrauber, Antennen-Anlagen, ein Tornado-Triebwerk oder historische Geräte wie ein mobiler Flugplatz-Tower vorgeführt, um nur einige Beispiele zu nennen. Soldaten zeigten etwa Kampftechniken, gaben Einblicke in ihre Ausbildung und stellten Ausrüstung und Waffen vor. Die Gebirgsjäger aus Bad Reichenhall waren sogar mit ihren Maultieren angereist. Man konnte sich über die Auslandseinsätze informieren, in der Blaulichtmeile waren die Rettungsorganisationen vertreten, und auf dem Exerzierplatz standen eine Showbühne und die Gastro-Stände. Ein Highlight war der Tiefflug des Transportflugzeugs A400M.

Die Reaktionen des Publikums fielen positiv aus: „Die Bundeswehr präsentiert sich sehr transparent. Das gefällt mir“, meinte Stefan Westermayr aus Aichach. „Ich finde das recht interessant“, sagte Josef Ulrich aus Benediktbeuern. Und Kathrin Hallmannsegger aus Garmisch-Partenkirchen war der Ansicht: „Es wird viel geboten.“

Doch es waren auch kritische Stimmen zu hören. Die Friedensinitiative Bad Tölz-Wolfratshausen demonstrierte in der Fußgängerzone an der Mariensäule und hielt vor der Kaserne eine Mahnwache ab. Auf den Protestplakaten standen Sprüche wie: „Nein zum Kriegshandwerk.“ Nach Ansicht von Sprecher Helmut Groß wird mit derartigen Werbe-Kampagnen das Militär verharmlost. Dies sei gerade mit Blick auf die Kinder unter den Besuchern bedenklich, denn: „Kriegswaffen werden wie Spielzeug präsentiert.“

Laut Angaben der Murnauer Polizei verlief der „Tag der Bundeswehr“ ohne Zwischenfälle. Auch die Verkehrsregelung habe gut funktioniert.

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