+
Nette Geste: Architekt Martin Schlüter (r.) schenkt Bürgermeister Rolf Beuting ein Bündel mit bunten Schlüsselanhängern.

Festakt mit geladenen Gästen

Saniertes Rathaus: Murnaus neue, alte Herzkammer

  • schließen

Im frisch sanierten Murnauer Rathaus wird zwar bereits seit fast drei Wochen wieder gearbeiten. Die offizielle Eröffnung fand aber erst jetzt statt. Die Festredner zeigten sich vom Ergebnis des Millionenprojekts begeistert.

Murnau – Dieses Wochenende steht ganz im Zeichen des neuen, alten Murnauer Rathauses, das Anfang September nach rund zweijähriger Renovierung wieder seine Pforten öffnete. Die Bürger können die Büros und Abteilungen der Verwaltung genau unter die Lupe nehmen. Der offizielle Festakt mit vielen geladenen Gästen, darunter Vertreter der Politik, des öffentlichen Lebens und der am Bau beteiligten Firmen, fand jetzt im Foyer des Altbaus statt. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) konnte als Hausherr sogar drei Amtsvorgänger begrüßen: Dr. Michael Rapp (CSU), Harald Kühn (CSU) und Werner Frühschütz. Das hatte Seltenheitswert.

Die sonst bei solchen Anlässen übliche symbolische Schlüsselübergabe gab es zwar nicht. Denn das Haus ist mit einer elektronischen Schließanlage ausgerüstet, die mit Chips funktioniert. Dafür überreichte der für das gesamte Projekt verantwortliche Architekt Martin Schlüter (Schoeps & Schlüter Architekten GmbH, Münster) ein großes Bündel mit bunten Schlüsselanhängern an Beuting. Der Bauexperte aus dem Westen Deutschlands scheint Murnau in sein Herz geschlossen zu haben: „Ich war vom ersten Tag an fasziniert und bin es heute noch.“

Die Begeisterung für das Resultat der aufwändigen Rathaus-Sanierung, bei der die strengen Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt werden mussten und deren Gesamtkosten sich im Bereich von acht Millionen Euro bewegen dürften, zog sich wie ein roter Faden durch die Ansprachen und Grußworte. Tenor: Es sei vortrefflich gelungen, eine moderne Infrastruktur in einem betagten Gebäudekomplex – dazu gehören das historische Rathaus und das benachbarte Strütthaus – unterzubringen.

„Wir haben den Spagat zwischen Tradition und Moderne geschafft“, meinte Beuting. Darauf könnten die Murnauer stolz sein. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, betonte der Kommunalpolitiker, an dem Standort festzuhalten – in seinen Augen ein klares Signal für die Ortsmitte. Beuting: „Ein starker Ort zeichnet sich durch ein starkes Zentrum aus.“ Und es sei richtig gewesen, sagte er weiter, die Strütthaus-Fassade samt Dach im Sinne des Ensemble-Schutzes zu erhalten und das Ganze nicht komplett abzureißen. Der Ort bewahre sich dadurch ein Stück Identität.

Ins selbe Horn stieß Regierungsvizepräsident Walter Jonas. Er sei froh, dass öffentliche Gelder lockergemacht werden, um alte Bausubstanz zu erhalten. Denn Privatpersonen und Unternehmen seien dazu oft nicht in der Lage – oder nicht gewillt.

Einen spannenden Überblick über die vielen Lesearten des Heimatbegriffs lieferte Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler. Das Rathaus spiele dabei eine entscheidende Rolle, weil es den Heimatbegriff positiv besetze und zum Beispiel für gelebte Demokratie stehe. Zum Verwaltungssitz der Staffelsee-Gemeinde meinte er: „Das ist ein Schmuckstück geworden.“

Das Rathaus ist modern ausgestattet, barrierefrei (mit Lift) und hat eine helle, freundliche Atmosphäre. Highlights sind das Bürgerbüro im Erdgeschoss des Strütthauses und der vergrößerte Sitzungssaal des Gemeinderats im Altbau. Im November soll dort im Erdgeschoss, also in bester Lage an der Fußgängerzone, auch die Tourist-Information einziehen.

Den kirchlichen Segen spendeten im Zuge der Feierlichkeit der katholische Pfarrer Peter Guggenberger und sein evangelischer Kollege Andreas Fach.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

StoV-Gelände Mittenwald: Nichts Neues aus Bonn
Das ehemalige Gelände der Standortverwaltung liegt weiter brach. DieGemeinde Mittenwald, die eine Erstzugriffsoption besitzt, drängt die zuständige Bundesanstalt für …
StoV-Gelände Mittenwald: Nichts Neues aus Bonn
Uralte Tradition: Wenn die Glocken fliegen, wird in Garmisch geratscht
Sie wird heuer 100 Jahre alt, ist aber immer noch aktiv im Einsatz: Die Ratsche aus dem Hause Ostler rattert am Karfreitag ab 6 Uhr im Ortsteil Garmisch. Hinter dem …
Uralte Tradition: Wenn die Glocken fliegen, wird in Garmisch geratscht
Grainau wird vom Verkehr überrollt: CSU plant Aktion - und wählt bewusst eine spezielle Zeit
Er ist und bleibt das größte Problem in Grainau: der Verkehr in der Loisach- und Eibseestraße. Um das Ausmaß der rollendenKolonnen deutlich zu machen, wird eine Aktion …
Grainau wird vom Verkehr überrollt: CSU plant Aktion - und wählt bewusst eine spezielle Zeit
Erst der Eingang, dann der umstrittene Zaun: Das passiert am Kurpark-Gelände
Der Startschuss ist gefallen. Die Arbeiten am Kurpark im Ortsteil Garmisch laufen. Doch das Areal ist begehbar.
Erst der Eingang, dann der umstrittene Zaun: Das passiert am Kurpark-Gelände

Kommentare