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In neuem Glanz: Noch wird am historischen Murnauer Rathaus und dem benachbarten Strütthaus gewerkelt. Doch in wenigen Monaten soll alles fertig sein.

Sanierung des Murnauer Rathauses

Der Endspurt beginnt

Es war ein Kraftakt: Doch langsam neigt sich die Sanierung des historischen Murnauer Rathauses dem Ende zu. Im September soll die Wiedereröffnung groß gefeiert werden.

Murnau – Sepp Gramer ist voll des Lobes. „Man hätte es nicht besser hinbringen können.“ Der Gästeführer, Gemeinderat (fraktionslos) und Vizevorsitzende des Murnauer Verschönerungsvereins spricht von der Sanierung des historischen Murnauer Rathauses und des benachbarten Strütthauses. Das Projekt geht langsam in die Endphase. Gramer ist überzeugt: „Es wird das schönste Rathaus weit und breit.“ Auch die Gäste sind dem Murnauer Original zufolge „begeistert“. Lange war das Gebäude eingerüstet und verhüllt gewesen, doch das ist vorbei.

Gramers Gemeinderatskollege Welf Probst (Freie Wähler) zeigt sich ebenfalls angetan. Es sei eine „sehr schöne Fassade“ zum Vorschein gekommen. „Das wird ein Schmuckkastl.“ Zudem sei es „eine sehr erfreuliche Geschichte, dass das Projekt so im Zeitplan ist“. Probst findet, dass es die richtige Entscheidung war, am Strütthaus die Außenwände und das Dach zu erhalten. So etwas bedeute zwar immer einen Mehraufwand. „Aber als Gemeinde hat man eine Vorreiterrolle.“

Paul Meder, Architekt im Ruhestand, vertritt hingegen die Meinung, dass man das Strütthaus hätte wegnehmen können. „Dann hätte man sich viel Geld gespart.“ Seiner Ansicht nach hätte man die Chance nutzen und einen Neubau hinstellen sollen. Das Landesamt für Denkmalpflege hatte sich allerdings für den Erhalt und gegen einen Abriss ausgesprochen. Am Ende wurde das Strütthaus entkernt.

Nun nähert sich das Großprojekt Rathaussanierung langsam dem Ende. „Der Umzug der Verwaltung ist ab dem 31. August bis einschließlich 3. September vorgesehen“, teilt Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger mit, der auch für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die gesamte Verwaltung sei daher am 3. September geschlossen.

Bis dahin ist noch das eine oder andere zu tun. Bittlinger: „Innen werden derzeit in den einzelnen Gewerken die Fein- und Endmontagen erledigt (zum Beispiel Sanitärgegenstände, Leuchten, Parkettböden, Treppengeländer, et cetera).“ Im rückwärtigen Innenhof sei nach dem Gerüstabbau mit den Außenanlagen begonnen worden. „In diesem Zusammenhang wird auch das Vorfeld im Bereich der Schloßbergstraße und im Untermarkt wieder hergerichtet.“ Des Weiteren wird dem Sprecher zufolge noch der Natursteinsockel am historischen Rathaus überarbeitet.

Die Kosten haben sich im Vergleich zum Stand im November – damals war von 7,6 Millionen Euro die Rede – um 500 000 Euro erhöht. Das sind circa 6,5 Prozent. „Die wesentlichen Mehrkosten beruhen auf Kostensteigerungen im Bereich der Fundamentierung und Unterfangung“, erläutert Bittlinger. Insgesamt treffe die Rathausbaustelle der derzeit anhaltende Trend einer spürbaren Baukostensteigerung. „So ist der statistische Baupreisindex im Bundesdurchschnitt unter Berücksichtigung des Regionalfaktors für Oberbayern seit der Kostenberechnung Anfang 2016 um über 8 Prozent gestiegen.“ Dies zeichne sich auch beim Rathausvorhaben in den Ausschreibungsergebnissen ab. 

Auf etwas anderes weist Freien-Sprecher Probst hin. „Den Anliegern hat man sehr viel zugemutet.“ Er hält es für angebracht, dass sich die Kommune mit einer Geste erkenntlich zeigt.

Die offizielle Eröffnung findet am Freitag, 21. September, statt. Am Samstag/Sonntag, 22./23. September, gibt es für die Bürger ein Wochenende der offenen Tür. Dabei wird auch ein Theaterstück zu sehen sein, an dem Sepp Gramer gerade schreibt und in dem die Historie des Rathauses aufgerollt wird. Bei schönem Wetter wird es vor dem ehrwürdigen Gemäuer aufgeführt.

Roland Lory

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