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Blanke Mauern: Aus dem historischen Murnauer Rathaus soll ein moderner Verwaltungssitz werden. Außen stehen derzeit die aufwändigen Putzarbeiten an.

Sanierung des Murnauer Rathauses

Zentimeterarbeit an der Fassade

Da ist Präzision gefragt: Eine Spezialfirma für Denkmalpflege ist derzeit mit den aufwändigen Putzarbeiten am Murnauer Rathaus beschäftigt.  

Murnau – Der millionenschwere Umbau des Murnauer Rathauses ist weder zu übersehen noch zu überhören. Besonders augenfällig sind die Arbeiten am Putz, der seit mehreren Wochen in einem besonderen Verfahren schonend abgetragen wird. Die beauftragte Bamberger Spezialfirma Schmuck Denkmalpflege hat hierzu ein Konzept erstellt, das auf einer Untersuchung der Bausubstanz vom Institut für Gebäudeanalyse und Sanierungsplanung München (IGS) basiert.

    Dabei kam heraus, dass die Oberfläche des Außenmauerwerks des historischen Rathauses aus einem einlagigen Kalkputz besteht, der zum Großteil Hohllagen aufweist. In Teilbereichen ist der Putz mit dünnen Feinspachtelschichten überzogen und mit einer Dispersionssilikatfarbe gefasst. Nun werden Bruchstein- und Ziegelmauerwerk in mühevoller Feinstarbeit freigelegt, wie die Restauratorin Julia Abramowicz von Schmuck Denkmalpflege in einem Schreiben mitteilt. Darüber hinaus werden lose Fugen per Hand ausgeräumt und Risse im Mauerwerk verpresst. Es müssen desolate Ziegel und Natursteine ausgetauscht und gelöste historische Einzelsteine wieder eingebaut werden. Fremdkörper wie Nägel und Dübel sind zu entfernen, bevor die Fassade verfugt und verputzt werden kann.

    Vorarbeiter Georg Thürmer von der besagten Firma und sein Kollege haben damit alle Hände voll zu tun. Wie schnell ihre Arbeit vorangeht, hängt stark von der Witterung ab: „Wir hoffen, dass es weiterhin so mild bleibt. Früher Frost wäre für den Putz tödlich“, sagt der Fachmann. Grundsätzlich ist er mit dem Voranschreiten des Projekts zufrieden, jedoch gibt es immer wieder Hürden zu überwinden. Zum Beispiel wurde ein Malergerüst aufgestellt, das laut Thürmer aufgrund der schmalen Stege ungeeignet sei. Ein Teil des neuen, massiveren Gerüstes wurde schon aufgebaut, der Rest soll demnächst nachgeliefert werden. Auch die Lage der Baustelle bereitet Thürmer zum Teil Probleme. Wegen der beträchtlichen Staubentwicklung beim Abschlagen des Putzes müssen zum Schutz der Fußgänger Abdeckungsplanen an das Gerüst gehängt werden. Zur Mittagszeit, wenn viele Menschen in den Außenbereichen der Restaurants Platz nehmen, pausieren die Fachleute gänzlich mit ihrer Tätigkeit.

    Dennoch ist der Vorarbeiter guter Dinge: „Wenn das Wetter wie bisher mitspielt, schaffen wir es heuer mit dem Verputzen. Idealerweise sollte der Bau über den Winter austrocknen, damit wir im Frühjahr mit dem Streichen beginnen können“, erklärt er.

    Sämtliche Arbeitsschritte erfolgen nach den strengen Vorgaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und werden daher fotografisch dokumentiert sowie genauestens kartiert. Im Vorfeld mussten einzelne Vorgehensweisen und die zu verwendenden Produkte abgestimmt und auf Musterflächen erprobt werden. „Diese Sanierung stellt insofern eine Herausforderung dar, weil man stets abwägen muss zwischen Denkmalschutz und Bauerhalt“, meint Angela Pfaffenberger, die das Projekt von Anfang an begleitete und bis vor Kurzem die Bauleitung inne hatte. Aus dem neugotischen Rathaus und dem benachbarten Strütthaus soll bekanntlich ein moderner Verwaltungskomplex werden.

Constanze Wilz

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