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Ein Vollblutschauspieler: Noch-Murnauer Wilhelm Manske, hier bei einer Lesung in der Kaffeerösterei. 

Neues Theaterprojekt in Marburg

Schauspieler Manske verlässt Murnau

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Er zählt zu Murnaus prominenten Bürgern und mischt in der örtlichen Kulturszene mit: Schauspieler Wilhelm Manske, der in zahlreichen Fernsehserien mitwirkte. Doch heuer verlässt der 67-Jährige seinen geliebten Staffelsee-Ort und zieht aus beruflichen Gründen nach Marburg.

Murnau – Man merkt es Wilhelm Manske an: Dieser Schritt fällt ihm nicht leicht. Vermutlich im Herbst will er seine Murnauer Wohnung aufgeben, um dann in der hessischen Universitätsstadt Marburg zu leben und zu arbeiten. Bekannte betreiben dort ein kleines Theater, das Kulturzentrum „Waggonhalle“. Manske hat Großes vor: Er plant, das Stück „Bauern sterben“ von Franz Xaver Kroetz auf die Bühne zu bringen – ein bitteres Sozialdrama über zwei Geschwister vom Lande, die in der Stadt scheitern. Manske, der seit Jahren ein fertiges Konzept im Kopf hat, ist von dem Stoff fasziniert: „Das Stück hat viel mit Heimatverlust zu tun“, erklärt er im Tagblatt-Gespräch.

Doch der Schauspieler, der als Brunnerwirt in der erfolgreichen BR-Soap „Dahoam is Dahoam“ bekannt wurde, zahlt einen hohen Preis: Er muss Murnau verlassen – den Ort, den er ins Herz geschlossen hat. „Ich habe ihn schätzen und lieben gelernt“, sagt er. Die Landschaft und das Künstlerflair haben es ihm angetan. Seit Anfang der 1970er Jahre wohnt der Mime – mit Unterbrechungen – hier. Damals kam der gebürtige Passauer durch die Bundeswehr in die Marktgemeinde. Hier jobbte er unter anderem als Kellner und Bademeister. Später studierte er in München Sozialarbeit und entdeckte seine Leidenschaft für die Bretter, die die Welt bedeuten.

In Murnaus „guter Stube“ ist der TV-Darsteller häufig zu sehen. Das Café Krönner, wo Manske regelmäßig auftritt und Lesungen hält, gilt als sein zweites Wohnzimmer. Und er geht gerne mit seiner Hundedame Goldie spazieren. „Der Wegzug tut schon weh“, sagt der Akteur mit der sonoren Stimme.

Aber warum bleibt er dann nicht hier und genießt den Ruhestand? „Ich muss auch an die Finanzen denken“, räumt der 67-Jährige unumwunden ein. Seine Rente reiche nicht aus. Und Theaterproduktionen hierzulande auf lokaler Ebene seien meist nicht rentabel. Die „Dahoam is Dahoam“-Hauptrolle des Joseph Brunner gab Manske 2013 nach über 1200 Folgen auf – eine Entscheidung, die er heute bereut. Denn das Engagement für das fiktive Dorf Lansing war wie eine Art Rentenvertrag.

Doch Manskes Arbeit lässt sich nicht nur auf „Dahoam is Dahoam“ reduzieren. Er war schon in vielen bekannten Fernsehserien und Spielfilmen zu sehen, angefangen bei Steven Spielbergs Holocaust-Drama „Schindlers Liste“ bis hin zum Heile-Welt-Klassiker „Forsthaus Falkenau“. Und er spielte unzählige Theatercharaktere. Eine seiner Paraderollen ist die des alternden Kontrabassisten in Patrick Süskinds Meisterwerk „Der Kontrabass“. An die 150 Mal führte er den Ein-Mann-Einakter auf, den Monolog kann er mittlerweile im Schlaf aufsagen. „Ein geniales Stück“, schwärmt Manske. „Es trifft den kleinen Mann mit all seinen Mühen und Träumen.“

Auch in Murnau war und ist der Schauspieler und Regisseur aktiv: Er hob das Freie Theater aus der Taufe und war Mitinitiator des Theaterfestivals. Für heuer plant er eine kleine „Abschiedstournee“. Zuerst stehen zwei Lesungen im Kaffeehaus Krönner an: „Wolfgang Amadeus Mozarts freche Briefe“ am 4. Mai und „Auf den Hund gekommen“ am 17. Mai (Beginn jeweils um 20 Uhr ). Und im Juni präsentiert Manske in der Auszeit Horváths „Sportmärchen“.

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