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Wiederbelebung der Postgasse geplant: Die Frage ist nur wie.

Debatte im Murnauer Bauausschuss

Schönheitskur in der Postgasse vertagt

Nach dem Teilumbau der Bahnhofstraße mit dem Vorplatz des Kultur-und Tagungszentrums (KTM) möchte der Markt Murnau nun die Postgasse angehen. Über das Wie wurde im Bauausschuss diskutiert – allerdings ohne Ergebnis.

Murnau – Ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich soll im oberen Teil der Postgasse – von der Bahnhofstraße bis zur Engel-Apotheke – entstehen. Varianten in der Art der Pflasterung sollen die Fahrbahn optisch vom Gehweg trennen. Bürgersteige sind nicht mehr vorgesehen. Vor den Geschäften will man teilweise terrassierte Hausvorzonen realisieren. Für die Autos sind Längsparkplätze geplant. Zudem möchte man einige Bäume pflanzen. Die Linde vor dem Ristorante Grissini soll durch einen anderen Baum ersetzt werden. Die bepflanzte Fläche vor dem Ristorante soll dagegen verschwinden.

Soweit in Stichpunkten der Planentwurf, den Ludwig Schegk in der Bauausschuss-Sitzung vorstellte, und der sich laut dem Stadtplaner an den Ergebnissen einer Anwohnerversammlung orientiert. Doch die Wahl dieses Pflasters und das wenige Grün, das der Landschaftsarchitekt vorsieht, wollte so manchem gar nicht gefallen.

„Wir haben so eine Schelte bekommen für den Platz vor dem KTM“, gab Phillip Zoepf („Mehr bewegen“) zu bedenken. Er plädierte dafür, in der weiteren Planung darauf zu achten, dass das Areal nicht noch mehr zur „Steinwüste“ wird. Auch den Plan, das gelbstichige Pflaster am KTM-Vorplatz in der Postgasse weiter zu führen, gefiel ihm nicht. Marktbaumeister Klaus Tworek sagte, man könne genauso gut den grauen Farbton vom Stein der Marktstraße aufgreifen und die Postgasse damit pflastern.

Auch Reiner Oppelt („Mehr bewegen“) und Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) kritisierten fehlendes Grün und zu viel Stein. Tworek gab zu bedenken, dass die Pflanzinsel vor dem Italiener derzeit als Müllplatz missbraucht werde. An ihrer Stelle möchte der dortige Wirt mehr Tische im Freien aufstellen. In der Anliegerversammlung habe sich im Übrigen niemand kritisch wegen der Wahl des Pflasters geäußert.

Julia Stewens (Freie Wähler) befürchtet eine Lärmbelästigung für die Anwohner durch das Pflaster. Auch die geplante Querneigung der Gehsteige findet sie nicht gut. „Das geht für mich überhaupt nicht, schräge Gehwege.“ Die Querneigung sei wegen der Entwässerung „technisch notwendig“, erläuterte Schegk. „Das spüren sie vor Ort aber gar nicht.“ Tworek ergänzte, am Griesbräu habe man mit vier Prozent deutlich mehr Querneigung als bei den jetzt geplanten maximal 2,6 Prozent. Martin Bergmeister (CSU) forderte ein Modell oder eine 3D-Animation, um sich das Ganze besser vorstellen zu können. Mit diesem Auftrag wurde Schegk betraut. Ein Beschluss wurde vertagt. Macht nichts laut Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Denn mit der Maßnahme solle erst im Frühjahr 2019 begonnen werden. Über die Kosten kann Tworek zufolge ohne konkrete Planung noch nichts gesagt werden.

Franziska Seliger

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