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Jeder Handgriff sitzt: Schreiner-Innungs-Obermeister Anton Buchner bei der Arbeit an einer Format-Kreissäge in seiner Werkstat t in Völlenbach.

Anton Buchner bleibt Obermeister der Schreiner-Innung Oberland

Der Herzblut-Handwerker macht weiter

Viele junge Menschen für sein Handwerk zu begeistern, das liegt Anton Buchner besonders am Herzen. Erst kürzlich ist er zum dritten Mal für weitere drei Jahre zum Obermeister der Schreiner-Innung Oberland gewählt worden. „Ich habe dieses Ehrenamt nur deshalb nochmals übernommen, weil unsere Mitglieder mit mir zufrieden sind“, sagt der 62-jährige mit einem Augenzwinkern. Im Uffinger Weiler Völlenbach unterhält er einen Fachbetrieb mit sechs Mitarbeitern.

Uffing/Völlenbach Der Obermeister der Schreiner-Innung Oberland, zu der die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau zählen, sitzt entspannt am Schreibtisch im Obergeschoss seines Hauses, in dem auch die große Werkstatt untergebracht ist. Über ihm wölbt sich eine aufwändig gefertigte Fichtenholzdecke mit zahlreichen Verzierungen, die Türen und Schubladen der Einbauschränke an der Wand strahlen Gediegenheit aus. Keine Frage: Seinen Arbeitsplatz hat er sich besonders wohnlich gestaltet.

Was sind nun die praktischen Aufgaben eines Innungs-Obermeisters? „Ich muss die Interessen der Schreiner gegenüber Kommunal- und Landespolitik sowie anderen Verbänden vertreten“, teilt Buchner mit. „Unsere Tarifverhandlungen führt ein Obermeister aus unserem Fachverband, wobei wir nicht daran interessiert sind, möglichst wenig zu bezahlen, sondern einen leistungsgerechten Lohn, von dem unsere Mitarbeiter auch leben können“, verdeutlicht der Herzblut-Handwerker. „Und ganz besonders wichtig ist mir die Ausbildung des Nachwuchses. Wir müssen unbedingt noch mehr Betriebe finden, die für Schreinerlehrlinge zur Verfügung stehen.“

Insgesamt darf Buchner, der zugleich als stellvertretender Kreishandwerksmeister firmiert, 102 Schreinerbetriebe betreuen. Gegenwärtig werden dort 54 Lehrlinge ausgebildet. Als der Völlenbacher vor sechs Jahren sein Amt übernahm, waren es noch 45. Wie hat er das geschafft? „In meiner Zeit als Innungs-Obermeister habe ich regelmäßige Treffen mit unseren Ausbildern und Lehrern der Berufsschule eingerichtet“, berichtet Buchner. „Dabei wurde über den vom Kultusministerium erstellten Lehrplan und einen möglichst praxisnahen Unterricht gesprochen. Durch diesen Austausch haben wir erreicht, dass in unseren Lehrbetrieben wieder größere Zufriedenheit herrscht.“

Könnten anerkannte Flüchtlinge offene Stellen im Handwerk besetzen? „Da bin ich total offen“, unterstreicht Buchner. „Ich hatte schon einen Praktikanten aus Afghanistan bei mir im Betrieb. Mit seiner Leistungsbereitschaft und seinem Engagement war ich sehr zufrieden, und mit der Alltagssprache hat es auch ganz gut geklappt. Nur mit der Fachsprache gab’s große Probleme.“ Vor allem aus diesem Grund sind laut Buchner bisher kaum Flüchtlinge in den Innungsbetrieben der Schreiner tätig. „Aber wenn jemand gut ist und engagiert, dann ist er bei uns herzlich willkommen.“

Ein heikles Thema für ihn sind die von der Politik vorgegebenen Arbeitszeitregelungen: „Sie sollten auf die Handwerksbetriebe zugeschnitten werden“, fordert Buchner. „Wenn wir einen festen Eröffnungstermin gesetzt bekommen, etwa bei einer Kindertagesstätte, ist das ohne flexible Arbeitszeiten nicht zu schaffen.“ Die gegenwärtige Auftragslage bezeichnet er als „sehr gut“, was seiner Einschätzung nach nicht zuletzt an der Niedrigzinspolitik liegt: „Wenn jemand Geld übrig hat, investiert er es in sein Eigenheim und stattet es mit wertvollen Einbauten und Möbeln aus. Dann kommt der Schreiner ins Spiel.“

Heino Herpen

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