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Marktgemeinde legt Statistik vor

Schwacher Trost für Murnaus Tourismusbetriebe: 2019 war ein Spitzenjahr

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Zwar gibt es noch keine konkreten Prognosen. Aber es zeichnet sich ab: Die Tourismusbranche wird zu den großen Verlierern der Corona-Krise zählen. Für die Murnauer Betriebe dürfte es nur ein schwacher Trost sein, dass 2019 ein Spitzenjahr mit satten Zuwächsen bei den Übernachtungen und Gästeankünften war.

Murnau – Es ist nicht die Zeit für Jubelstimmung – obwohl die Murnauer Tourismuszahlen für das zurückliegende Jahr, die jetzt die Gemeinde-Verwaltung per Pressemitteilung bekanntgab, glänzend sind. Die zweitgrößte Landkreis-Kommune, die mit ihrer herrlichen Landschaft und reichen Kulturgeschichte aufwartet, konnte nämlich bei den Übernachtungen weiter deutlich zulegen und im Vergleich zum Vorjahr ein dickes Plus von 3,5 Prozent verzeichnen. Damit liege man auch über dem Durchschnitt im Landkreis, heißt es aus dem Rathaus. 2019 wurden in den Murnauer Beherbergungsbetrieben (insgesamt 1356 Betten) fast 200 000 Übernachtungen gezählt – ein Rekordwert. Bei den Gästeankünften fiel der Zuwachs ebenfalls kräftig aus: Zu verbuchen ist ein Plus von 3,2 Prozent – auf rund 52 500.

Doch trotz der Spitzenbilanz knallten keine Sektkorken. Denn: „Die Freude über das gute Ergebnis ist schon sehr getrübt in Anbetracht der aktuellen Situation. Die langfristigen Auswirkungen kann aktuell noch niemand abschätzen“, sagt Alexandra Thoni, Leiterin des Tourismus-Ressorts des Marktes Murnau. Gerade die Tourismusbranche bekommt die Folgen der Corona-Pandemie knüppelhart zu spüren. Viele Unternehmer haben daher Existenzängste. Und es ist noch gar nicht abzuschätzen, welche Auswirkungen die erwartete Rezession haben wird. Dazu die Marktgemeinde Murnau: „Das Tourismusjahr 2020 mit der gerade zu bewältigenden Corona-Krise wird weltweit vermutlich zu massiven Einbußen führen.“ Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) kündigt Unterstützung für das Murnauer Urlaubsgeschäft an: „Wir werden alles dafür tun, was man tun kann, um die Folgen abzufedern.“ In Fachkreisen geht die Hoffnung um, dass es im Zuge eines „Urlaub in Deutschland“-Trends möglicherweise einen Aufholeffekt gibt.

Zurück zur Statistik 2019: Wie bereits in den Vorjahren überstieg in der Hochsaison von Juli bis September die Nachfrage das Angebot. Besonders auffällig: die Zunahme des Radtourismus. Oftmals ist es jedoch schwierig, die sehr kurzfristigen Anfragen zu bedienen. „Wir haben viele Buchungen in andere Regionen außerhalb des Blauen Landes vermittelt, um die Gäste nicht ohne eine Bleibe weiterschicken zu müssen“, erklärt Thoni, die die „unkomplizierte Zusammenarbeit“ mit den Gastgebern betont. „Aber wenn ein Haus seine Kapazitäten ausgeschöpft hat, dann kann es einfach keinen weiteren Gast mehr aufnehmen.“

Vergangenes Jahr ist in der Staffelsee-Gemeinde in Sachen Tourismus viel passiert. Der Umzug der Tourist-Information vom Kultur- und Tagungszentrum ins Rathaus-Erdgeschoss war dabei eines der bedeutendsten Ereignisse. Die Resonanz der Einheimischen und Gäste war und ist laut Verwaltung nach wie vor durchweg positiv.

An den fast 200 000 Übernachtungen im Ort haben internationale Gäste einen Anteil von 9,4 Prozent. Das sind im Vergleich zu 2018 2,5 Prozentpunkte weniger. „Damit bestätigt sich, dass der innerdeutsche Markt der wichtigste ist. Und vielleicht kann daraus auch entsprechend Hoffnung geschöpft werden für die Zeit nach der Krise“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Marketing-Maßnahmen seien entsprechend ausgerichtet worden – ohne dabei die ausländischen Märkte zu vernachlässigen.

Auch für das Blaue Land – zu der Tourismusregion gehören neben dem Hauptort Murnau die Dörfer Seehausen, Ohlstadt, Uffing, Spatzenhausen, Riegsee, Großweil, Schwaigen und Eglfing – war 2019 ein gutes Jahr: Die Übernachtungszahlen konnten mit einem Plus von 0,7 Prozent auf knapp 400 000 nochmals leicht gesteigert werden. Die Anzahl der Ankünfte ging hingegen um 1,2 Prozent zurück, was darauf schließen lässt, dass die Aufenthaltsdauer der Gäste etwas zugenommen hat.

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