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Runter vom Gas: Gemeinderätin Maria Schägger sowie die beiden Anwohner Robert Glas (l.) und Rudi Sell fordern für die Schwaigangerstraße Eingriffe, um den Rasern das Handwerk zu legen. 

Anwohner fordern Verkehrsberuhigung

Schwaigangerstraße: Lärm und Raser

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Den Anwohnern an der Schwaigangerstraße in Murnau reicht’s: Sie fordern eine Verkehrsberuhigung und haben für ihr Anliegen über 100 Unterschriften gesammelt. Die tägliche Blechlawine sei ein Sicherheitsrisiko und mindere die Lebensqualität, heißt es.

Murnau – Rudi Sell beobachtet die Entwicklung des Verkehrsaufkommens vor seiner Haustüre an der Schwaigangerstraße ganz genau. Sein Fazit: „Die Belastung hat vor allem in den letzten zwei Jahren massiv zugenommen.“ Seiner Ansicht nach ist aus einer einfachen Ortsstraße eine stark frequentierte Durchfahrtsstraße geworden – mit allen negativen Konsequenzen für die Anwohner. Dazu zählten nicht nur der Lärm und der Gestank, berichtet er, sondern auch die vielen Raser, die die Tempo-30-Schilder ignorierten. Die Verkehrssünder gefährdeten, so sein Vorwurf, vor allem die Sicherheit der Kinder, die in die Schule oder den Kindergarten gehen.

Das Problem Schwaigangerstraße ist nicht neu. Es beschäftigt seit Längerem Murnaus Verkehrspolitiker und die Behörden. Der Hintergrund: Offenbar glauben viele, auf dieser Route schneller vorwärts zu kommen als auf der Entlastungsstraße mit ihren Ampelschaltungen. Selbst Navi-Systeme schlagen laut Sell mittlerweile den scheinbaren Abkürzer im östlichen Teil des Marktes vor. Hinzu kommt: Aufgrund der Rathaus-Baustelle geht’s im Untermarkt nicht weiter. „Das hat die Situation verschärft“, schildert Sell. Seitdem sei die Schwaigangerstraße ein Zubringer ins Zentrum.

Für Robert Glas, ebenfalls Anwohner, steht fest: „Es muss jetzt was passieren.“ Zusammen haben er und Sell über 100 Unterschriften von Betroffenen gesammelt und im Rathaus überreicht. „Alle sagen: Das ist untragbar“, fasst Glas die Stimmungslage zusammen. An der Strecke seien täglich um die 2500 Fahrzeuge unterwegs. Von einer Idylle könne in dem Wohnviertel nicht die Rede sein: „Es ist so laut, dass man sich im eigenen Garten nicht mehr unterhalten kann“, sagt Glas.

Unterstützung bekommt die Initiative von den Freien Wählern, die einen Antrag eingereicht haben und „verkehrsberuhigende Maßnahmen“ vorschlagen. Dazu zählen bauliche Hindernisse zur Tempo-Reduzierung wie Tempobremsen am Straßenrand, Fahrbahnerhöhungen an markanten Stellen (Vertikalversätze) und Parkbuchten sowie eine Tempo-30-Zone, in der die Regel „rechts vor links“ gilt. Die Schwaigangerstraße sollte wieder „ein sicherer Weg für Jung und Alt werden“, schreibt Gemeinderätin Maria Schägger in dem Antrag. „Wir dürfen die Anwohner nicht auf ein Gesamtverkehrskonzept vertrösten – das Problem besteht jetzt“, erklärt die Ortspolitikerin, die die Lebenspartnerin von Robert Glas ist.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) zeigt sich aufgeschlossen: „Die Anwohner haben mein vollstes Verständnis und meine Unterstützung.“ Es seien auch schon Gespräche geführt worden. Das Thema wird den Energie-, Umwelt- und Verkehrsausschuss beschäftigen. Laut Beuting stellt die Verwaltung in der nächsten Sitzung ein Konzept vor. Dieses beinhalte ebenfalls Tempobremsen, die Neugestaltung von Einmündungen, die zum Schnellfahren verleiten, und eine verbesserte Beleuchtung in der Sporrerstraße. Auch andere Möglichkeiten könne man ausprobieren, so Beuting – sofern diese rechtlich zulässig seien.

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