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Eine Alternative für das Schulschwimmen? Die Murnauer Schüler könnten in eine Sportanlage im Umland ausweichen – zum Beispiel im Sommer in das Ohlstädter Freibad. 

Die Hallenbad-Debatte geht weiter

Schulschwimmen: Ausschau nach einem Partner

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Murnaus Hallenbad-Pläne sind zwar vom Tisch. Nicht aber der Wunsch, das Schulschwimmen zu ermöglichen. Als eine Option wird die Zusammenarbeit mit einer Kommune aus dem Umland gehandelt, die über eine passende Sportstätte verfügt.

Murnau – Die Erleichterung der Murnauer Ortspolitik, das Dauerthema Hallenbad-Bau in der Gemeinderatssitzung zu den Akten gelegt zu haben, dürfte nur von kurzer Dauer gewesen sein. Denn der Druck auf die Volksvertreter bleibt bestehen, eine Lösung für das Schulschwimmen, speziell für das Schwimmenlernen, zu finden. Dieses findet bislang nicht statt – obwohl es im Lehrplan steht und Murnau ein großer Schulstandort mit über 2000 Schülern ist. Aber es fehlt eine geeignete Einrichtung. Und die Seen kommen aus rechtlichen Gründen nicht in Frage. Befriedigend ist die ganze Situation nicht.

Wie berichtet, hatten die Gemeinderäte ihr Hallenbad-Nein mit den enormen Investitions- und Betriebskosten begründet, die auf Murnau zugekommen wären. Im Raum stand eine jährliche Belastung von 808 000 Euro. Das könne sich der Markt, so der Tenor, nicht leisten. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) kündigte bereits an, am Ball zu bleiben und nach einem anderen Weg zu suchen.

In der Sitzung dachte sein Fraktionskollege Holger Poczka laut über eine Alternative nach, die er auf Tagblatt-Nachfrage präzisierte. Der Kommunalpolitiker schlägt, damit sich der Aufwand der Schülerbeförderung lohnt, einen Blockunterricht in einer Anlage in der näheren Umgebung vor – etwa im Ohlstädter Freibad oder in den Hallenbädern in Oberammergau und Kochel. Poczka vergleicht dieses Intensivtraining mit einem Skilager. „Das ist natürlich auch ein Thema der Flexibilität der Schulen und der Kultusbürokratie“, erklärt er. „Im Rahmen eines Blockunterrichts müsste man auch eine Flexibilität im Stundenplan vorsehen, zu dem die Schulen oft nicht bereit sind. Diese Vorschläge werden auf viele Bedenkenträger stoßen, was aber nicht dazu führen sollte, dass man diese Lösungen nicht wirklich prüft.“

In Ohlstadt rennt Poczka mit seiner Idee offene Türen ein. „Wir freuen uns über jeden Schüler, der hierher kommt“, sagt Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei). Schon jetzt seien regelmäßig Grundschulen in dem Gemeinde-Freibad zu Gast – natürlich nur in der Saison, die von Mai bis September geht. Ein Ausbau zu einem Hallenbad kommt für Scheuerer nicht in Frage: „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.“ Das Schulschwimmen wäre eine willkommene Einnahmequelle für den Zuschussbetrieb, der jedes Jahr um die 100 000 Euro Miese verursacht.

Aufgeschlossen zeigt sich auch Arno Nunn (parteifrei), Bürgermeister von Oberammergau, das sich mit dem Wellenberg einen richtigen Kostenfresser ans Bein gebunden hat. Im Haushalt 2018 ist ein Defizit in Höhe von 800 000 Euro vorgesehen. Nunn ist ebenfalls ein Verfechter des Blockunterrichts – und kann sich eine Kooperation mit den Murnauer Schulen gut vorstellen. „Das wäre machbar“, sagt er. Im Landkreis müsse man zusammenarbeiten.

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Stephan Schwertl, Vorsitzender des Murnauer Hallenbad-Fördervereins, ist vom Fach: Er unterrichtet Sport am Staffelsee-Gymnasium. Der Pädagoge glaubt nicht, dass das ausgelagerte Schulschwimmen funktionieren würde. Denn: „Das ist logistisch nicht möglich.“ Sport finde in der Regel als Doppelstunde statt, erklärt er. Ziehe man die Fahrten und den Aufenthalt in der Umkleide ab, bleibe nicht mehr viel Zeit übrig für das eigentliche Training. Und ein Blockunterricht lasse sich nicht mit den Stundenplänen vereinbaren. Er werde mit seinen Mitstreitern im Verein besprechen, kündigt Schwertl an, wie es nun weitergeht. Kommt es zu einem Bürgerbegehren? „Darüber haben wir noch nicht nachgedacht.“

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