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Sechs Fahrzeuge auf einen Streich: Feuerwehr Murnau rüstet auf

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Erteilt den Segen: Pfarrer Siegbert Schindele.
Erteilt den Segen: Pfarrer Siegbert Schindele. © Herpen

Die Freiwillige Feuerwehr Murnau verfügt über sechs neue Fahrzeuge. Die Zahl der Einsätze ist im Vorjahr auf 246 zurückgegangen.

Murnau – So etwas hat es in der 147-jährigen Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Murnau noch nicht gegeben. Nicht weniger als drei Fahrzeuge, zwei Anhänger und ein Arbeitsboot sind am vergangenen Samstag im Rahmen eines Festaktes offiziell in Betrieb genommen worden. Nebst Gottesdienst, Segnung der neuen Gerätschaften auf dem Hof vor dem Gerätehaus und Ansprachen bei der anschließenden Jahresversammlung in der Fahrzeughalle. Das schon länger bestellte Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20, das das LF 16 ersetzen wird, konnte noch nicht ausgeliefert werden, soll aber in Kürze kommen.

Taufe mit Weißbier

Bei strahlendem Sonnenschein hatten der katholische Pfarrer Siegbert Schindele und seine evangelische Kollegin Simone Feneberg den kirchlichen Part übernommen. Ein originelles Ritual übernahm die Juniorchefin der Brauerei Karg, Victoria Schubert-Rapp: Anstatt mit Sekt oder Champagner taufte sie das neue Arbeitsboot mit Weißbier.

Ausführlich stellte Kommandant Florian Krammer den etwa 200 Rettungskräften und Ehrengästen, darunter zahlreiche Vertreter von Nachbarwehren, die Fahrzeuge und ihre Einsatzmöglichkeiten vor. „Als Ersatz für unser Mehrzweckfahrzeug von 2008 wurde ein Einsatzleitwagen angeschafft“, sagte Krammer. Die Gesamtkosten hierfür beliefen sich auf 154 000 Euro, wobei der erhöhte Zuschuss durch das Sonderförderprogramm 98 000 Euro beträgt. Für größere Schadenslagen im Landkreis und auch überregional ist der neue Einsatzleitwagen gedacht, der bereits beim Zugunglück bei Burgrain die örtlichen Einsatzleiter bei ihrer Arbeit unterstützte. Kostenpunkt: 390 000 Euro, wobei ein Zuschuss von 106 000 Euro fließt. Ein Kommandowagen, der für 31 000 Euro gebraucht angeschafft wurde, ein für 25 000 Euro erworbener, fahrbarer Stromerzeuger nebst Anhänger (7000 Euro), ein Vorwarnanhänger für Einsätze auf der Autobahn A 95 (Kosten: 30 000 Euro) und besagtes Arbeitsboot, das mit 38 800 Euro zu Buche schlägt, runden das Bild ab.

Insgesamt, so der Kommandant, habe die Wehr, die derzeit 99 Aktive zählt, im vergangenen Jahr 246 Einsätze geleistet. Das sind 39 weniger als 2020. So musste sie zu 37 Bränden, 37 Verkehrsunfällen, aber auch zu 66 Fehlalarmen ausrücken. Hinzu kamen unter anderem 33 Hochwassereinsätze, fünf Notarztzubringer und 15 Fahrbahnreinigungen. Besonders in Atem gehalten hatten seine Kameraden der Brand einer Werkstatt in Eschenlohe am 13. Januar („eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit“), ein schwerer Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 2 am 26. März, der hohen Sachschaden und zwei Tote forderte, und ein weiterer auf der Murnauer Entlastungsstraße, als ein mit Hackschnitzeln beladener Anhänger auf einen PKW gestürzt war. Wie gewohnt mussten die Wehrleute wiederholt zu schweren Verkehrsunfällen auf der A 95 ausrücken. So kamen insgesamt 3680 geleistete Einsatzstunden und überdies 1900 Überstunden zusammen.

Über die überbordende Bürokratie echauffierte sich der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Michael Montag. „Wir dürfen im Verein nur eine bestimmte Summe erwirtschaften, sonst verlieren wir unsere Gemeinnützigkeit“, ärgerte er sich. Folglich sei ein Konto eingerichtet worden, auf dem Geld für die Einrichtung des geplanten Feuerwehr-Gerätehauses gesammelt werde, was rechtlich stichhaltig sei. Einen Sachstandsbericht zu eben jenem Großprojekt gab der Feuerwehrreferent im Murnauer Gemeinderat, Michael Hosp (CSU), ab. Er hofft darauf, dass im Juli vom Marktgemeinderat die Auswahl des endgültigen Planers getroffen werden kann.

„Lange Nacht der Feuerwehren“

Kreisbrandrat Johann Eitzenberger stellte mit der „Langen Nacht der Feuerwehren“ am 24. September eine in Bayern neue Veranstaltung vor, an der sich Murnau zusammen mit neun anderen Wehren aus dem Landkreis beteiligen wird. Weitere Grußworte sprachen die Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) und der stellvertretende Landrat Dr. Michael Rapp (CSU), wobei beide auf den guten Zusammenhalt und die Kameradschaft der Rettungskräfte verwiesen – insbesondere im Hinblick auf das schwere Zugunglück bei Burgrain. Überdies nahmen Krammer und Montag einige Ehrungen vor. War die Bläsergruppe „Schofàjànkà“ beim Gottesdienst mit der Deutschen Messe von Franz Schubert zu hören gewesen, sorgte sie später im Gerätehaus für gute Stimmung.

Ehrungen

10 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein: Alexander Weinhart, Tobias Winkler, Michael Schütz, Robert Hutter, Benedikt Hosp, Stefan Hanst, Sebastian Foitzik, Leonhard Eibl, Martin Breitkopf und Michael Birkner; 20 Jahre: Josef Tafertshofer, Markus Kassira und Astrid Dodel; 30 Jahre: Josef Hartmann; 40 Jahre: Friedolin Kolb; 50 Jahre: Ludwig Bitzl.

Heino Herpen

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