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Besuch vom Star-Regisseur: Robert Pavel (l.) begrüßt Joseph Vilsmaier in seiner Riedhauser Werkstatt.

Regisseur Joseph Vilsmaier holt sich am Staffelsee Verstärkung

Sechs Särge für Bully

Robert Pavel, Sepp Gramer und Monika Flöß spielen in Joseph Vilsmaiers neuem Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ mit. Mit dabei sind Hape Kerkeling und Michael „Bully“ Herbig.

Murnau/Seehausen – Mit dem Sensenmann möchte man eigentlich nichts zu tun haben. Manchmal hält der personifizierte Tod aber ein ungeahntes Abenteuer für einen bereit. Das können Robert Pavel, Sepp Gramer und Monika Flöß nur unterstreichen. Die Drei vom Staffelsee spielen in Joseph Vilsmaiers neuem Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ neben Hape Kerkeling und Michael „Bully“ Herbig eine kleine, aber feine Rolle. Und wie so oft stand der Zufall Pate. 

Schuld an allem sind die Murnauer Gebirgsschützen. Die wollten im Juli beim Bataillonsfest angeblich keinen Langhaarigen auf dem Kutschbock dabei haben. So zumindest erzählt es Pferdenarr Gramer. „Also bin ich mit meine Rösser nach Jesenwang“ – zum Willibaldritt. 

Der Murnauer denkt an nichts Böses, als ihm plötzlich einer von hinten auf die Schulter klopft: Sepp Vilsmaier. Da verschlägt es selbst dem Gramer Sepp die Sprache – und das will was heißen. Star-Regisseur Vilsmaier (Herbstmilch, Stalingrad, Comedian Harmonists) möchte den blondlockigen End-Sechziger für seinen neuen Streifen gewinnen. „Ich hab’ sofort gesehen: Der Sepp ist der Richtige“, erzählt Vilsmaier. „Das ist ein lebenslustiger Mensch, der kommt sofort ins Reden.“ Der Filmemacher adelt sein Gegenüber regelrecht, als er bemerkt: „Der ist ein Sechser im Lotto!“ 

Doch Vilsmaier braucht nicht nur ein Double für Bully Herbig alias Boandlkramer, wenn dieser mit seinem Pferdewagen durch den Film galoppiert, sondern auch jemanden, der ihm sechs Spezial-Requisiten zimmert: Särge. Jetzt kommt Robert Pavel, den alle nur „Dopfen“ nennen, ins Spiel. Ihn hat Gramer den Leuten vom Film wärmstens empfohlen. Also fertigt Schreinermeister Pavel aus Uffing in seiner Riedhauser Werkstatt ein paar Kisten für den Sensenmann. 

„Vom Spaßfaktor war das der Auftrag meines Lebens“, unterstreicht der 48-jährige Unternehmer. Er staunt nicht schlecht, als auf einmal der Meister persönlich samt Entourage sich bei ihm nach den Särgen informiert. Als Vilsmaier sie begutachtet, greift er ruckzuck zum Handy. „Wie groß bist Du denn?“, fragt er das Mannsbild am anderen Ende. Der ist nicht irgendeiner, sondern Schauspieler Sebastian Bezzel („Eberhofer“). „1,85 Meter“, antwortet der. „Dann ist der Sarg ja zu klein.“ Also muss der „Dopfen“ das gute Stück verlängern. Kein Problem. Anschließend wird rund um den Riedhauser Eibl-Hof eine Probefahrt mit dem Boandlkramer-Wagen samt Ladung unternommen. Da kommt der eine oder andere Passant schon ins Staunen. „Alles perfekt“, sagt Vilsmaier. Für ihn ist Pavel „eine Granate“. Zum Dank gibt’s für den „Dopfen“ eine Komparsen-Rolle in einer Wirtshaus-Szene. Über einen Job als Statistin darf sich auch Monika Flöß, Gramers Lebensgefährtin, freuen. Sie mimt eine Sünderin. 

Vor einigen Wochen haben die Dreharbeiten begonnen. Und das Bully-Double war mit seinen Rössern schon mehrfach gefordert – ob am Hintertuxer Gletscher auf 3200 Metern Höhe, in den Swarovski-Kristallwelten in Innsbruck oder in der Eishöhle in Werfen im Salzburger Land. Die Einfahrt in den Himmel, gedreht an der Kapruner Hütte, bleibt Gramer unvergessen: Vorbei an einer Felswand, auf der anderen Seite geht’s 400 Meter in die Tiefe. Über Gramer, der fest die Zügel hält, surrt eine Drohne. „Da bist schon sehr angespannt, wenn die Pferdl da einen Hüpfer machen.“ Nicht auszudenken. 

In der Höhle darf der Bully-Ersatz zudem als finstere Gestalt das Boot ins Jenseits steuern. „Das war wahnsinnig schön.“ Unvergessliche Bilder für den Kino-Amateur aus Murnau. Den echten Boandlkramer sieht er meist nur mit Sonnenschirm am Set. „Dass ihm nicht die Schminke runterläuft.“ Besonders witzig findet Gramer den anderen Star Hape Kerkeling, der in die Rolle des Teufels schlüpft. „Ein wunderbarer Mensch, völlig ohne Starallüren.“ Und der Murnauer erlebt einen akribischen Top-Regisseur hautnah bei der Arbeit, der nichts, aber rein gar nichts dem Zufall überlässt. „Ein 150-Prozentiger.“ 

Eines weiß Sepp Gramer mittlerweile aus einschlägiger Erfahrung: „Das Filmgeschäft ist keine Gaudi, sondern ein knochenharter Job.“ Ende November reisen Vilsmaier und Co. übrigens auch an den Staffelsee. Dann soll beim Dreh im herbstlich-nebeligen Murnauer Moos eine besonders düstere Stimmung eingefangen werden. Denn kommt der Boandlkramer mit Sepp Gramers Wagen und Robert Pavels Särgen daher gebraust, soll’s schon ein wenig gruselig sein.

Christof Schnürer

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