ein Angehöriger des Murnauer Bataillons bei seinem Anti-Corona-Einsatz
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Viele wichtige Aufgaben: ein Angehöriger des Murnauer Bataillons bei seinem Anti-Corona-Einsatz.

Bataillons-Angehörige helfen in Weilheim-Schongau und München aus

Murnauer Soldaten im Kampf gegen Corona - Selbst über die Feiertage sind die IT-Profis im Einsatz

50 Soldaten der Werdenfelser Kaserne in Murnau leisten seit Wochen wertvolle Amtshilfe in der Corona-Pandemie. Sie unterstützen den Landkreis Weilheim-Schongau und die Stadt München bei der Kontaktnachverfolgung und der Befundbearbeitung. Der Einsatz, der mitunter belastend ist, wird über Weihnachten und Silvester andauern.

  • 50 Soldaten der Werdenfelser Kaserne in Murnau leisten seit Wochen wertvolle Amtshilfe in der Corona-Pandemie.
  • Die Bundeswehr-Angehörigen unterstützen den Landkreis Weilheim-Schongau und die Stadt München bei der Kontaktnachverfolgung und der Befundbearbeitung.
  • Die Aufgabe ist fordernd und verlangt Fingerspitzengefühl sowie Einfühlungsvermögen.

Murnau – Gesundheitsämter müssen in der Corona-Pandemie ein enormes Arbeitspensum bewältigen. Der Landkreis Weilheim-Schongau und die Stadt München können dabei auf das Informationstechnikbataillon 293 aus Murnau zählen. Im Rahmen von „Helfende Hände“ leisten die Soldaten Unterstützung bei Kontaktnachverfolgung und Befundbearbeitung. Seit Ende November sind 50 Bataillonsangehörige im Gesundheitsamt Weilheim-Schongau und in der Stadtverwaltung München im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Einsatz. Im Dezember erfolgte in München der Umzug in die Hallen auf dem Messegelände. Sie bieten ausreichend Platz für rund 500 Kontaktnachverfolgungs-Arbeitsplätze.

Murnauer IT-Spezialisten müssen ein breites Aufgabenspektrum bewältigen

Murnaus IT-Spezialisten bewältigen nach Angaben von Jenny Henning, Presseoffizier des Bataillons, ein breites Aufgabenspektrum. Sie rufen Kontaktpersonen von positiv Getesteten an, um Infektionsketten zu durchbrechen, und kümmern sich um die Aufnahme der Daten in eine entsprechende Software, welche die Nachverfolgung der Infektionswege unterstützen soll. Quarantäne zu verhängen, zu bescheinigen und alles zu dokumentieren, sei ein aufwendiges Verfahren, für das „Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen“ nötig seien, heißt es in einer Pressemitteilung des Bataillons. Am Quarantäne-Ende fragen die Soldaten nochmals am Telefon Symptome ab und verlängern oder beenden die Zeit der Isolation – je nach Gesundheitszustand. Zudem bearbeiten sie negative Befunde und informieren Betroffene, stellen Bescheide zu und halten alles sorgfältig fest.

Die Soldaten im Einsatz für die Gesellschaft freuen sich, einen kleinen Teil zur Pandemie-Eindämmung beitragen zu können

In München kümmern sich die Teams etwa auch um den Eintrag positiver Laborbefunde in eine landesweite Infektionsmeldeplattform. Über eine Hotline beantwortet man Rückfragen Betroffener rund um das Thema Corona. Vor dem Lockdown galt es, Schulen und Kindertagesstätten über eine Schließung zu informieren.

„Wir nehmen die neuen Aufgaben gerne an und freuen uns, einen kleinen Teil zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten zu können“, sagt Oberleutnant Johannes W. Er und sein Team sind im Landratsamt Weilheim-Schongau eingesetzt. „Man spürt die Dankbarkeit für unsere Unterstützung. Obwohl wir normalerweise in verschiedenen Aufgabenbereichen arbeiten, hat die Einarbeitung hervorragend funktioniert“, lobt der IT-Offizier die Kooperation mit Beschäftigten des Gesundheitsamts.

IT-Profis befinden sich in ihrem Element und können Verbesserungen einbringen

Dabei befinden sich die IT-Profis in ihrem Element. Sie bringen das nötige anwendungstechnische Wissen mit und sorgten für Verbesserungen etwa bei der Bearbeitung von Informationsbriefen: „Wir konnten den Prozess der Serienbrieffunktion einführen und somit die Aufsetzung der Briefe vereinfachen, indem die Informationen automatisch aus vorhandenen Excel-Listen entnommen werden“, erklärt Oberleutnant Marco C., der mit seinem Team bis Anfang Dezember in München in kürzester Zeit mehr als 300 Fälle zusätzlich bearbeiten konnte. Zudem ist ein weiterer Soldat aus dem IT-Bataillon in Lichtenfels als Multiplikator eingesetzt. Dort gibt er Einführungsunterricht für Mitarbeiter des Landratsamts und führt in erste praktische Arbeitsabfolgen am eingesetzten System ein.

Kampf gegen Corona-Pandemie: Hoher Besuch bei den Soldaten in besonderer Mission

Von der wertgeschätzten Arbeit der Murnauer Helfer überzeugte sich Brigadegeneral Dietmar Mosmann vor Ort. Gerade für junge Mannschaftssoldaten sei die Kontaktnachverfolgung „kein alltägliches Geschäft und kann vor allem bei schweren Infektionsverläufen stark belastend sein“, sagt der Stellvertreter des Kommandeurs des Kommandos für Informationstechnik und Kommandeur der Informationstechniktruppen, dem das Murnauer IT-Bataillon unterstellt ist. Jedoch bietet dieser nicht alltägliche Einsatz auch interessante Einblicke ins öffentliche Gesundheitswesen.

Wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen helfen die IT-Profis auch über Weihnachten und Neujahr aus, um keinen Einbruch bei der Kontaktnachverfolgung zu riskieren.

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