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Für Murnau im Gespräch: eine Sicherheitswacht. 

Gemeinderat beschäftigt sich mit Thema Sicherheitswacht

Umstritten: Bürger auf Patrouille

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In Murnau wird über die Einführung einer Sicherheitswacht nachgedacht. Doch brächten die Bürger auf Streife überhaupt etwas? Mit dem heiklen Thema beschäftigt sich der Gemeinderat am Montag, 22. Januar. Die Meinungen gehen weit auseinander.

Murnau – Das Problem ist bestens bekannt – und beschäftigt immer wieder Murnaus Ortspolitik. Jugendliche treffen sich häufig auf öffentlichen Flächen, etwa im Kulturpark oder im Kemmelpark, um wilde Partys zu feiern. Betroffene Anwohner sind genervt und fordern, dass endlich etwas geschieht. Auf einer Sitzung des Hauptausschusses im vergangenen Herbst machten sie ihrem Ärger Luft. Die Rede war von nächtlichen Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Drogenmissbrauch. Doch was soll die Gemeinde gegen die Krawallmacher unternehmer? Neben einer Verstärkung der Jugendarbeit ist die Einführung einer Sicherheitswacht im Gespräch.

Das Bayerische Innenministerium rührt kräftig die Werbetrommel für die ehrenamtlichen Helfer, die bereits in vielen Kommunen auf die öffentliche Ordnung achten. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) plädiert dafür, auch in der Staffelsee-Gemeinde eine solche Bürgerstreife zu gründen. Denn: „Einer muss hinschauen und darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden“, erklärt der Rathaus-Chef.

In einer Sondersitzung am Montag, 22. Januar, setzt sich nun der Gemeinderat mit der Angelegenheit auseinander (Beginn: 19 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum). Es soll dabei ein Konzept aus Schongau vorgestellt werden, das offenbar seit Jahren gut funktioniert. Ob Murnaus Volksvertreter Ja oder – wie kürzlich ihre Amtskollegen in Garmisch-Partenkirchen – Nein zur Sicherheitswacht sagen, ist völlig offen. Das Thema polarisiert: Die einen versprechen sich sehr viel davon, wenn Bürger nach dem Rechten sehen. Kritiker sehen hingegen nur einen Placebo-Effekt.

Ein Befürworter ist etwa Michael Manlik, Sprecher des ÖDP/Bürgerforums. Sein Hauptargument: Andere Orte hätten gute Erfahrungen mit dem freiwilligen Dienst gemacht. „Wir sollten es ausprobieren“, lautet daher sein Fazit – möglicherweise in Form einer zweijährigen Testphase. Parallel dazu sollte man, so Manlik weiter, auch die Jugendarbeit intensivieren – ein Anliegen, das ebenfalls aus den Reihen des Kommunalparlaments kommt.

Kein Fan der Sicherheitswacht ist Welf Probst, Chef der Freien Wähler. In seinen Augen wäre es viel sinnvoller, die Polizeiinspektion Murnau aufzustocken. „Die Befürchtung liegt nahe, dass abends und nachts zu wenig Personal vorhanden ist, um gleichzeitig die Wache und auch ausreichend den nördlichen Landkreis mit Streifen zu versorgen“, schreibt Probst in einem Antrag. Darin fordert er, dass der Gemeinderat eine entsprechende Resolution an das Innenministerium schickt.

Von der Polizei ist nur Positives über die Sicherheitswacht zu hören. Murnaus PI-Chef Joachim Loy spricht von einer „laufenden Notrufsäule“. Die Männer und Frauen – Loy könnte sich zum Start eine vier- bis sechsköpfige Gruppe vorstellen – könnten gezielt an Brennpunkten eingesetzt werden. Für die Bürgerstreife kämen nur „charakterlich gefestigte“ Mitglieder in Frage, betont der Beamte.

In Schongau gibt es diese seit 2010. Neun Leute sind derzeit unterwegs. Loys Amtskollege Herbert Kieweg ist zufrieden: „Das ist eine sehr gute Ergänzung zur Polizei.“ Die Freiwilligen hätten sich als Ansprechpartner für die Bevölkerung etabliert. Und bestimmte Probleme in der Stadt, etwa Ruhestörungen oder Randalismus, seien spürbar weniger geworden.

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