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Künstler im Kulturpark: Peter Vögele und Susanne Assum freuen sich, dass ihre Werke öffentlich in Murnau ausgestellt sind.

Skulpturen in Murnau

Kritik an Kunstaktion

Lässt die Marktgemeinde ihre Künstler links liegen? Andreas Breitsamer mag es beinahe glauben. Er ist verschnupft wegen einer Kunstausschreibung, die völlig untergegangen zu sein scheint.

MurnauEs ist lange her, dass in Murnau öffentlich Kunstwerke aufgestellt wurden. Genauer gesagt: Zuletzt im Jahr 2000, als im Zuge der Murnauer Skulpturentage ein Wettbewerb stattfand. Überbleibsel aus dieser Zeit fand man noch bis vor Kurzem an allen Ecken und Enden des Ortes. „Einige Künstler haben ihre Werke einfach stehen lassen. Die Gemeinde hat da auch lange Zeit ein Auge zugedrückt“, erklärt Marktbaumeister Klaus Tworek. Nun wurden die Plastiken nach und nach entfernt.

Wer sich allerdings in den vergangenen Monaten über die drei neuen Skulpturen im Kulturpark und am Gabriele-Münter-Haus wunderte und sich fragte: „Habe ich da etwas verpasst?“, dem ging es so wie den meisten.

Um niemanden zu übervorteilen, wählte der Kunstbeirat gemeinsam mit dem Bauamt exponierte Plätze, um Kunst im öffentlichen Raum auszustellen. Im März gab es eine Ausschreibung, an der sich alle Kunstschaffenden beteiligen konnten, die in Murnau leben, arbeiten oder im Kunstverein Mitglied sind.

Doch bis dato gab es keine öffentliche Bekanntgabe der Gewinner und keine Einweihung. „Das ist der Ferien- und Urlaubszeit und unserem Arbeitspensum geschuldet und hat nichts mit Desinteresse zu tun“, beteuert Tworek. Und weil die Künstler ihre Werke peu à peu aufstellten, hätte es auch bisher keine Pressemitteilung gegeben. „Ich bin froh, dass das Tagblatt jetzt nachfragt, damit das nicht ganz untergeht.“

Andreas Breitsamer, einer der drei Gewinner, ist enttäuscht von dem lapidaren Umgang mit der Kunst. Er hätte sich eine größere Würdigung gewünscht. „Die Geringschätzung regt mich auf“, gibt er zu Protokoll. Aus diesem Grund wollte er auch nicht mit aufs Pressefoto. „Ich mag so ein Verhalten nicht mitpräsentieren.“

Trotzdem ist er froh, dass seine Skulptur „Souffleusen“ im Kulturpark stehen darf. Das lamellenartige Werk, ausgestattet mit zwei roten Mündern, ist aus verschiedenen Materialien gefertigt. Für Breitsamter ist es ein Experiment, wie sich die einzelnen Komponenten durch die Wettereinflüsse entwickeln. Weil in seinen Augen die Ausschreibung schon so leichtfertig geschah – ohne Jurybericht und Pressemitteilung – schuf er extra ein grenzwertiges Kunstwerk. „Das spricht, wie ich finde, für sich.“

Etwas gelassener sehen es die beiden anderen Gewinner, Susanne Assum und Peter Vögele. „Sicher wünscht man sich als Künstler auch eine gewisse Wertschätzung“, sagt Assum. Doch in erster Linie ist sie froh, dass ihr Kunstwerk „Moses III“ im Kulturpark gesehen wird. „Ich hoffe, dass ich dem einen oder anderen Betrachter friedliche Gedanken einpflanzen kann.“ Die 2,50 Meter hohe Skulptur lädt dazu ein einzutreten und den Blick nach innen oder oben durch die Öffnung zu lenken.

Vögele durfte seinen „Notenbaum“ vor dem Gabriele-Münter-Haus anbringen. Die Figur aus abstrakten Formen schmiedete der Seehauser bereits vor 30 Jahren für den Maler und Musiker Armin Mehling. „Gerade weil im Münterhaus Musik eine große Rolle spielte, hat sie dort einen sehr passenden Standort.“ Auch Vögele findet den Umgang mit der Ausschreibung nicht besonders lobenswert. „Doch es ist ein Anfang, und es wäre schön, wenn so eine Aktion öfters stattfindet.“

Genau so ist es laut Tworek auch geplant. „Es ist als Temporärsystem gedacht. Die Kunstwerke sollen immer einen Sommer lang stehen bleiben.“ Im nächsten Jahr gibt es eine neue Ausschreibung und vielleicht kommen weitere Standorte hinzu. „So wollen wir allen Künstlern gerecht werden.“

Beate Berger

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