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Voll eingerichtet: das künftige Vereins-Fitness-Studio im Obergeschoss (im Bild Fabian Frey, l.,  und Bürgermeister Christian Scheuerer).

Künftige Vereinsmitglieder übernehmen Abbrucharbeiten

Solarfreibad: Findiger Deal mit Fitness-Fans

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Ohlstadts Bürgermeister Christian Scheuerer spricht von einer „Win-Win-Situation“ und meint damit einen außergewöhnlichen Deal: Beim Umbau des Solarfreibads Ohlstadt packen junge Leute mit an, die künftig das leerstehende Obergeschoss des Hauptgebäudes als Fitness-Studio nutzen. Sie planen eine Vereinsgründung.

Ohlstadt– Wo eine Wand stand, klafft ein riesiges Loch, am Boden liegen unzählige Materialbrocken: Das Hauptgebäude-Erdgeschoss im Solarfreibad Ohlstadt ist eine riesige Baustelle. Seit zwei Wochen laufen Abbrucharbeiten, die Gemeinde zieht eine Sanierung für insgesamt knapp 800 000 Euro netto durch.

Diese war dringend nötig: Am Gebäudebestand von 1976 nagte massiv der Zahn der Zeit, die Heizung für Haus und Sanitäranlagen war defekt. Nun wird modernisiert. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes soll alles Platz finden, was der Badbetrieb erfordert: Duschen, Toiletten, Umkleiden, Kasse, Aufsichtsraum. Anstelle des alten Treppenhauses wird eine öffentliche, barrierefreie WC-Anlage gebaut, die Besucher des benachbarten Spielplatzes nutzen können und für die Zuschüsse fließen; als Ersatz entsteht eine Außentreppe. Der Kiosk soll verlagert werden und künftig ebenfalls öffentlich zugänglich sein. Praktisch nichts bleibt an Ort und Stelle.

Den Abbruch übernimmt in großen Teilen rund ein Dutzend junger Männer, fast ausschließlich Ohlstädter. Sie haben mit der Gemeinde einen findigen Handel geschlossen. Der Wert ihrer Arbeit wird gegengerechnet mit der Pacht, die fürs Obergeschoss fällig wird, in der einst eine Kneipe betrieben worden war. Die Burschen planen dort „ein nichtöffentliches Fitness-Studio zur Vereinsnutzung“, sagt Fabian Frey, einer der Hauptakteure. Wer trainieren will, muss Mitglied werden. Die Geräte, insgesamt mehrere Dutzend, waren zuvor bei Manfred Poschenrieder gestanden, doch der hatte den Platz benötigt (wir berichteten). Also suchten die Beteiligten einen neuen Standort – und wurden mit der Gemeinde handelseinig. Künftig gibt es also wieder ein Studio. Die Geräte konnten die Sportler mitnehmen. Eine gute Lösung für alle Seiten, findet Erster Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei): „Das ist eine Win-Win-Situation, gelebtes Dorf, man hilft gut zusammen. Und für uns war es wichtig, eine vernünftige Anschlussnutzung zu haben, die Sinn macht und mit dem Bad harmoniert.“ Aktuell gibt es sogar Überlegungen, dass Mitglieder quasi über eine Kombi-Lösung auch das Solarfreibad nutzen können.

Frey und seine Mitstreiter haben im Obergeschoss nicht viel verändert, „nur ein bisschen renoviert“, sagt er. Und das „so einfach und günstig wie möglich“. Läuft der Verein, dessen Gründung derzeit vorbereitet wird, erst einmal und bleibt Geld übrig, könne in neue Geräte investiert und der Beitrag gesenkt werden, sagt Frey. Man wolle keinen Gewinn erzielen, „sondern nur die Möglichkeit schaffen, weiter trainieren zu können“. Frey schätzt, dass es aktuell bereits 30 Interessenten gibt, die dem Verein beitreten wollen, „vom Schüler bis zum Senior“. Scheuerer ist angetan und findet es „genial, was die Burschen da machen“.

Das Studio könnte im Frühjahr seinen Betrieb aufnehmen, „wenn der Stand der Sanierung es zulässt“, sagt Scheuerer. Um Kosten zu sparen, hat man Arbeiten in Richtung Winter verschoben. Am 1. Mai 2018 soll das Solarfreibad wie in jedem Jahr wieder geöffnet sein.

Scheuerer weiß: Die Sanierung ist nur ein erster Schritt. Irgendwann werden millionenteure Investitionen in Badewassertechnik und Becken fällig: „Ich hoffe, dass noch lange nichts fehlt.“ Er will die aktuellen Arbeiten als „eindeutiges Signal“ verstanden wissen, dass die Gemeinde definitiv am Bad festhält, Sorgen unbegründet sind. Man habe sich hier, was die Zukunft betrifft, für die „mit Abstand wirtschaftlichste und gesündeste Lösung“ entschieden. Die Attraktivität des Gebäudes werde „gesteigert und aufs erforderliche Maß zurückgeschraubt“, so der Bürgermeister. Der Hauptgebäude-Anbau samt Wärmehalle wird stillgelegt. Ein Abriss kommt nicht in Frage, weil alle Dächer mit Solarabsorbermatten belegt sind, die das Becken beheizen. Und bei einem Eingriff in die Badewassertechnik drohen nach Angaben Scheuerers immense Folgekosten.

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