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Interessiertes Publikum: Bürgermeister Rolf Beuting (r.) und viele Nachkommen von Adolf Erbslöh sind zur Eröffnung der Sonderausstellung ins Schloßmuseum gekommen.

Ausstellung bis zum 2. Juli

Sonderausstellung im Schloßmuseum:Auf den Spuren von Adolf Erbslöh

Die Werke des Künstlers Adolf Erbslöh sind eher unbekannt. Dabei war er Vorsitzender der Neuen Künstlervereinigung München. Zum 70. Todestag widmet ihm das Schloßmuseum eine Ausstellung. Schauen wie diese soll es auch zukünftig geben, sagte Bürgermeister Rolf Beuting – auch wenn in Murnau ein Schwimmbad gebaut werden sollte.

Murnau – Er war niemand, der sich in den Vordergrund drängte, sondern einer, der eher im Hintergrund wirkte. Adolf Erbslöh war nach Wassily Kandinsky der Erste Vorsitzende der „Neuen Künstlervereinigung München“. Dennoch sind Erbslöhs Gemälde eher unbekannt. Anlässlich seines 70. Todestags widmet ihm das Schloßmuseum Murnau eine Ausstellung. Bis zum 2. Juli können Besucher die Werke des Expressionisten bestaunen – aber auch Bilder von Künstlerkollegen und Skulpturen seiner Tochter Ingeborg sind zu sehen. Bei der feierlichen Eröffnung der Sonderschau waren neben Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) auch die ehemalige Chefin des Schloßmuseums, Dr. Brigitte Salmen, und der Kunsthistoriker Felix Billeter zu Gast, die 2016 ein Werkverzeichnis des Malers herausbrachten. Auch zahlreiche Nachkommen des Künstlers waren anwesend – unter anderem die Enkelin Margret Schmidt-Erbslöh.

Als Kind wurde sie vom Großvater porträtiert. Auch dieses Bild ist im Schloßmuseum ausgestellt. „Ich erinnere mich noch genau daran“, sagt die 79-Jährige, die am Tag der Eröffnung ihren Geburtstag feierte. Still musste sie sitzen, damit ihr Opa sie auf Öl malen konnte. Sie trug einen grünen Anzug, weil die Farbe zu ihren roten Haaren komplementär war. Der gehörte nicht ihr, sondern einem Buben. Sie trug ihn trotzdem. Immerhin war 1943, als das Bild entstand, Krieg. „Da gab es nicht viel.“ Die Farbpaletten in Erbslöhs Werken faszinieren Museumsleiterin Dr. Sandra Uhrig. Besonders schön seien diese auf dem Titelbild des Ausstellungskatalogs zu sehen. Das darauf abgebildete Gemälde trägt den Titel „Kapelle“ und entstand 1911. Uhrig prophezeite den Zuhörern, dass sie nach dem Rundgang durch die Schau „den Frühling mit den Augen Erbslöhs sehen“ werden.

Bei der Auswahl der Bilder habe man sich vor allem auf Landschaften konzentriert. Nicht nur, weil es in die Umgebung des Museums passt, sondern weil darauf die künstlerische Entwicklung des Malers gut zu sehen ist. In Murnau sei Erbslöh, der in Barmen (Nordrhein-Westfalen) aufgewachsen war, nur einmal gewesen, betonte Salmen. Die Familie Erbslöh lebte später in Irschenhausen bei Icking im Landkreis Bad Tölz/Wolfratshausen. Weil die Mieten in München stiegen und der Nationalsozialismus immer präsenter wurde – einige Werke Erbslöhs wurden als „entartet“ eingestuft – zog die Familie aufs Land. Auch daran kann sich Schmidt-Erbslöh erinnern. Auf dem Anwesen der Familie verbrachte auch sie als Kind viel Zeit. Der Ausblick auf die schöne Landschaft habe Großmutter Adeline sehr gefallen.

Von der Präsentation begeistert zeigte sich auch Beuting. „Schön, dass wir wieder eine so hochwertige Frühlingsausstellung haben“, sagte er. Die Eröffnung musste er trotzdem früher verlassen – wegen der Podiumsdiskussion des Fördervereins Hallenschwimmbad (Seite 8.) Bei seiner Rede nutzte er die Gelegenheit, um eines „klarzustellen“, wie er betonte. Komme es tatsächlich zum Bau eines Hallenbads, seien Schauen wie diese nicht in Gefahr. „Es wird kein Streich- und Sparkonzert geben“. 

Weitere Informationen:

Die Ausstellung (bis 2. Juli) ist von Dienstag bis Sonntag – auch Oster- und Pfingstmontag – von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet sechs Euro.

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