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Wohnen in Murnau ist teuer und begehrt: Hier im südlichen Kemmelpark gab es vor einigen Jahren ein Förderprogramm speziell für Familien.

Gemeinderat beschließt Richtlinien

Murnau setzt auf Bauland-Deals

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Das Thema klingt reichlich bürokratisch, die Folgen sind aber wegweisend: Die Marktgemeinde Murnau will künftig ab einer gewissen Größenordnung nur noch dann Bauland ausweisen, wenn der Eigentümer dabei hilft, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Murnau – Murnau hat das gleiche Problem wie viele andere Kommunen im Umland Münchens: Immobilien sind zum Luxus geworden. Mit einem neuen Weg bei der Ausweisung von Bauland will die Marktgemeinde dagegen vorgehen – und hofft, dass auf diese Weise Wohnraum entsteht, den sich auch die mittleren und unteren Einkommensschichten leisten können. Darauf verständigte sich am Donnerstagabend eine breite Mehrheit des Gemeinderats nach einer längeren und kontroversen Debatte. Erst wurde ein Grundsatzbeschluss gefällt, dann ein Regelwerk verabschiedet. Der Titel: „Kooperatives Baulandmodell für bezahlbaren Wohnraum.“ Widerstand kam vor allem von der CSU-Fraktion.

Zum Hintergrund: Wenn eine einfache Wiese in Bauland umgewandelt wird, entsteht in der Regel ein enormer Wertzuwachs. Die Gemeinde will, salopp gesagt, ein Stück von diesem Kuchen abhaben, um die weniger Betuchten, vor allem Einheimische, zu unterstützen. Das besagte Konzept funktioniert wie folgt: Bauwerber müssen entweder die Hälfte des Grunds zu günstigen Konditionen an die Gemeinde verkaufen – oder sich verpflichten, 30 Prozent des selbstgebauten Wohnraums für entsprechende Förderprojekte zur Verfügung zu stellen. Das Ganze greift aber erst ab 500 Quadratmetern Geschossfläche. Außerdem sollen mindestens 40 Prozent der Wertsteigerung beim Besitzer bleiben. Dieser macht also auf jeden Fall ein gutes Geschäft. Die Kommune ist indessen flexibel, kann auf verschiedene Modelle zurückgreifen. Denkbar wären etwa ein Einheimischenmodell, genossenschaftliches Wohnen oder sozialer Wohnungsbau.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) warb in der Sitzung erneut – über das Thema wird seit längerer Zeit diskutiert – um Zustimmung: Die Verwaltung brauche Vorgaben für Grundstücksverhandlungen, erklärte er. „Es ist wichtig, dass alle gleich behandelt werden.“ Der Rathaus-Chef deutete an, dass es bereits Interessenten an solch einem Bauland-Deal gebe. In anderen Kommunen funktioniere das auch. „Das ist transparent. Das schafft Vertrauen“, sagte Michael Manlik, Sprecher des ÖDP/Bürgerforums. In den vergangenen 30 bis 35 Jahren sind seiner Ansicht nach zu wenige Wohnraum-Projekte dieser Art umgesetzt worden. Manlik nannte zwei Einheimischenmodelle, den sozialen Wohnungsbau und Förderungen im Kemmelpark. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Doch es meldeten sich auch die Kritiker und Skeptiker zu Wort. Ihre größte Sorge ist, dass Grundeigentümer nicht mitziehen und eher vergrault werden. Ein individuelles Verhandeln wäre besser, so der Tenor. „Ich finde es nicht angebracht, dass wir uns ein solches Korsett umspannen“, meinte etwa Michael Hosp von der CSU.

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