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Er galt als Nachwuchshoffnung: Skirennläufer Nikolai Sommer ist beim Training schwer verunglückt.

Spendenaktion für 16-Jährigen

Nach Ski-Sturz querschnittsgelähmter Niko kämpft sich zurück

Ein Sturz beim Training im Kaunertal hat Nikolai Sommers Leben verändert. Für immer: Der 16-Jährige, der als Nachwuchstalent des Deutschen Skiverbands galt, ist querschnittsgelähmt. Mitglieder seines Heimat-Skiclubs sammeln für ihn Spenden.

Murnau/Waging – Der Sturz sah gar nicht so schlimm aus, sagen die Trainer. Mit der Diagnose der Ärzte im Innsbrucker Krankenhaus rechnete niemand: Querschnittslähmung. Das Leben des 16-jährigen Nikolai Sommer hat sich von einem Moment auf den anderen für immer verändert.

Dabei fing der 11. Mai – der Tag des Unfalls – ganz normal an. Für Sommer war es ein gewöhnlicher Trainingstag. Mit seiner Mannschaft fuhr der junge Leistungssportler aus Kirchanschöring (Landkreis Traunstein) ins österreichischen Kaunertal. Er galt als Nachwuchshoffnung des Deutschen Skiverbands, hatte es sogar in den Landeskader geschafft. Bei der Abfahrt stürzte er schwer, seitdem liegt Nikolai Sommer in der Unfallklinik in Murnau – auf der Station für Rückenmarksverletzte.

Nach aktuellem Stand wird er seine Beine nicht mehr bewegen können. Seine Eltern sind täglich bei ihm. Ihre ganze Kraft widmen sie ihrem Sohn. „Darum können sie sich auch öffentlich nicht zu dem Unfall äußern“, sagt Gernot Neuer, ein Freund der Familie. Auch er hat Niko schon oft im Krankenhaus besucht. Er kennt ihn von klein auf. „Die Diagnose war ein Schock“, betont Neuer. Die Familie versuche dennoch nach vorne zu blicken. „Niko will kämpfen. Er denkt positiv.“ So wie es Sportler eben machen.

„Viele Fragen gehen Niko momentan durch den Kopf“

An die neue Situation müssen er und seine Eltern sich gewöhnen. „Viele Fragen gehen Niko momentan durch den Kopf“, sagt Neuer. Etwa, wann und wie er den Führerschein machen kann. Fragen, die sich ein 16-Jähriger nun mal stellt. Für Sommer sind die Antworten wichtig. Er will so gut es geht ein normales Leben führen.

Der 16-jährige Niko hat seinen Lebensmut nicht verloren.

Um ihn dabei zu unterstützen, hat sein Heimat-Skiclub, der TSV Waging, ein Spendenkonto eröffnet. Ihr „Projekt Nikolai Sommer“ wollen die Mitglieder über eine Facebook-Seite publik machen. „Wir möchten Niko ein Start-up geben, damit er das, was er braucht, finanzieren kann“, sagt Neuer. Dazu gehört der Führerschein, der auch mit Querschnittslähmung möglich ist. Außerdem muss sein Zuhause in Kirchanschöring barrierefrei umgebaut werden.

Unterstützung bekommt der Verein auch von prominenter Seite. Der ehemalige Langläufer Tobi Angerer aus dem Kreis Traunstein hat einen Teil der Einnahmen eines Charity-Golfspiels für Niko gespendet. Und auch der Skirennläufer Felix Neureuther aus Garmisch-Partenkirchen nimmt Anteil an Sommers Schicksal. Auf seiner Facebook-Seite hat er dazu aufgerufen, dem jungen Skifahrer zu helfen.

„Er wünscht sich, wieder fahren zu können“

Seinem Sport will Sommer treu bleiben. „Auf dem Weg nach Murnau hat sich Niko die weißen Gipfel ganz genau angesehen“, erzählt Neuer. „Er wünscht sich, wieder fahren zu können.“ Wie der Monoski-Profi Martin Braxenthaler. Der Traunsteiner hat sich vom Leistungssport trotz Querschnittslähmung nicht abbringen lassen. Bei den Paralympics 2010 in Vancouver hat er dreimal Gold gewonnen. Ein Sportler durch und durch. Genau wie Nikolai Sommer.

Das Spendenkonto

des TSV Waging: IBAN: DE58 7105 2050 0005 0141 47, Verwendungszweck: Projekt Nikolai Sommer, Spendenquittungen können ausgestellt werden, hierzu bitte eine Mail an projekt-nikolai-sommer@tsv-waging.de

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