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Rund 700 Gläubige erleben am Sonntag den Gottesdienst mit. Dabei sind auch Ministranten aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft (hier beim Einzug).

Jubiläum und Abschluss der Sanierung von St. Nikolaus 

Murnau feiert seine ganz besondere Kirche

Wunderbarer Festtag für Murnau: Mit Weihbischof Florian Wörner haben am Sonntag rund 700 Gläubige die Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Nikolaus vor 300 Jahren und den Abschluss der Sanierung begangen. Fünf Jahre hatten die Arbeiten gedauert.

MurnauEs gab etwas zu feiern, keine Frage: Im Pfarrheim herrschte bereits am Sonntagmorgen Hochbetrieb, und durch den kleinen Saal im Erdgeschoss zog der Duft der vielen aufgereihten Kuchen und Torten. Mitglieder diverser Gruppierungen aus der Pfarrei St. Nikolaus trafen Vorbereitungen für den großen Besucheransturm. Selbst Pfarrer Siegbert Schindele trug eine überdimensionale Torte mit dem Abbild der Pfarrkirche herein: „Die hat mir ein netter Herr mit Trachtenhut übergeben, und ich weiß nicht mal seinen Namen“, bedauerte er. Vor dem Pfarrheim stand ein 300-Personen-Zelt mit Bewirtung und Verkaufsständen. Kaplan Markus Lidel war die Vorfreude anzusehen: „Zu unserem katholischen Glauben gehört auch das Feiern ganz eng dazu“, sagte er.

Inzwischen hatten sich die erst kürzlich mit Leinöl eingelassenen Bänke der festlich geschmückten Kirche gefüllt – etwa 700 Gläubige kamen, um 300 Jahre Grundsteinlegung von St. Nikolaus und den Abschluss der umfassenden Renovierung zu feiern. Stilvoll bewegten sich die Fahnenabordnungen vieler Murnauer Vereine bis vor den Altar, um dort ihre reich bestickten Banner zu senken, gefolgt von Ministranten aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft sowie den Geistlichen – darunter der frühere Murnauer Kaplan Dr. John Madubuko, der als Urlaubsvertretung in der Diözese weilt, und besonders hoher Besuch: „Ich freue mich mit ihnen von ganzem Herzen über die abgeschlossene Renovierung“, sagte Weihbischof Florian Wörner, der aus Eschenlohe stammt. „Wir können uns alle überzeugen, wie schön und gelungen alles geworden ist.“ Am Magnustag, dem 6. September 1717, sei der Grundstein für den wunderschönen Barockneubau in Murnau gelegt worden: „Es ist ein heiliger Raum, in dem uns Gott seine Nähe schenkt und seine Liebe zuwendet“, sagte Wörner. Er selbst habe zu St. Nikolaus eine ganz besondere Verbindung: „Ich bin hier am 3. Juli 1981 gefirmt worden.“ Der Weihbischof äußerte den Wunsch, dass auch in Zukunft in diesem Gotteshaus lebendige Kirche geschehe. Etwa 500 Personen habe er großen Dank zu sagen, unterstrich Pfarrer Schindele: „Nämlich allen, die geholfen haben, dieses Werk zu vollenden.“

Besonders war auch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes: Von einem Projektchor der Pfarreiengemeinschaft waren zwei Sätze aus der „Missa in C“ von Charles Gounod zu hören, von Kirchenorchester und Thomas Walser an der Orgel begleitet. Glasklar interpretierte ein Kinderchor das „Kyrie“ aus der Kindermesse von Johannes Köppl.

Begeistert von dem Festtag zeigte sich Theaterregisseur Samir Yacoob (53), der seit 15 Jahren mit seiner Familie in Murnau lebt: „Die Atmosphäre in der Kirche war wirklich beeindruckend. Die Renovierung ist großartig gelungen.“ Und Astrid Dodel (43) meinte: „Der Gottesdienst war sehr würdig. Es ist mir immer eine Freude, in diese schöne Kirche gehen zu dürfen.“

Heino Herpen

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