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Reges Treiben herrscht an schönen Tagen auf dem Staffelsee. Durch die vielen Stand-Up-Paddler kommt es aber häufig zu Konflikten mit den anderen Badegästen.

Neue Regelung

Nach Ärger mit Badegästen: Hier am Staffelsee dürfen Stand-Up-Paddler nicht mehr ins Wasser

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Seehausen macht den Anfang. Ab 2019 sind Stand-Up-Paddel-Boards im Strandbad am Staffelsee verboten. So will der Fremdenverkehrsverein Konflikte mit anderen Badegästen vermeiden.

Seehausen – Sommer, Sonne, Wassersport gehören irgendwie zusammen. Ein Boom der vergangenen Jahre scheint in diesem Extrem-Sommer seinen Höhepunkt gefunden zu haben: Stand-Up-Paddel-Boards, in der Größe und Form mit herkömmlichen Surfbrettern vergleichbar, wohin das Auge reicht. Die SUPs, so der Kurzname, werden immer beliebter. Kein Wunder, kann man doch längst sein Board bequem in einem Rucksack auf dem Rücken tragen, es aufblasen, und schon geht’s los mit dem sportlichen Vergnügen. Doch was des einen Freud, ist des anderen Leid: In den Strandbädern wird’s immer enger. Und lauter.

Die erste Einrichtung in der Region, die ab kommender Saison die Mitnahme von SUPs rigoros verbietet, ist das Strandbad in Seehausen. Verkehrsamtsleiterin Rosemarie Biehler, die zudem Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins ist, der das Strandbad betreibt, hat die Entscheidung schon auf einem entsprechenden Aushang veröffentlicht. „Wir haben die Reißleine gezogen, weil sich immer mehr Badegäste bei uns beschwert haben“, erklärt sie. Da die Paddler mit ihren Brettern – an einem Tag hat sie sage und schreibe 65 Stück gezählt – oft auch durch Bade- und Schwimmbereiche gleiten, komme es immer wieder und immer häufiger zu drängender Enge auf dem Wasser. Aber auch an Land häufe sich der Unmut darüber, dass die Besitzer der recht ausladenden Boards diese gern in den Schatten legen – und damit begehrte, sonnengeschützte Plätze besetzten.

Streit mit rücksichtslosen Stand-Up-Paddlern

Im Strandbad Seehausen sind SUPs ab 2019 verboten.

Auch die Uferzone sei so voll, dass es manchem Schwimmer nur mit akrobatischen Übungen gelinge, ins kühle Nass zu gelangen. „Unsere Badeaufsicht ist nur noch am Hin- und Her-Rennen, um Streit unter den Badegästen und den oft rücksichtslosen Stand-up-Paddlern zu schlichten“, betont Biehler aufgebracht. Außerdem sei es ein weiteres Ärgernis, dass viele Paddler vom Wasser aus ins Bad gelangen – natürlich ohne Eintritt zu bezahlen. „Das geht gar nicht, ist aber letztendlich nicht wirklich zu kontrollieren.“ Nun ist in Seehausen bald Schluss mit dieser trendigen Wassersport-Art. „Die Meinungen über unsere Entscheidung sind geteilt, manche reagieren erbost, andere sind erleichtert“, erklärt Biehler. Sie gibt sich kämpferisch: „Wir ziehen das jetzt durch, egal, was kommt.“

Martin Metzner vom Uffinger Alpenblick Bad sieht die ganze Sache ein wenig gelassener, allerdings stellt auch er fest: „Die SUPs werden immer mehr, wir können sie aber nicht verbieten.“ Das wolle er auch nicht, da es – bis jetzt – keine Probleme gegeben habe. „Wenn es noch mehr werden, müssen wir uns aber in der Tat etwas einfallen lassen“, räumt er ein. Diejenigen, die vom Wasser auf ihren SUPs anlanden, schickt der resolute Pächter gleich wieder fort. „Da haben wir ein Auge drauf“.

Murnauer Strandbad-Pächter hat schon Hausverbote erteilt

Einigen Paddlern hat Kurt Höller vom Strandbad Murnau, der auch das Seerestaurant „Lido“ betreibt, schon „Hausverbot“ erteilt. „Die rücksichtslosen Paddler sind bei uns nicht gern gesehen“, sagt er. Meist reiche es aber, darum zu bitten, die Boards am Rand zu deponieren und keine Liegefläche zu blockieren, gerade am Wochenende nehmen die Bretter ansonsten viel zu viel Platz weg. Damit es nicht noch mehr werden, verzichtet er auf einen eigenen SUP-Verleih.

Für die Kreiswasserwacht Garmisch-Partenkirchen, die auch für den Staffelsee zuständig ist, bedeuten die vielen Paddler zwar zusätzliche Arbeit, „aber dafür sind wir ja schließlich da“, meint ihr Vorsitzender Marc Lehmann. Auch er betont, dass es – noch – keine gravierenden Probleme mit den vielen Paddlern gebe. „Aber wir appellieren an sie, vorsichtiger zu sein. Oft unterschätzen sie Sonne und Gewitter und geraten in Not.“ Dass die vielen SUPs für Schwimmer häufiger zum Ärgernis werden, komme vor, besonders in der beliebten Murnauer Bucht. Aber der See gehöre nun einmal allen. Waren es vor zehn Jahren noch die Luftmatratzen, die das Wasser flächendeckend bevölkerten, sei nun der Boom von SUPs, der vor fünf Jahren begann und inzwischen immense Ausmaße annimmt, unaufhaltbar. Mit all seinen Vor- und Nachteilen.

An der Loisach hat ein Stand-Up-Paddler Gutes getan. Was genau, lesen Sie hier. Am Schliersee hingegen endete ein Ausflug mit einem Stand-Up-Paddel-Board tragisch.

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