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Premiere:Zur ersten Bürgerversammlung für Senioren kommen rund 30 Interessierte. Am Pult steht Rainer Paschen (SBM), rechts sitzt Rathauschef Rolf Beuting.

Erste Bürgerversammlung für Senioren

Staffelseebus: Gemeinde Murnau prüft Ersatz

Der Staffelseebus ist, wie es aussieht, bald Geschichte. Doch vielleicht bringt der Markt Murnau ein ähnliches Angebot an den Start. Erste Überlegungen skizzierte Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) am Mittwoch anlässlich der ersten Bürgerversammlung für Senioren.

Murnau – Es war als „Experiment“ gedacht. Die „Versuchsanordnung“ trug den Namen Erste Bürgerversammlung für Senioren. Die Resonanz im Murnauer Kultur- und Tagungszentrum war am Mittwoch allerdings überschaubar. Rund 30 Interessierte erschienen, um sich über aktuelle, für die ältere Bevölkerungsgruppe relevante Themen zu informieren und kundzutun, wo der Schuh drückt.

Weit oben auf der Agenda steht bei den Senioren die Mobilität. Auf diesem Gebiet gibt es bekanntlich einen Rückschlag. Denn der Staffelseebus stellt im Dezember seinen Betrieb ein. Dann existieren nur noch die zwei Schülerfahrten in der Früh und mittags. Der Murnauer Seniorenbeirat (SBM) kritisierte die Entscheidung massiv. Das Gremium nannte das Ende des Staffelseebusses „eine falsche Entscheidung mit fatalen Folgen“. In der Senioren-Bürgerversammlung erneuerte der Vorsitzende Rainer Paschen seine Kritik: „Das ist ein Ärgernis erster Ordnung.“

Auch Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gefällt der Beschluss des Kreistags überhaupt nicht. „Ich finde das sehr schade.“ Gerade für Senioren, aber auch für Jugendliche sei ein solches Angebot sehr wichtig. „Das kann nicht ersatzlos wegefallen“, betonte der Bürgermeister – und präsentierte erste Ansätze für einen Murnauer Ortsbus. „Wir werden uns als Gemeinde Gedanken machen, ein bezahlbares Busangebot im Ort zu schaffen. Das muss eine Linie sein, die sich kreisförmig um das Zentrum bewegt.“ In einem ein- oder zumindest zweistündigem Takt, der Bus müsse immer zur selben Zeit an der jeweiligen Haltestelle sein. Diese müsse auch gut erkennbar sein. Die Qualität des Angebots könne man dann selbst bestimmen, und man müsse „nicht weiter als Bittsteller da stehen“. Denn die Kommune habe das Landratsamt jahrelang in Kooperation mit dem SBM auf Mängel der Buslinie hingewiesen und nachgehakt, um die Qualität zu verbessern. „Leider hat das nicht gefruchtet“, beklagte Beuting.

Freilich: Auch die Marktgemeinde Murnau hat aufs Geld zu schauen. Man will prüfen, was ein eigenes Angebot kostet. Die Kommune könne sich nicht alles leisten. „Es darf kein Fass ohne Boden sein“, betonte Beuting. Als solches hatten letztlich die Kreisräte den Staffelseebus eingestuft. Die Linie schrieb jährlich ein Defizit von 50 000 Euro.

Doch nicht nur die Mobiliät bewegt die Gemüter der älteren Generation. Auch der Streit um den geplanten Zaun am Aussichtspunkt Vier Linden kam zur Sprache. Anliegerin Helga Michler fragte den Bürgermeister: „Ist es nicht möglich, mit dem Besitzer zu reden und sich gütlich zu einigen?“ Das hat Beuting nach eigenen Angaben vor. Er wolle anbieten, dass die Gemeinde die betreffende Wiese pflegt. „Voraussetzung dafür ist, dass sie nicht eingefriedet ist.“

Darüber hinaus kamen noch weitere seniorenrelevante Themen auf den Tisch, angefangen vom bezahlbaren Wohnraum und Winterdienst über die Radwegsituation und Ampelschaltungen bis hin zur Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer und manches mehr. Rund eindreiviertel Stunden dauerte das „Experiment“ am Ende.

Roland Lory

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