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Optimistisch waren die Beteiligten beim Start der Staffelseebus-Linie im Jahr 2015. 

Öffentlicher Nahverkehr am Staffelsee

Buslinie: Murnau ist am Zug

Der Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss (ULAS) des Kreistags hat entschieden, den Vertrag für den Staffelseebus nicht zu verlängern. Doch das bedeutet nicht das Ende des defizitären Angebots. Der Markt Murnau will in Kürze ein Konzept präsentieren.

Murnau – Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) legt sich weiter ins Zeug für den Erhalt des Staffelseebuses. So ergriff er jetzt auch in der Sitzung des Umwelt- und Landwirtschaftsausschusses (ULAS) des Kreistags in Schwaiganger das Wort. „Wir brauchen ein anderes Unternehmen“, betonte der Rathauschef. Das bisherige biete zu wenige Zusatzfahrten an. Momentan organisiert den noch laufenden Probebetrieb die DB Oberbayernbus/RVO, wobei ein Subunternehmer im Einsatz ist.

Die Debatte um den Staffelseebus läuft schon seit Jahren. Das Angebot ist zwar günstig und auch klimafreundlich, doch es wird schlecht genutzt. Daraus ergibt sich ein Defizit von rund 50 000 Euro im Jahr. Die Landkreis-Verwaltung prüfte nun, ob Anruftaxis machbar wären, und zwar von Grafenaschau zum Bahnhalt Grafenaschau (Westried). Doch das haut nicht hin. „Es wurden neun Taxiunternehmen in und um Murnau angeschrieben“, hieß es. Allerdings habe sich keines bereit erklärt, mit dem Landkreis einen Vertrag abzuschließen und Fahrten zu übernehmen.

Die Kreisräte entschieden am Ende, wegen der geringen Auslastung und des hohen Defizits den bestehenden Vertrag für Zusatzfahrten auf der Linie 9621 nicht zu verlängern. Der dreijährige Probebetrieb endet – inclusive einer dreimonatigen Verlängerung wegen der Landesausstellung in Ettal – am 7. Dezember.

Doch das ist nicht das Ende des Staffelseebuses. Die Marktgemeinde Murnau ist am Zug. Eigentlich hätte diese dem Landkreis bereits ein Konzept mit Fahrplan und Kostenschätzung vorlegen sollen. Doch bis zur ULAS-Sitzung war das nicht geschehen. Schwaigens Rathauschef Mangold erklärte, dass der Murnauer Vorschlag seines Wissens bis Mitte Februar vorliegen soll.

Das dortige Rathaus hält sich bezüglich Details bedeckt. „Erst am Dienstag“ könne man „nähere Informationen mitteilen“, erklärte dazu am Freitag die stellvertretende Geschäftsleiterin Kreszentia Oppenrieder.

Mitte Januar hieß es, dass Murnaus Klimamanager Patrick Fierhauser dabei sei, mit Unterstützung eines Fachbüros ein Konzept zu erarbeiten, das den Staffelseebus fit für die Zukunft machen soll. Er zeigte sich damals überzeugt: „Der Bedarf ist definitiv da.“ Es gehe darum, den Bürgern eine Alternative zum Auto anzubieten. Nur müsse man die Verbindungen benutzerfreundlicher gestaltet. Dazu zählten etwa ein regelmäßiger Fahrplan, eine klare Routenführung und Anschlüsse an die Bahn.

Die Kreis-Verwaltung empfiehlt Murnau, einen Antrag zu stellen. Inhalt: Der Kommune solle die Zuständigkeit für den öffentlichen Personennahverkehr auf ihrem Gemeindegebiet übertragen werden. „Dann könnte der Markt Murnau eine Stadtbuslinie nach seinen Vorstellungen verwirklichen.“

Auch Zahlen bekamen die Kreisräte präsentiert. Demnach sind in Grafenaschau bei sechs Fahrten im Durchschnitt am Tag nur 4,9 Personen in den Bus gestiegen. Das heißt, dass dort bei mindestens einer niemand das Gefährt betrat. Bei den fünf weiteren Fahrten war es im Mittel nur ein Bürger. Mangold zweifelte diese Zahlen an. Nach seinen Recherchen könne das so nicht stimmen.

Roland Lory

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