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Murnauer Feuerwehrhaus: Standort alter Volksfestplatz bleibt

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Von: Andreas Mayr

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Der Parkplatz unterhalb des Rewe-Marktes in Murnau: An dieser Stelle soll, so ist aktuell der Plan, das neue Feuerwehrhaus errichtet werden. Im Untergrund schlummern Altlasten.
Der Parkplatz unterhalb des Rewe-Marktes: An dieser Stelle soll, so ist aktuell der Plan, das neue Feuerwehrhaus errichtet werden. Im Untergrund schlummern Altlasten. © Roland Lory

Seit einer halben Ewigkeit wird in Murnau über ein neues Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr debattiert. Am Donnerstag stand das Thema mal wieder auf der Tagesordnung im Marktgemeinderat. Ein Ergebnis: Bis Ende November dieses Jahres soll eine Machbarkeitsstudie zur Tiefgarage vorliegen.

Murnau – Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hatte einen Brand zu löschen. Gewiss nur im übertragenen Sinne, aber die Flammen loderten bereits recht hoch. Nachdem der Murnauer Bürgermeister wieder nicht zur Jahresversammlung der örtlichen Wehr im Juni erschienen war, entlud sich dort das Unverständnis der wütenden Feuerwehrler. Sie wollten doch nur wissen, wie und wann sie endlich an ihr neues Haus kommen. „Seit 2019 bewegt sich wenig“, hielt Feuerwehrreferent Michael Hosp von der CSU fest. Nun ist Beuting symbolisch mit einem großen Löschfahrzeug und einem Mannschaftswagen angerückt. Er hat Klaus Tworek, den Marktbaumeister, und Karl Steingruber, den Chef der Gemeindewerke, mitgenommen zu einer „großen und positiven Besprechung“, wie es Hosp formulierte. Vier Tage später, am Montag dieser Woche, referierte Klaus Tworek noch vor versammelter Feuerwehrmannschaft. Gelöscht, ist gelöscht, doch jetzt geht es an die Arbeit.

Beschlossen hat der Marktgemeinderat am Donnerstag nichts – und genau damit ein klares Signal gesendet: Die Pläne bleiben dieselben. Auf dem alten Volksfestplatz neben dem Rewe-Markt entstehen das neue Einsatzzentrum sowie eine Tiefgarage oder ein Parkdeck. Im Nachhinein kann man sich die Frage stellen, wieso dafür erst zwei Jahre verstreichen mussten, wo doch der Standort bereits im Juli 2019 festgezurrt worden war. Nach der unmissverständlichen Botschaft des Fachbüros IBG Keller hatte sich die Debatte erledigt: Mit Ausnahme des Areals an der Kellerstraße erfüllen die Alternativen die Hilfsfristen nicht zufriedenstellend. So deutlich steht’s im Analysepapier.

Welf Probst geht auf die Umfahrung ein.
Welf Probst geht auf die Umfahrung ein. © Christian Fellner

Der Zeitplan hin zum neuen Feuerwehrhaus ist ausgearbeitet. Bis Ende November des Jahres soll eine Machbarkeitsstudie zur Tiefgarage vorliegen. 25 000 Euro hat der Werkausschuss dafür angesetzt. Zu klären sind Fragen zur Größe, zu den Kosten, Zufahrten und zur Nutzung. „Eine Tiefgarage sieht nicht mehr aus wie vor 30 Jahren“, betonte Beuting, „da kann man sich noch viel mehr vorstellen“. Die Gemeindewerke bringen ein Mobilitätshub ins Spiel, eine Station für Angebote wie Car- und Bikesharing, Ladestationen für E-Fahrzeuge, Radstellplätze oder eine Packstation. Eine Parkanlage an dieser Stelle, egal ob nun Tiefgarage oder Parkdeck, „könnte einen erheblichen Mehrwert für Murnau und die zukünftige Mobilität mit sich bringen“, erklärte Steingruber. Über die Tiefgarage unterhält sich nun der Werkausschuss, wobei jeder Gemeinderat mitmachen darf, der möchte, wie der Bürgermeister klar stellte.

Michael Hosp ergreift das Wort.
Michael Hosp ergreift das Wort. © Andreas Mayr

2022 steht der Architektenwettbewerb für den Neubau des Feuerwehrhauses an. Im Arbeitskreis haben sie sich auf vier Prämissen verständigt, die die Planer in ihren Ausführungen aufgreifen müssen: Sie sollen die Parkgarage nicht vergessen, an gemeindliche Wohnungen im Obergeschoss denken, Stellplätze für den benachbarten Lebensmittelmarkt sowie die Pläne zu einer Umgehungsstraße berücksichtigen, was vor allem Welf Probst (Freie Wähler) nochmals monierte. „Wir sollten Klarheit haben, wo eventuell ein Tunnel gebaut werden kann“, betont er. Das Staatliche Bauamt hat erste Ergebnisse seiner Prüfung für Ende 2021 angekündigt. Ab 2023 beteiligt der Markt die Bürger im Zuge der Entwurfsplanung. Außerdem wird die Mülldeponie, in der Altlasten lagern, saniert. 2024 startet schließlich der Bau, der erfahrungsgemäß zwei bis drei Jahre dauert. Acht Millionen Euro, bestätigt das Finanzressort, hält Murnau im Investitionsplan vor. Noch keine Angaben macht die Verwaltung zu Fördermitteln sowie dem Preis der Parkflächen. „Allen ist klar: Der Großteil wird bei der Gemeinde bleiben“, sagte Beuting.

Wie Gemeinderat Hosp, der als Feuerwehreferent sprach, bezeichnete der Bürgermeister die Zeitschiene als realistisch – und richtete am Ende versöhnliche Worte gen Feuerwehr, die mit etwa zehn Mann zur Sitzung gekommen war: Nach all dem Hin und Her, dem Gezerre und Gerede müsse man eine Entscheidung fällen. „Das sind wir der Feuerwehr schuldig.“

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