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Mehr Platz: Auf dem alten Volksfestgelände an der Kellerstraße soll das neue Gerätehaus der Feuerwehr entstehen. 

Deponie-Müll muss entfernt werden

Standort für neues Feuerwehrhaus: Gemeinderat legt sich auf alten Volksfestplatz fest 

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Murnaus Feuerwehr ist ihrem Ziel, ein neues Gerätehaus zu bekommen, ein gutes Stück nähergerückt. Denn der Gemeinderat hat sich auf den favorisierten Standort festgelegt: Entstehen soll der Neubau auf dem alten Volksfestplatz an der Kellerstraße. Allerdings muss dort zuerst die ehemalige Deponie beseitigt werden – ein ziemlich teures Unterfangen.

Murnau – Die letzte Sitzung des Murnauer Gemeinderats vor den Sommerferien war emotional aufgeladen. Mehrmals gerieten die Volksvertreter am Donnerstagabend aneinander – der (Vor-)Wahlkampf ließ grüßen. Dies mag auch daran gelegen haben, dass Rathaus-Chef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) einige Top-Themen, die über reichlich Konfliktstoff verfügen, auf die Tagesordnung gesetzt hatte.

Dazu zählte das Dauerthema Feuerwehrgerätehaus. Das bisherige Domizil der Rettungsorganisation am Viehmarktplatz platzt bekanntlich aus allen Nähten. Seit Jahren wird um eine Lösung des Problems gerungen. Was sich in zurückliegenden Sitzungen bereits abgezeichnet hatte, wurde nun endgültig mit einer breiten 20:1-Mehrheit beschlossen: Der anvisierte Neubau soll auf dem alten Volksfestplatz neben dem Rewe-Markt errichtet werden. „Der Standort ist gut“, befand Beuting, da dieser einsatztaktisch relativ günstig in der Ortsmitte liege. Nur Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) brachte städtebauliche Einwände und stimmte dagegen.

Murnaus Floriansjünger – eine größere Delegation verfolgte im Rathaus-Saal die öffentliche Debatte – müssen sich allerdings noch gedulden: Denn bevor die ersten Steine des Bauvorhabens gesetzt werden können, stehen sehr aufwändige Vorarbeiten an. An der besagten Stelle an der Kellerstraße, genauer gesagt im südlichen Bereich, befand sich nämlich früher eine Deponie, in der jede Menge Unrat abgeladen wurde, angefangen bei Hausmüll und Dachpappen bis hin zu Brand- und Bauschutt, Metallen und Kunststoffen. Der vom Markt beauftragte Bodengutachter Jörg Weindl, der in der Sitzung die Ergebnisse seiner Untersuchungen vorstellte, schätzt die Menge, die im Boden schlummert, auf 20 000 Tonnen. Das ist kein Pappenstiel.

Die Gemeinderäte entschieden sich, in den sauren Apfel zu beißen und das Material abtragen zu lassen, um bei der anschließenden Entwicklung des Areals das gesamte Potential nutzen zu können. Überlegt wird beispielsweise, gleich noch eine Tiefgarage zu bauen. Die Redner waren sich einig, dass kein Weg an einer Beseitigung der Altlasten vorbeiführt. „Wir müssen das Geld in die Hand nehmen“, meinte etwa Michael Hosp (CSU), der selbst bei der Feuerwehr aktiv ist. „Wir haben keinen anderen Standort“, fügte seine Fraktionskollegin Regina Samm hinzu.

Günstig wird die Aktion nicht, die nach Ansicht Weindls ausgeschrieben gehört und vermutlich sechs bis neun Monate dauert. Der Experte geht von Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro netto aus. „Es ist eine ziemliche Fieselarbeit, eine Deponie auszuräumen“, erklärte er. Der Abfall müsse abgetragen, sortiert und entsorgt werden. Und dann kommen mit Sicherheit noch mehrere Millionen für den eigentlichen Bau hinzu.

Beuting bekam mit Blick auf das Prozedere einiges an Kritik zu hören. Moniert wurde, dass er das Mammutprojekt angeblich nicht mit Nachdruck vorantreibe. „Ich finde das Ganze sehr verzögernd“, schimpfte Freie-Wähler-Chef Welf Probst. In seinen Augen müsste schon längst eine Kostenkalkulation auf dem Tisch liegen. „Ich hätte gern ein Zahlengerüst: Wie können wir uns das leisten?“, forderte er. Beuting wehrte sich gegen den Vorwurf seines Widersachers – und bezeichnete dessen Argumentation als „billig“. Die Sache werde sehr wohl „konsequent behandelt“.

Strittig war ebenfalls die Frage, ob auf dem Gelände Flächen für das Bayerische Rote Kreuz (BRK) möglich sein sollen. Einige Gemeinderäte konnten sich mit der Idee eines Blaulicht-Campus nicht anfreunden – und verwiesen auf die ihrer Meinung nach bestehende Gefahr, damit der Feuerwehr wichtige Erweiterungsoptionen zu nehmen. Eine Sichtweise, die andere wiederum als „Populismus“ brandmarkten. Im Raum stand nach einem hitzigen Wortgefecht sogar eine Kampfabstimmung, zu der es aber nicht kam. Am Ende verständigte man sich darauf, zuerst die BRK-Position abzuklären, bevor Nägel mit Köpfen gemacht werden.

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