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Hier geht es eng zu: das Clostermann-Haus (l.) mit Grundstück. Mehrere BRK-Fahrzeuge parken im Freien – die Garagen sind mittlerweile zu klein für sie.

Varianten werden in den nächsten Monaten geprüft

Standort-Debatte bei BRK und Feuerwehr: Blaulicht-Campus rückt ins Blickfeld

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Die Murnauer Rettungsorganisationen Feuerwehr und BRK eint ein Problem: Ihnen fehlt an ihren Standorten ausreichend Platz. Verschiedene Lösungen kommen auf den Prüfstand. Eine mögliche: ein Blaulicht-Campus in Murnau.

Murnau– Natürlich: Freiwillige Feuerwehr und Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) in Murnau machen immer wieder gemeinsame Sache. In Notfällen, wenn schnelle Hilfe nötig ist, treffen die Retter beider Organisationen oft aufeinander. Danach trennen sich die Wege: Die Wehrleute kehren zurück zur Feuerwache am Viehmarktplatz, die BRK-Kräfte zum Clostermann-Haus an der Seidlstraße. Hüben wie drüben treten allerdings die gleichen Schwierigkeiten auf: Es ist viel zu eng, das Raumangebot entspricht modernen Anforderungen nicht mehr.

Möglich, dass sich für zwei separate Problemstellen eine große gemeinsame Lösung findet: ein Blaulicht-Campus für BRK und Feuerwehr, ein zusammenhängender Komplex auf dem Areal des alten Volksfestplatzes in der Nähe des Rewe-Supermarkts. Das Gelände gilt bislang als Alternative, sollte sich ein Verbleib der Brandschützer am Viehmarktplatz als nicht sinnvoll herausstellen. Nun spielt auch das BRK in diesen Überlegungen eine Rolle; schon in der Vergangenheit hatte es den Gedanken gegeben, ein gemeinsames Rettungszentrum einzurichten. Aktuell steckt die Idee in den Kinderschuhen. Diese Variante soll in den nächsten Monaten genauso geprüft werden wie andere Möglichkeiten: dass BRK und Wehr jeweils am alten Standort bleiben – nach Sanierung und Erweiterung beziehungsweise Neu- oder Umbau.

Einen Austausch gab es bereits. Vertreter von Feuerwehr und BRK-Kreisverband trafen sich mit Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und Marktbaumeister Klaus Tworek. Welche Richtung man einschlagen werde, sei „völlig offen“, sagt Beuting. Ein Campus berge „bestimmt einige Vorteile, aber ich kann vor Beginn einer Prüfung nicht wirklich einschätzen, ob dieser wirklich machbar wäre“ – sowohl technisch als auch vom Platzangebot her. Beuting sichert dem BRK Unterstützung bei allen Denkvarianten zu. Es gehe „auch darum zu untersuchen, was am alten Standort möglich ist und ob es dort eine Zukunft gibt für das BRK und die angeschlossenen Organisationen“ – von der Rettungswache über die Bereitschaft bis hin zur Bergwacht.

Murnaus Feuerwehr-Spitze macht aus ihrer Präferenz kein Geheimnis: Sie favorisiert einen Neubau am Viehmarktplatz. Kommandant Florian Krammer betont, dieser liege einsatztechnisch ideal, viele Mitglieder wohnten in der Nähe und seien im Notfall schnell vor Ort. „Aber wir sind für alles offen.“ Er könne allerdings momentan nicht sagen, ob sich ein Blaulicht-Campus verwirklichen lasse. „Es gibt Vor- und Nachteile, wenn alle unter einem Dach sind.“ Man müsse die Bedürfnisse beider Organisationen abklopfen. „Es gehört mehr dazu, als ein Haus hinzustellen“, sagt Krammer. Er hoffe, „dass wir im Sommer weiter sind und wissen, wohin es beim Standort geht“. Man könne das Vorhaben nicht auf die lange Bank schieben.

Auch BRK-Kreisgeschäftsführer Klemens Reindl sieht für seinen Bereich raschen Handlungsbedarf. „Das Thema brennt mir auf den Nägeln, wir wollen und müssen hier weiterkommen.“ Reindl möchte bereits den Herbst für Planung und die Finanzierungsfrage nutzen, um im kommenden Jahr „loslegen zu können“. Spätestens nach den Sommerferien müsse er Bescheid wissen: Bleibt die Feuerwehr am alten Standort – und damit auch das BRK? Oder zieht sie um? „Dann ist eine Campus-Lösung vorstellbar“, sagt Reindl. Der BRK-Vorstand habe zwar mal entschieden, an Ort und Stelle festzuhalten, fügt der Kreisgeschäftsführer hinzu: „Doch wenn es eine bessere Lösung gibt, werden wir uns dieser nicht verschließen.“

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