Anerkennung für die Retter: Mitglieder der Motorradgruppe übergeben den symbolischen Scheck an den neuen Stationsleiter Stephan Knödler (4.v.l.). Dabei ist war die diensthabende Besatzung mit (v.l.) Notarzt Dr. Martin Wellenkamp, Rettungsassistent Claus Nopp und Pilot Ralph Schumacher. Foto: ADAC Südbayern

Führungswechsel bei Murnauer Luftrettern 

Neuer Stationsleiter ist ein Altbekannter

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Am Murnauer Stützpunkt der ADAC-Luftrettung gab es einen Führungswechsel: Stephan Knödler hat das Steuer übernommen. Für den 39-Jährigen bedeutet der neue Posten ein Wiedersehen mit Altbekanntem.

Murnau– Irgendwie schloss sich damit ein Kreis. Stephan Knödler hatte seine ADAC-Karriere 2005 als Co-Pilot auf dem Rettungshubschrauber Christoph Murnau begonnen, dessen Hangar an der Unfallklinik steht. 2012 wechselte er auf den ADAC-Stützpunkt Lünen (Westfalen) und übernahm 2015 die Stationsleitung auf Christoph Westfalen in Greven. Nun kehrte Knödler, der seine Pilotenausbildung 2000 in Kalifornien aufgenommen hatte, zurück zu seinen ADAC-Wurzeln: nach Murnau. Der 39-Jährige aus Remstal bei Stuttgart löste Heiner Wehberg als Stationsleiter ab, der den Posten seit 2012 besetzt hatte und intern nach Straubing wechselte.

16 Notärzte und 7 Rettungsassistenten der Unfallklinik sowie 4 Bordtechniker und 3 Piloten des ADAC decken die Einsätze von Christoph Murnau ab. Der Heli bewältigte 2016 hinter Straubing „die zweitmeisten in Bayern“, sagt Stefan Dorner, Leiter der Pressestelle des ADAC Südbayern. Christoph Murnau startete 1519mal zu Einsätzen. Die Zahl wuchs deutlich an: „Das waren 134 mehr als im Vorjahr“, betont Dorner; dies bedeutet eine Steigerung um knapp zehn Prozent. In 1157 Fällen war der gelbe Hubschrauber als schneller Notarztzubringer unterwegs oder transportierte Patienten in eine Fachklinik. 200mal fungierte Christoph Murnau als fliegende Intensivstation, in dem Menschen in andere Krankenhäuser verlegt wurden. Dabei war Christoph Murnau fast ausnahmslos in Bayern unterwegs.

Immer wieder kommen die Luftretter verunglückten Motorradfahrern zu Hilfe. Die Biker sind für diesen Einsatz dankbar. Vertreter der Facebook-Motorrad-Gruppe „Knieschleifer – aus Überzeugung“ sammelten und spendeten jüngst 1000 Euro an die ADAC-Luftrettung. „Leider kommt es auch bei uns immer wieder zu Motorradunfällen, die uns vor Augen führen, wie wichtig schnelle notärztliche Hilfe ist“, wird Gruppensprecher Christoph Seitz in einer Pressemitteilung zitiert.

Für Biker hat die Saison bereits begonnen, Bergwanderer stehen in den Startlöchern. Auf Einsätze mit der Rettungswinde haben sich die Besatzungen von Christoph Murnau jüngst am Sudelfeld bei Bayrischzell vorbereitet. In den Szenarien ging es unter anderem darum, einen schwer erreichbaren Bergwanderer nach einem Herzinfarkt zu versorgen. Der Pilot musste bei dem anspruchsvollen Flugmanöver den Hubschrauber möglichst ruhig über der Einsatzstelle schweben lassen. Der Bordtechniker stand bei geöffneter Seitentür auf Heli-Kufen und seilte Notarzt sowie Rettungsassistent per Winde zu einer Puppe ab. Diese wurde nach der Erstversorgung samt Rettern in die Maschine gehievt. Die Herausforderung für die medizinische Besatzung bestand darin, das Bergeverfahren sicher zu beherrschen und den Patienten unter schwierigen Bedingungen optimal zu behandeln.

Im Jahr 2016, sagt Stefan Dorner, sei die Winde von Christoph Murnau rund 170mal benötigt worden, heuer stehen bislang 34 dieser Einsätze zu Buche.

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