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Überflieger: Der größte der drei Jungstörche dreht bereits seine Flugrunden in der Umgebung des Nests. Die beiden Geschwister schauen noch zu.

Rekordjahr bahnt sich an

Störche in Murnau: Drei Junge haben überlebt

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Erfreulicher Rekord bei den Störchen: Nie zuvor haben drei Junge im Ort überlebt. Der größte Jungstorch fliegt bereits

Murnau – Die Murnauer Jungstörche werden langsam flügge: Das größte und stärkste Jungtier dreht bereits seit wenigen Tagen kleine Flugrunden in der Nachbarschaft des Horsts. Bei den beiden Geschwistern, die noch nicht ganz so weit entwickelt sind, steht dieser Schritt nach Einschätzung von Michael Schödl „kurz bevor. Sie würden auch gerne, trauen sich aber noch nicht so“, erklärt der Geschäftsführer der Regionalgruppe Garmisch-Partenkirchen/Weilheim-Schongau des Landesbunds für Vogelschutz (LBV). Er sieht die Jungstörche, die Anfang Mai geschlüpft waren, in bester Verfassung: „Es sehen alle gut aus.“ Ein wirkliches Sorgenkind gibt es heuer nicht: Die Futterlage passte, und auch die Witterung spielte mit. Murnaus Weißstörche konnten sich lehrbuchmäßig entwickeln und haben nun eine stattliche Größe erreicht.

Ein Spitzenjahr für Murnau - drei überlebende Störche gab‘s noch nie

Damit steuert der Ort auf einen Rekord zu: Drei überlebende Tiere hatte man bisher nie auf dem Nest der Emanuel-von-Seidl-Grundschule. „Ein Spitzenjahr für Murnau“, freut sich Schödl. Selbst 2016 kam letztlich nur ein Storch durch. Einer verunglückte spät, als er bereits flügge war. Und 2015 hatte es nur „Muki“ geschafft – als erstes Junges in Murnau überhaupt. Die Altvögel hatten ihren Nachwuchs damals hungern lassen, um ihn dazu zu bringen, das Nest zu verlassen. Das tat „Muki“ dann auch – allerdings fehlte es ihm an den nötigen Voraussetzungen: Sein Federnwachstum war verzögert, er konnte noch nicht fliegen und wurde wiederholt im Umfeld des Horsts am Boden aufgelesen, bevor der LBV ihn kurzzeitig in Obhut nahm (wir berichteten). „Wir hoffen, dass das dieses Jahr besser klappt, ohne dass wir groß unterstützen müssen“, sagt Schödl. Die Murnauer sind jedenfalls gewarnt: Stolzieren plötzlich Jungstörche im Zentrum herum, dann besteht Handlungsbedarf – bevor ein Hund den Braten riecht oder ein Auto Gefahr bedeutet.

Unterricht im Futtersuchen und All-inklusive-Catering im Nest

Generell gilt: „Wir haben ein sehr gutes Storchenjahr“, sagt Schödl. In Weilheim gibt es fünf Jungtiere, in Obersöchering sind es wie in Murnau drei. Im September werden die allerorts in der Region tierisch beliebten Vogelstars in Richtung Afrika aufbrechen, ins Winterlager. Vorerst bleiben die Jungspunde noch in der Obhut der Eltern, die vermutlich die Nächte zur Sicherheit weiter in Horstnähe verbringen. Der Murnauer Storch, der bereits fliegt, lernt von den Alten, wie er Futter findet. Ansonsten gibt’s noch All-inklusive-Catering im Nest. Knapp drei Kilogramm Futter braucht die Familie – pro Tag. Die Altvögel haben irgendwann die Nase voll von der anstrengenden Nahrungsbeschaffung, schränken den Service ein und signalisieren ihrem Nachwuchs damit: Raus aus dem Nest!

Schödl geht davon aus, dass es sich bei dem Murnauer Paar um jenes aus dem Vorjahr handelt, das nun von seinem gewachsenen Erfahrungsschatz profitiert: „Darauf tippe ich sehr.“ 100-prozentige Sicherheit gibt es in dieser Frage nicht: Die Altvögel tragen keine Ringe, lassen sich also nicht eindeutig identifizieren. Auch die Jungen sollen die Kennzeichnung nicht erhalten, die mit einem gewissen Restrisiko verbunden ist – manches Tier hüpft in Panik aus dem Horst, wenn sich ein Mensch nähert. Das will Schödl vermeiden, gerade im Umfeld der Grundschule. Immerhin haben die Kinder „ihre“ Störche ins Herz geschlossen, so wie viele Murnauer.

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