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Der Ausbau rückt näher: Die Rosenstraße und die benachbarte Fliederstraße werden verbunden.

Betroffene wollten abgespeckte Straßenausbau-Variante

Anwohner nach erfolglosem Kampf frustriert

Der Kampf der Anlieger an der Rosen- und Fliederstraße in Uffing für eine abgespeckte Ausbauvariante war vergeblich. Die Kommune will den Ringschluss herstellen.

Uffing Deutlich mehr Zuhörer als im Normalfall kamen jetzt zur Gemeinderatssitzung im Saal des Uffinger Rathauses. Der Grund: Das Gremium hatte erneut das heikle Thema erstmalige Erschließung der Rosen- und Fliederstraße auf der Tagesordnung. Es ging um die Bedenken und Anregungen, die bei der Auslegung des Bebauungsplans eingegangen waren. Die Gemeinde will einen Ringschluss realisieren, also die beiden Straßen verbinden.

Damit kommt die Variante mit zwei großen Wendehämmern mit 18 Metern Durchmesser nicht zum Tragen. Kreisbrandmeister Josef Gschwendtner hatte diese Maße als nötig angegeben. Doch die Flächenbilanz fällt zugunsten des Ringschlusses aus. Für diesen wird also weniger Grund benötigt, und es müssen auch deutlich weniger Anlieger etwas abtreten.

Die Anwohner lehnen den Ringschluss ab. Sie hätten eine Lösung mit zwei kleineren Wendehämmern favorisiert, die einen Durchmesser von 10,5 Metern haben. Die Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt 06), auf die sich die Gemeinde beruft, hält Anwohner Oliver Michael für nicht bindend. „Das sind Soll-Bestimmungen und keine Gesetze.“ Die Einschätzung des Kreisbrandmeisters bezeichnete er in der Sitzung als „Einzelmeinung“. Es gebe auch anderswo in Uffing kleinere Wendemöglichkeiten.

Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) pochte jedoch drauf, dass die RASt 06 auf wissenschaftliche Erkenntnissen beruhe. „Sie gibt den Stand der Technik wieder. Das sind Dinge, an die wir uns einfach halten müssen.“ Ein Durchmesser von 10,5 Metern, was einem Radius von 5,25 Metern entspricht, wäre nach der RASt 06 bereits für einen Pkw zu klein, argumentiert die Kommune. Vizebürgermeister Josef Diepold (WGU) verwies auf das geltende Recht. „Ich bin überzeugt, das Baugesetzbuch gibt diese Erschließung her.“ Die Kommune sei im Grunde verpflichtet, diese vorzunehmen, wobei er auch auf die Geschichte einging. „Dort stehen seit 50 bis 60 Jahren Wohnhäuser, die nach dem Gesetz nicht erschlossen sind. Hätte der Gemeinderat den Ausbau nicht beschlossen, die Pflicht zur Erschließung hätte weiter bestanden. Man hätte das Ganze nur verschoben.“

Bei Diepolds Ausführungen „mussten sich viele auf die Lippen beißen“, sagte Anlieger Michael hernach dem Tagblatt. „Wir sind frustriert wegen der mangelnden Bereitschaft, gemeinsam etwas zu entwickeln. Es ist eine Menge Porzellan, das da zerschlagen wird.“ Michael fügt hinzu, dass der Ringschluss einen „Kahlschlag“ bedeute. Sechs bis sieben größere Bäume „gehen über den Jordan“. Der Anlieger beklagt auch, dass seitens der Gemeinde noch keine Hinweise kamen, mit welchen Kosten die Bürger ungefähr zu rechnen haben. Klar ist: Sie müssen den Löwenanteil tragen.

Das weitere Procedere sieht wie folgt aus: Der geänderte Bebauungsplanentwurf wird nochmals ausgelegt, allerdings nur für 14 Tage. Um den Ringschluss herzustellen, braucht die Kommune noch rund 60 Quadratmeter, die in Privatbesitz sind. Falls der Grund nicht freiwillig abgetreten wird, wird es wohl zu einer Enteignung kommen. So ein Verfahren kann etwas dauern. Es ist also durchaus möglich, dass erst 2019 die Bagger anrollen.

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