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Übergabe: Gert Köhler (l.) reicht Bürgermeister Rolf Beuting eine Liste mit rund 30 Unterschriften.

Anlieger fordern Info-Veranstaltung

„Die Emotionen kochen hoch“

Die erstmalige Herstellung von Ortsstraßen hat schon mancherorts für erhebliche Debatten gesorgt. Kein Wunder: Schließlich muss der Bürger den Löwenanteil schultern. In Murnau fühlen sich Anlieger nicht genug informiert und fordern eine Versammlung. Die kriegen sie auch.

Murnau – Schon seit mehreren Jahren werden in Murnau bestimmte Straßen erstmalig hergestellt. Der Obere und Untere Grainbichl im Ortsteil Westried wurde bereits voll ausgebaut oder auch das Eichholz. 2018 sind der Lindenburgweg sowie die Hagener Leite dran. Rund 70 Anlieger sind insgesamt betroffen. In der Regel müssen sie 90 Prozent der Kosten übernehmen, den Rest trägt die Kommune. Bei den anderen Straßen hatte die Marktgemeinde bisher Informationsveranstaltungen für die Anwohner organisiert. Das war diesmal nicht vorgesehen.

Doch das ruft Protest hervor. Gert Köhler, der an der Hagener Leite wohnt, sammelte in den vergangenen Tagen Unterschriften. Das Ziel lautet zum einen, dass eine Versammlung einberufen wird. Zum anderen wollen die Unterzeichner erreichen, dass der Ausbau auf das notwendige Maß reduziert wird.

Die Anlieger fühlten sich „unzureichend informiert“, heißt es in dem Begleittext. „Da wir für 90 Prozent der Kosten aufkommen müssen, erwarten wir ein bürgernahes Mitentscheidungsrecht in Form einer Informationsveranstaltung, wie dies in der Vergangenheit in Murnau üblich war.“ Trotz der vom Bauamt angebotenen Auskünfte blieben „zu viele Fragen unbeantwortet. So erscheinen uns unter anderem die im Planungsentwurf beschriebenen Ausführungen von Pflasterarbeiten oder das Erstellen von Stützmauern suspekt und unnötig kostentreibend“.

Am Dienstagnachmittag überreichte Köhler, von Beruf Klinikreferent, im Rathaus eine Liste mit rund 30 Unterschriften. „Die Emotionen kochen hoch“, betonte der 61-Jährige.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) sagte zu, eine Informationsveranstaltung anzusetzen. „Wenn es gewünscht wird, ist das kein Problem. Das können wir gerne machen.“

Wobei der Rathauschef jedoch auf Erfahrungen hinwies, die die Kommune mit solchen Info-Veranstaltungen machte. Einige Besucher würden dabei die „gesamte Redezeit beanspruchen“. Und viele Bürger wollten etwas über ihre individuelle Situation wissen. Darauf einzugehen, sei bei einer Anliegerversammlung schwer. Im Marktbauamt kümmert sich Tiefbauressortleiter Hansjörg Resenberger um die Thematik. Seine Erfahrungen aus Garmisch-Partenkirchen, wo er früher tätig war, zeigen: „Bei 80 Prozent der Straßen hat eine Auslegung der Pläne ausgereicht. Da kann sich jeder informieren und das Gespräch suchen.“

Auch Köhler war mit seiner Frau bei Resenberger. Allerdings stellten sich dann weitere Fragen, weshalb er sich anschließend an die Kämmerei sowie an die Gemeindewerke wandte. Beuting zeigte Verständnis, dass die Bürger „nicht von Pontius zu Pilatus laufen“ wollen.

Der Rathauschef unterstrich, dass wegen der beiden anstehenden Straßenprojekte „niemand schlaflose Nächte haben“ müsse. „Wir haben nicht vor, eine Luxus-Variante zu bauen.“ Vielmehr werde in der Regel ein „Minimal-Standard“ realisiert.

Roland Lory

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