Soll etwas Besonderes bleiben: Der Murnauer Christkindlmarkt zieht regelmäßig Besucher aus Nah und Fern in den Ort. Foto: königbauer

Streit geht in die nächste Runde

Murnau - Auch wenn der Frühling vor der Türe steht, ist das Thema Christkindlmarkt 2016 beim Veranstalter und Organisator, der Vereinsgemeinschaft Murnau, präsenter denn je. Der Streit zwischen den Vereinen und dem Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger spitzt sich zu.

Anlass sind Aussagen von Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger in einem Interview vom Dezember des vergangenen Jahres. Bittlinger schlägt dabei ein neues Konzept vor (wir berichteten). Im Kern beinhaltet dieses einen Markt, der künftig an vier Wochenenden in Murnau stattfinden soll, um Verkaufsimpulse für den Einzelhandel in den umsatzschwachen Monaten Januar, Februar und März zu setzen. Man wolle damit eine Verbesserung für den Wirtschaftsstandort und den Tourismus in Murnau erwirken. Der Status quo müsse laut Wirtschaftsförderer gehalten und die Weiterentwicklung des Ortes gesichert werden. Das Organisationsteam der Vereinsgemeinschaft äußerte sich jetzt in einem Schreiben über dieses Vorpreschen Bittlingers entsetzt. Es lädt deshalb am 1. März zu einem gemeinsamen Pressegespräch mit den Verantwortlichen der Marktgemeinde und den Vertretern der teilnehmenden Vereine und Organisationen ein.

„Wir sind vor allem deshalb irritiert, weil ein Gespräch mit Vertretern der Marktgemeinde und den Verantwortlichen der Vereinsgemeinschaft angedacht war, bevor man ein neues Konzept in die Öffentlichkeit trägt“, sagt Vereine-Sprecher Josef Bierling. Der ideale Christkindlmarkt-Termin sei für die Teilnehmer schon immer das dritte Adventswochenende gewesen, was nun nicht mehr realisierbar scheint. Von Seiten der Vereinsgemeinschaft möchte man den Markt jedoch in bewährter Weise weiterführen, weil die anderen Adventswochenenden anderweitig ausgebucht sind. Man brauche jetzt dafür Planungssicherheit. „Diese scheint aber nun leider seitens der Marktgemeinde in Frage gestellt“, bedauert Bierling. „Wir haben in den vergangenen Jahren so viel Herzblut und Freizeit eingebracht und so viele positive Eindrücke gewinnen können, dass wir uns für den Fortbestand des Marktes in der gewohnten Form einsetzen werden,“ kündigt er an. Das von Bittlinger vorgeschlagene Konzept könne von den Vereinen in keiner Weise mitgetragen werden, begründet Bierling. Er äußere sich stellvertretend für seine Vereine-Kollegen, die einhellig seiner Meinung seien.

Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger bezweifelt indes auf Tagblatt-Nachfrage, dass alle 27 am Markt beteiligten Vereine den neuen Vorschlag ablehnen, da man sich bislang erst in einem Diskussionsstadium mit allen Beteiligten befinde und noch gar kein Konzept vorgelegt habe. Der Marketing-Experte äußerte auch seinen Unmut über den derzeitigen Schlagabtausch. „Über die Stilisierung des Themas zu einem Showdown muss ich mich schon sehr wundern“, sagt Bittlinger, der in seiner Funktion als Wirtschaftsförderer in Gesprächen stets um Transparenz bemüht sei und Bierling von Anfang an in den Ideen-Austausch für ein neues Christkindlmarkt-Konzept eingebunden habe. „Es geht mir darum, Murnau gemeinsam voranzubringen, und deshalb halte ich es für gefährlich und nicht gut für den Ort, wenn Auseinandersetzungen auf diese Art geführt werden“, erklärt Bittlinger. Von Seiten der Gemeindeverwaltung sei ein Diskussionsprozess begonnen worden, den man nun ergänzend zu den Vereinen mit weiteren Akteuren, wie Hotellerie, Einzelhandel und Gastronomie fortführen wolle. (Gabriela Königbauer)

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