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Streitpunkt: die Zukunft des Kiosks „Platzl am See“.

Streit um Kiosk-Neubau in Murnauer Bucht

CSU im Zickzackkurs

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Was soll aus dem Kiosk „Platzl am See“ werden? Murnaus CSU scheint sich mit dieser Frage schwer zu tun. Erst sprach sich die Fraktionschefin Regina Samm strikt gegen den von Bürgermeister Rolf Beuting favorisierten Neubau aus. Jetzt fordern die Schwarzen genau diesen.

Murnau – Die Ausgangslage in der Debatte um die Zukunft des Kiosks „Platzl am See“ in der Murnauer Bucht ist schon verwirrend genug: Laut Auskunft der Rathaus-Verwaltung beschloss der Gemeinderat im Sommer des vergangenen Jahres mit einer 17:7-Mehrheit in einer nichtöffentlichen Sitzung, das Geschäft, zu dem auch ein kleiner Biergarten gehört, „auf einen Kiosk-Betrieb zurückzuführen“. Die Hintergründe sind bekannt: Das Holzgebäude, das der Marktgemeinde gehört und verpachtet ist, ist in die Jahre gekommen – und das Landratsamt stellte Mängel fest. Doch einige Monate später wurde der Haushaltsplan 2017 verabschiedet, in dem explizit von einem „Neubau“ die Rede ist – und dafür 200 000 Euro reserviert sind. Was gilt jetzt: Nur ein Rückbau oder gleich ein neues Gebäude?

Die CSU schlug in der Sache Anfang Mai Alarm – und griff Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) scharf an. In einem Facebook-Beitrag beschwerte sich die Fraktion über einen „Alleingang“ des Rathaus-Chefs. Dieser plädiert bekanntlich für einen Neubau – und die Verwaltung beauftragte ein Architekturbüro mit ersten Planungen.

Die CSU-Fraktionsvorsitzende Regina Samm sprach sich daraufhin auf Tagblatt-Nachfrage klar gegen dieses Vorhaben aus. Tenor: Ein Rückbau samt Sanierung des Bestandsgebäudes reiche aus. Damit, so das zentrale Argument, halte man sich mit Blick auf die anvisierte Neugestaltung der Murnauer Bucht alle Optionen offen.

Doch das sieht man in der Partei offenbar anders. In einem erneuten Leserbrief, der sich auf den jüngsten Tagblatt-Bericht zum Thema bezieht, schreibt Samm: „Die CSU Murnau steht voll hinter den Betreibern Christian und Kurt Höller und fordert einen Neubau für das Platz’l am See.“ Das heißt: Die Christsozialen wollen genau das, was auch Beuting vorschwebt.

Auf erneute Nachfrage relativiert Samm ihr ursprüngliches Statement. Es habe sich um ihre Einzelmeinung gehandelt, erklärt sie – und nicht um die der gesamten Fraktion. Sie habe nicht gewusst, in welch einem desolaten Zustand sich das Haus befinde. Am besten wäre ihrer Meinung nach ein Ortstermin des Gemeinderats, um sich die Liegenschaft genau anzusehen. Vielleicht komme dann auch sie zum Ergebnis, dass es die beste Lösung wäre, einen neuen Kiosk hinzustellen.

Aber warum kritisiert dann die CSU Beuting? „Es geht um die Vorgehensweise“, sagt Samm. Beuting nehme den Gemeinderat nicht mit – und setze sich über Beschlüsse hinweg. Das komme immer wieder vor. „Den undemokratischen Umgang mit Beschlüssen des Gemeinderates (wie auch z. B. beim Probelauf Pfarrstraße) lehnen wir entschlossen ab“, erklärt sie in dem besagten Leserbrief. Die Fraktionschefin verweist darauf, dass die CSU Murnau bereits 2016 nach einem Lokaltermin im Strandbad gefordert habe, „den alten Kiosk Platz’l am See abzureißen, einen Neubau (mit kleiner Gastronomie) und anständigen Toiletten für die Murnauer Bucht zu bauen“. Doch dies habe der Gemeinderat abgelehnt und sich mehrheitlich „für den Rückbau des Kiosks auf Kosten des Betreibers“ ausgesprochen. Trotzdem seien 200 000 Euro in den Haushalt eingestellt worden. Auf Nachfrage habe Beuting erklärt, dieser Posten sei nur für „vernünftige Toiletten“ gedacht.

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