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Auch bei Fremdparkern beliebt: die Abstellfläche vor den Märkten Aldi und Edeka. 

Strenge Regeln auf Parkplatz im Kemmelpark

Kampf gegen Fremdparker

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Der Abstellplatz des Supermarktzentrums im Murnauer Kemmelpark ist beliebt, nicht nur bei den Kunden. Eine strenge Überwachung soll Fremdparker fernhalten – und sorgt für Kritik.

Murnau – Blaue Schilder auf dem Parkplatz weisen auf die neuen Regeln hin, die seit Ende des vergangenen Jahres gelten: Wer sein Auto auf dem Parkplatz vor dem Einzelhandelskomplex mit den Märkten von Aldi und Edeka im Eingangsbereich des Murnauer Kemmelparks abstellt, braucht eine Parkscheibe – und darf dann maximal 90 Minuten kostenlos stehen bleiben. Bei einer Missachtung droht ein empfindliches Bußgeld in Höhe von 30 Euro. Der springende Punkt: Ein beauftragtes Privatunternehmen zur Parküberwachung ist offenbar ziemlich schnell bei der Sache, wenn es darum geht, Knöllchen zu verteilen. Damit, so die einhellige Aussage von Aldi und Edeka, will man das Problem mit Fremdparkern in den Griff bekommen. Der harte Kurs gehe auf den Eigentümer beziehungsweise die Hausverwaltung zurück. Aldi und Edeka sind nur die Hauptmieter, das Gebäude gehört dem Vernehmen nach einer Investoren-Gesellschaft.

Doch Leidtragende sind anscheinend auch Kunden, die mit der neuen Situation noch nicht vertraut sind. Zum Beispiel konnten sich der Murnauer Georg Rether und seine Frau von der Gewissenhaftigkeit der Kontrolleure überzeugen. Bereits um 8.12 Uhr, also kurze Zeit nach Ladenöffnung, befand sich an der Windschutzscheibe die 30-Euro-Rechnung, weil die Parkscheibe vergessen worden war. „ Das ist Abzocke“, ärgert sich Rether, der sich in der Sache ans Tagblatt gewandt hat. Ihm sei klar, dass es sich um ein Privatgelände handle und das Ganze legitim sei. Dennoch könnte man doch auf die saftige Strafe deutlicher hinweisen. Schließlich sei auf anderen Flächen im Ortsgebiet, die von der Kommunalen Verkehrsüberwachung betreut werden, ein Verstoß gegen die Regeln wesentlich günstiger. In der Tat sind dann meist „nur“ zehn Euro fällig – und angeblich wird dort auch nicht so streng hingeschaut.

Volker Eyernschmalz, der den besagten Edeka-Markt betreibt, weiß, dass einige Besucher alles andere als begeistert sind. Inzwischen hätten sich aber die Stammkunden damit arrangiert. „Wir wollen keinem was Böses“, sagt der Geschäftsmann. Aber man habe handeln müssen, weil Fremdparker unerlaubterweise viele Abstellplätze blockiert hätten. Zum Teil sei das Areal als Park&Ride-Parkplatz missbraucht worden. Die Kontrollen zeigten Wirkung: „Es hat sich deutlich entspannt.“

Auch bei Aldi Süd steht man hinter der Initiative: Die Maßnahmen dienten dazu, so eine Sprecherin, den Kunden „ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen“. Es gebe etliche Hinweise – und es würden auch Parkscheiben verteilt.

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