Der Winter naht: Ein Räumfahrzeug befreit eine Straße vom Schnee (Symbolfoto).
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Der Winter naht: Ein Räumfahrzeug befreit eine Straße vom Schnee (Symbolfoto).

Winterdienst Thema im Bauausschuss

Streusalz-Debatte: Murnauer Räte rüffeln die Verwaltung

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Die Räumfahrzeuge in Murnau sollen künftig möglichst wenig Streusalz verwenden. Das war die Marschroute Mitte des Jahres. Das Konzept, das die Verwaltung dem Bauausschuss am Dienstag präsentierte, rief allerdings deutliche Kritik hervor.

  • Die Räumfahrzeuge in Murnau sollen künftig laut Beschluss vom Juli möglichst wenig Streusalz verwenden.
  • Ein von der Verwaltung vorgelegtes Konzept rief jetzt Kritik hervor.
  • Manchen Räten war die Salz-Einsparung zu gering.

Murnau – Es steckt eine Menge Organisation hinter dem Winterdienst in Murnau. Ab 2.30 Uhr rücken die Mitarbeiter im Bedarfsfall aus, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Bisher wurden alle Straßen gleich behandelt, künftig soll es eine Priorisierung geben.

Beschluss vom Juli

Das Thema kam am Dienstag im Bauausschuss auf den Tisch. Hintergrund ist ein Antrag von Gemeinderat Welf Probst (Freie Wähler) „zur ökologischen Optimierung eines nachhaltigen Winterdienstes“. Diesen haben die Gremien bereits behandelt. Der Marktgemeinderat beschloss im Juli, die Verwaltung solle ein Konzept vorlegen, bei dem weitgehend auf Streusalz verzichtet wird.

Kritik von Utzschneider

Michael Schuster, der im Bauamt für den Gebäudeunterhalt und den Bauhof zuständig ist, legte den Räten einen Vorschlag vor, der 20 Prozent weniger Salz vorsieht. Dies löste Kritik aus. CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider monierte, er könne kein Konzept erkennen, bei dem möglichst wenig Salz zum Einsatz kommt. „Ich kann das nicht in Einklang bringen. Ich habe mit etwas anderem gerechnet.“ 20 Prozent weniger – „das ist nicht das, was wir beschlossen haben“. Auch Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) war enttäuscht. Man könne sehr genau einstellen, „wie viel man streut“. Er sieht darin einen „sehr hohen Einspareffekt“. Weitere 20 bis 25 Prozent seien drin. Schuster warnte allerdings davor, „von einer Luxuslösung auf eine Minimallösung“ umzuschwenken.

Brey: Pläne der Öffentlichkeit präsentieren

„Damit die Verwaltung nicht zum Prügelknaben wird“, hält es Lorenz Brey (CSU) für sinnvoll, die Pläne vorweg der Öffentlichkeit zu zeigen. Zudem findet er es angebracht, die Thematik auf eine breite Rats-Mehrheit zu stellen und sich einige neuralgische Punkte anzuschauen. Marktbaumeister Klaus Tworek begrüßte Breys Vorschlag. „Es ist uns wichtig, dass wir in die Diskussion einsteigen und dass es einen Konsens im Gemeinderat gibt.“ Man nehme „zur Kenntnis“, dass das Vorgelegte „nicht das war, was gewünscht war“.

Arbeitskreis wird gebildet

Veronika Jones (Grüne) warf die Frage auf, bis wann es eine finale Entscheidung geben muss, um den modifizierten Winterdienst heuer noch umzusetzen. Die Einweisung des Personals ist laut Tworek für 15. Oktober geplant. Um es kurz zu machen: Es wird nun ein Arbeitskreis gebildet, der sich der Thematik annimmt.

Lesen Sie auch: Murnau will weg vom Streusalz

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