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Seit Jahren im Einsatz: die Sturmwarnleuchte auf dem Bootshaus der Wasserwacht Riegsee.

Mehr Sicherheit für Wassersportler und Badegäste am Staffelsee 

Sturmwarnleuchten: Seehausen zieht nach

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Nun ist Land in Sicht: Ende August sollen am Staffelsee vorgeschriebene Sturmwarnleuchten die Sirenen ablösen und für mehr Sicherheit bei Wassersportlern und Badegästen sorgen. Seehausen hatte über Jahre vergeblich versucht, diese zu installieren. Jetzt herrscht großes Aufatmen.

Seehausen– Es war im Sommer 2014, als sich Seehausens Bürgermeister Markus Hörmann (CSU) zuversichtlich zeigte, das Problem nach jahrelangen Diskussionen zeitnah zu lösen. Die Masten für die Sturmwarnleuchten am Staffelsee seien bereits geordert, erklärte er seinen Gemeinderäten. Etwa sechs Wochen später sollten sie stehen und die Sirenen ersetzen, die schrillen, wenn der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf Unwetter-Gefahren hinweist.

Daraus wurde nichts. Noch drei Jahre später war von den Masten keine Spur. Erst jetzt, 2018, wurden diese tatsächlich installiert. „Nur die Elektronik wird noch geliefert“, sagt Hörmann. Ende August, so ist es geplant, sollen die drei Sturmwarnleuchten am Staffelsee, für die Seehausen sorgt und die in Hörmanns Augen „im Sinne der Sicherheit definitiv zu begrüßen sind“, in Betrieb gehen: je eine auf der Nord- und auf der Südseite der Insel Wörth – dafür gibt es eine entsprechende Vereinbarung mit der zuständigen Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung – sowie eine auf der Nordseite der gemeindeeigenen Buchau.

Diese Aussicht sorgt für allgemeines Aufatmen. „Wir sind um jeden Tag froh, den die Sturmwarnleuchten installiert sind“, betont Helmut Pfaffenberger, Erster Vorsitzender des Segelclubs Staffelsee mit Sitz in Uffing. Denn: „Sie sind einfach das Nonplusultra, was die Sicherheit am Wasser anbelangt.“ Tatsächlich hinkt man am Staffelsee in diesem Punkt hinterher: „Das ist so, wie wenn St. Anton (Skiort in Österreich, Anm.d.Red.) keine Lawinenwarnung hätte“, sagt Pfaffenberger. „An anderen größeren Seen sind diese Leuchten schon seit 30 bis 40 Jahren im Einsatz.“ Der Segelclub-Chef nennt sie „zwingend und sehr dringend erforderlich“. Diese seien „viel effektiver“ als akustische Warnungen.

Das Problem der Sirenen: Wer dieses zeitlich befristete Signal nicht hört, ahnt nichts von der potenziellen Gefahr auf dem See. Die Leuchten hingegen warnen frühzeitig und anhaltend, so lange ein Risiko besteht: vor angekündigtem Sturm (Blinklichter mit 90 Blitzen pro Minute) oder Starkwind (40 Blitze). Bei Sirenen ist diese Unterscheidung gar nicht möglich.

Die Kreiswasserwacht hat sich schon in der Vergangenheit deutlich pro Sturmwarnleuchten positioniert. Diese böten „einen deutlichen Mehrwert an Sicherheit“, hatte es von Seiten der Retter geheißen. Sie hoffen, dass dann weniger Wassersportler in Not geraten.

Der Segelclub hat wegen der vielen Vorteile bereits vor Jahren eine mehrere tausend Euro teure Anlage am Flaggenmast auf seinem Gelände installiert. Diese deckt nach Pfaffenbergers Worten den Untersee, den Bereich um die Rabeninsel bis zur Buchau und das Gebiet vor dem Clubgelände ohne größere Lücken ab und wird vom DWD gesteuert.

Etwa 70 000 Euro Kosten laufen für die drei solargesteuerten Leuchten auf, die in Seehauser Zuständigkeit fallen: Der See liegt allein auf Gemeindeflur des Dorfs. Enthalten sind darin Ausgaben für Versuche, in der technische Aufstellungs-Varianten geprüft wurden. „Es war Wunsch der Gemeinde, die Masten mit großen Ankern direkt am Felsen festzumachen“, sagt Bürgermeister Hörmann. Dadurch bestand die Möglichkeit, auf „hässliche, einen Meter hohe Betonringe zu verzichten, die wir anstreichen hätten müssen“. Die Hersteller-Tests zeigten: Die Anker-Lösung ist ein gangbarer Weg. Allerdings sorgte die Untersuchung für eine weitere zeitliche Verzögerung. Denn ursprünglich hatte es bereits 2017 geheißen, dass die Warnleuchten spätestens nach der Sommersaison errichtet werden.

Damals waren die massiven Hürden bei diesem Projekt bereits überwunden. Die Gemeinde Seehausen hatte lange vergeblich versucht, geeignete Standorte zu finden, über die sich der verwinkelte See mit seinen sieben Inseln über zwei bis vier Leuchten abdecken lässt – und bei denen sich die Grundeigentümer nicht querstellen.

Probleme, die es in dieser Form am Riegsee nicht gab. Dort hat die Marktgemeinde Murnau bereits vor rund acht Jahren zwei Leuchten installiert, die sich in der Folge bewährten.

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