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Intensive Planung: (v. l.) Sebastian Steinruck (stellvertretender Projektleiter), Jürgen Malley (Ressortleiter Sicherheit) und Presseoffizier Max-Joseph Kronenbitter bei der Besprechung des Verkehrskonzepts. 

Umleitungen am Tag der Bundeswehr

B2 vor Kaserne gesperrt: Polizei rechnet mit massiven Verkehrsbehinderungen

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Murnau dürfte am „Tag der Bundeswehr“ (9. Juni) einen verkehrstechnischen Ausnahmezustand erleben: Um die vielen Besucher – erwartet werden bis zu 12.000 – vorwiegend mit Shuttlebussen zur Kaserne zu befördern, muss dort die Bundesstraße 2 gesperrt werden – und damit eine wichtige Ortszufahrt.

Murnau – In der Werdenfelser Kaserne, die das IT-Bataillon 293 beheimatet, herrscht derzeit Hochbetrieb: Überall wird gewerkelt. Arbeiter begannen am Dienstag damit, auf dem Exerzierplatz das Festzelt aufzustellen. Und Soldaten brachten bereits die ersten Ausstellungsfahrzeuge in Stellung. „Es füllt sich“, meinte Presseoffizier Max-Joseph Kronenbitter im Zuge eines Pressetermins. Nach Monaten der Vorbereitung hat nun die heiße Phase begonnen. Am Samstag, 9. Juni, will sich die Truppe beim „Tag der Bundeswehr“ im besten Licht präsentieren. Murnau ist einer von 16 Standorten dieser deutschlandweiten PR-Offensive. Die Beweggründe liegen auf der Hand: Es sollen Nachwuchs gewonnen und das Image aufpoliert werden.

Solch ein Großereignis auf die Beine zu stellen, erfordert eine ausgefeilte Planung. Eine Herausforderung ist das Verkehrskonzept, das unter anderem zusammen mit dem Ordnungsamt erstellt wurde. Immerhin gilt es, die Besuchermassen zügig zum Haupteingang der Garnison im Norden Murnaus zu bringen, ohne ein Verkehrschaos zu verursachen. Die Veranstalter setzen auf einen kostenlosen Shuttleservice mit 60 Bussen, die nonstop unterwegs sein werden. Die Gäste können ihre Autos auf ausgewiesenen Parkplätzen im Umland stehen lassen und umsteigen, etwa am Standortübungsplatz in Spatzenhausen oder am Gestüt Schwaiganger.

Für den Markt hat dies weitreichende Folgen: Damit die Busse vor der Kaserne reibungslos vor- und abfahren können, wird dort die Bundesstraße 2 auf einer Länge von einigen hundert Metern (ab der Abzweigung Adalbert-Stifter-Straße bis zur Poschinger Allee) abgeriegelt. Diese Zone werde vorübergehend zu einem „erweiterten militärischen Sicherheitsbereich“ erklärt, erläutert Projektleiter Major Jan-Eric Foisner. „Die Bundeswehr hat dort das Hausrecht.“ Diese Einschränkung gilt von 5 bis 19 Uhr.

Der Haken an der Sache: Es handelt sich nicht um irgendeine Strecke, sondern um eine stark frequentierte Einfallstraße. Die Ortsdurchfahrt ist gestört, wenn dieses Nadelöhr dicht ist. Autofahrer müssen in der besagten Zeit Umwege in Kauf nehmen. Es wird bereits ab dem Spatzenhauser Kreisel umgeleitet. Die Alternativrouten führen über Uffing und Seehausen beziehungsweise über die Autobahn 95. Das Murnauer Gewerbegebiet Strassäcker kann aber von Süden her wie gewohnt erreicht werden. Die Polizei geht auf Tagblatt-Nachfrage von massiven Verkehrsbeeinträchtigungen aus. Die Inspektion appelliert daher an die Bevölkerung, an dem Tag auf Autofahrten in dem neuralgischen Gebiet möglichst zu verzichten.

Aufwändig ist auch das Sicherheitskonzept. Eine konkrete Terrorgefahr bestehe zwar nicht, heißt es seitens der Bundeswehr. Aber dennoch müssten Vorkehrungen wie bei ähnlichen Großveranstaltungen getroffen werden. Dazu zählen Einlasskontrollen und das Verbot von Glasflaschen und gefährlichen Gegenständen.

Für die Soldaten ist das Ganze eine Belastungsprobe. „Das Bataillon ist mit allen verfügbaren Kräften dabei“, berichtet Sprecher Kronenbitter. Hinzu kommt Verstärkung aus anderen Standorten. Insgesamt sind rund 800 Männer und Frauen im Einsatz. Die Kaserne verwandelt sich am 9. Juni in eine militärische Erlebniswelt. Die Bundeswehr stellt sich mit einem umfangreichen Programm in all ihren Facetten vor. So können beispielsweise Großgeräte wie Panzer angeschaut, eine Gefechtsübung verfolgt oder Fallschirmspringer beobachtet werden. Die Werbeaktion steht aber auch in der Kritik: Eine Friedensinitiative aus Bad Tölz ist der Ansicht, dass das Militär verharmlost werde.

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