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Autos zusammenbauen und programmieren: Andreas Ther aus Oberammergau mit den Mädchen Zoe (v. l.), Emma und Lilou bei der „Code-Racer“-Station in der Tüftlerwerkstatt MakerLab.

Tag der offenen Tür im Innovationsquartier

Besucher blicken hinter Kulissen des Kreativzentrums

Es ist ein Vorzeigeprojekt: Beim Tag der offenen Tür konnten Interessierte jetzt hinter die Kulissen des Murnauer Innovationsquartiers blicken.

Murnau – Egal ob Filmwirtschaft, Design, Werbemarkt oder die Tüftler-Werkstatt MakerLab: Im Murnauer Innovationsquartier (IQ), das im alten Gemeinde-Krankenhaus beheimatet ist, können sich kreative Köpfe aus der Region nach Herzenslust austoben. Das Konzept hat sich rund ein Jahr nach der Gründung als Erfolgsmodell erwiesen. Mit 40 Unternehmern sowie vier Startups, die alle als Mieter eingezogen sind, ist das Haus der Marktgemeinde fast ausgelastet.

    Nun veranstaltete das IQ einen Tag der offenen Tür für diejenigen, die am Wirtschaftsstandort Murnau interessiert sind und hinter die Kulissen der verschiedenen Sparten blicken wollen. Hierbei gab es unter anderem Mitmach-Aktionen. Die Besucher konnten löten, drechseln, Schlüsselanhänger fertigen oder Fahrzeuge programmieren. Weiterhin gab es Vorträge zu diversen Themen – etwa zur Künstlichen Intelligenz, zur Gründungsgeschichte der vier hauseigenen Startups sowie über die Entwicklung vom Hacker zum Programmierer selbstfahrender Autos.

    „Die Besucher können sich Einblicke verschaffen und zum Beispiel mit Firmen in Dialog treten. Wer in bestimmte Bereiche hineinschnuppern will, kann ein Praktikum bei uns machen“, erklärte Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger, der die Einrichtung federführend leitet. Ihm zufolge bietet das IQ eine Fülle an Möglichkeiten. „Da wir uns nicht als reines Gründerzentrum sehen, unterstützen wir auch bestehende Unternehmen in ihren Wachstumsprozessen“, erklärte er. Ferner gibt es zeitweise belegbare Arbeitsplätze („Co-Working“), Veranstaltungsräume und Flächen für Vereine wie das MakerLab.

    Durchschnittlich bezahlen die IQ-Unternehmer knapp sechs Euro kalt pro Quadratmeter. Ein Teil erhält als Starthilfe einen Nachlass. Ziel ist es, dass das Ganze kostendeckend funktioniert und die Investitionen über die Mieteinnahmen wieder refinanziert werden. Die Idee kommt gut an: „Für Murnaus Wirtschaft sind solche Konzepte förderlich. Jeder hat die Möglichkeit, sich kreativ auszuprobieren. Man merkt regelrecht, dass die Teilnehmer vor Energie sprühen“, betonte die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler), die zu Besuch war.

    Das interne Engagement lobte auch Sonja Hornauer, die sich Anfang des Jahres mit Hilfe des IQ im Bereich Modedesign selbständig gemacht hat. Nun entwirft sie in ihrem angemieteten Büroraum Sportkleidung für externe Kunden. „Das Umfeld hat mich auf dem Weg zur Unternehmensgründung unterstützt. Der Austausch untereinander ist dabei wichtig und funktioniert sehr gut“, befand die Pollingerin, die demnächst nach Murnau ziehen will, um dem neuen Arbeitsplatz näher zu sein. Hingegen will Andreas Ther aus Oberammergau seine Anstellung behalten: „Ich würde die Nähwerkstatt im MakerLab gerne freizeitmäßig nutzen.“ 

Constanze Wilz

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