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Freuen sich auf die 25. Murnauer Unfalltagung: Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Volker Bühren (r.) mit Stellvertreter Prof. Dr. Alexander Woltmann, die unter anderem ein Bild der Unfalltagung 2016 zeigen.

Tagung in der Unfallklinik Murnau steht im Zeichen des  Ärztlichen Direktors

Bühren-Abschied: Hommage an die scheidende Koryphäe

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Zeitenwende in der renommierten Unfallklinik Murnau: Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Volker Bühren scheidet Ende März aus dem Dienst aus. Die Nachfolgeregelung ist noch nicht in trockenen Tüchern. Für Bühren beginnen Tage des Abschieds, die auch die 25. Unfalltagung prägen.

Murnau– Eines fügt sich zum anderen. Exakt 25 Jahre wird Prof. Dr. Volker Bühren (65) am 31. März im Amt gewesen sein, wenn er sich aus Altersgründen zurückzieht. In seinen letzten offiziellen Tagen auf dem Posten des Ärztlichen Direktors der Berufsgenossenschaftlichen (BG) Unfallklink, bei der 2000 Beschäftigte in Lohn und Brot stehen, richtet er noch einmal eine hochkarätige Fortbildung aus: die 25. Murnauer Unfalltagung (23./24. März), die eine 50-jährige Tradition besitzt und im Wechsel mit Nürnberg stattfindet. Diesmal steht sie ganz im Zeichen des Bühren-Abschieds – mit dem „Besten aus 25 Jahren“ als thematischem Schwerpunkt. Sie kommt als Hommage an den Ausnahme-Chirurgen daher: mit fachlichen Wegbegleitern der Klinik unter den Geladenen – und „Themen, die mich beruflich bewegt haben“, sagt Bühren: die Wirbelsäule, die Marknagelung langer Röhrenknochen, Rehabilitation, Schwerstverletzten-Management.

Die Tagung ist auch Station einer Art Verabschiedungs-Tournee. Nach der Würdigung im eigenen Haus (Freitag, 23. März) wird Bühren am Mittwoch, 28. März, im Klinikum Garmisch-Partenkirchen als Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie und Sportorthopädie feierlich aus dem Dienst entlassen. Am Gründonnerstag, 29. März, sagt er Mitarbeitern der Unfallklinik Adieu, und für 31. März kündigt er für die UKM-Chirurgie mit Augenzwinkern ein „rauschendes Fest“ an.

Der Abschied ist nahe. Bühren sieht ihm „mit dem berühmten weinenden Auge“ entgegen, weiß aber auch, dass ihn „in vielerlei Hinsicht große Entlastung“ erwartet. „Ein bisschen Betrübung bleibt natürlich.“ Die Nachfolge-Frage ist nicht in trockenen Tüchern. „Der Gremienlauf ist noch nicht beendet, der Vertrag nicht unterschrieben“, weiß Bühren. Einen zeitlichen Rahmen gebe es hier nicht. Bis der neue medizinische Chef übernimmt, füllt der stellvertretende Ärztliche Direktor Prof. Dr. Alexander Woltmann diesen verantwortungsvollen Posten aus. Von den Unfalltagungen verabschiedet sich Bühren noch nicht. Wegen des langen zeitlichen Vorlaufs organisiert er auch die Tagung 2019 in Nürnberg.

Die diesjährige stelle „eine Rückschau“ dar. Woltmann spricht von einer „Bestandsaufnahme“. Dazu ist ein über 160 Seiten starker Band erschienen, der die 25 Bühren-Jahre beleuchten soll. 400 externe Gäste aus dem deutschsprachigen Raum werden nach Angaben Woltmanns die Jubiläumstagung des Landesverbands Südost (Bayern, Sachsen) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Neuen Hörsaal verfolgen, 150 interne Teilnehmer sind im Alten per Video-Übertragung dabei. Die Zahl der Anmeldungen überstieg die Kapazitäten. Das große Interesse rührt auch von der Tatsache her, dass Durchgangsärzte – spezielle Unfallmediziner mit besonderer Zulassung der DGUV-Landesverbände – einer Fortbildungsverpflichtung unterliegen, damit sie diese Zulassung nicht verlieren. Außer ihnen besuchen BG-Sachbearbeiter, Reha-Manager sowie Geschäftsführer der BG-Verwaltungen die Tagung, die zum zweiten Mal nach 2016 – damals stand der Neue Hörsaal frisch zur Verfügung – zweitägig läuft. Wie vor zwei Jahren richten sich Inhalte auch an den chirurgischen Nachwuchs. Die Themen werden nach Angaben Bührens „laienverständlicher“ dargebracht sowie „sehr komprimiert“ und damit „attraktiv für Zuhörer“. Bühren selbst wird über Marknagelung sprechen. Eines seiner ganz persönlichen Spezialgebiete.

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