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Haben viel vor: die Schüler und Lehrer des Staffelsee-Gymnasiums.

Großprojekt am Murnauer Staffelsee-Gymnasium

Ein Festival – viele, viele Ideen

Die Theatertage der bayerischen Gymnasien finden im Juli in Murnau statt. Die Vorbereitungen hierfür laufen bereits auf Hochtouren.

Murnau – Jedes rauschende Fest fängt erst einmal ganz nüchtern mit den Vorbereitungen an. Nicht anders ist es mit den Theatertagen der bayerischen Gymnasien, die in diesem Jahr in Murnau stattfinden. Drei Tage lang, vom 18. bis 21. Juli, werden Jugendliche aus ganz Bayern mit ihren Produktionen hier zu Gast sein. Damit dann alles gut über die Bühne gehen kann, sind rund 50 Schüler sowie fünf Lehrkräfte des Staffelsee-Gymnasiums bereits seit Monaten mit den Vorbereitungen befasst.

Veranstalter der Theatertage, die es seit 1957 gibt, sind die Fördergemeinschaft für das Schultheater an den bayerischen Gymnasien, der Landesverband Theater am Gymnasium in Bayern, die Landeselternvereinigung und der Bayerische Philologenverband. Von einer Jury werden aus allen Bewerbungen etwa zehn der „interessantesten Produktionen“ für ein Gastspiel ausgewählt. Das ist Johannes Riedelsheimer vom Staffelsee-Gymnasium besonders wichtig. „Es geht nicht unbedingt darum, die besten Inszenierungen einzuladen.“

Die Theatertage sind nicht nur ein Fest für Schauspieler und Publikum, mit diversen Workshops für die Teilnehmer, sondern auch eine Fortbildungsveranstaltung für viele Lehrer. Wer nach Murnau kommt, steht allerdings noch nicht fest.

Spannend für die Schüler ist derzeit vor allem die Frage, wie das Festival aussehen wird. Denn das haben sie in weiten Teilen selbst in der Hand. „Alles Bio – oder was?“ heißt zum Beispiel das von Thea Deike geleitete P-Seminar, bei dem sich Schüler darum kümmern, dass alle Gäste gut versorgt sein werden. Gegessen wird in der Schulmensa, aber an einem der Tage auch direkt im Markt. „Wir wollen“, sagt Riedelsheimer, „dass die Theatertage auch in der Gemeinde sichtbar werden.“ Darum ist auch eine Aktion mit „Theater vor Ort“ geplant. Kleine Gruppen werden an verschiedenen Plätzen in Murnau öffentlich spielen.

Und natürlich kann jeder, der sich dafür interessiert, eine oder mehrere der Aufführungen ansehen. Es gibt von morgens bis abends abwechselnd im Saal des Kultur- und Tagungszentrums und in der Schulaula Stücke zu sehen – bis zu fünf an einem Tag. Karten sind ab Mai erhältlich. Um das alles zu bezahlen, haben Schüler des Seminars „Organisation der Theatertage“ bereits einen „Finanzierungsplan“ gemacht und Spenden gesammelt. Dabei gab es sehr positive Überraschungen, aber auch Enttäuschungen. Große Münchner Unternehmen haben sich gar nicht an der Finanzierung beteiligt. Dafür gab es manchen großzügigen Spender in Murnau. Immerhin stehen Kosten von rund 30 000 Euro an. Das Team ist zuversichtlich, denn schließlich hat es schon mehr als die Hälfte des Geldes zusammen.

Auch das Seminar „Re- und Upcycling“ beteiligt sich an den Vorbereitungen. Die Teilnehmer werden eigene Möbel für das Theatercafé herstellen und Taschen aus alten T-Shirts fertigen. Andere Schüler sind im Seminar „Design“ damit beschäftigt, ein eigenes Logo zu entwerfen. Besonders freuen sich die Jugendlichen darüber, dass der Fernsehmoderator Christoph Süß bei den Theatertagen dabei sein wird. Er will sich Stücke ansehen und sich an den Gesprächen beteiligen. In Murnau ist Süß kein Unbekannter. Mehrfach stand er für Veranstaltungen der Horváth-Gesellschaft, die auch diesmal den Kontakt hergestellt hat, auf der Bühne.

Mit der Organisation von Workshops wird sie sich intensiv an den Theatertagen beteiligen. Da wundert es nicht, dass das Motto „Das Herz der Völker schlägt im gleichen Takt“ von Horváth stammt. Schuldirektor Josef Holzmann, der oft bei den Vorgesprächen, zum Beispiel mit der Gemeinde, dabei ist, zeigt sich begeistert über das Entgegenkommen und das Engagement: „Die Theatertage sind ein Ereignis, das uns als Schule, aber auch die Schule und die Gemeinde noch enger zusammenwachsen lässt.“

Heribert Riesenhuber

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