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Wahlheimat Murnau: die international renommierte Fotografin Nomi Baumgartl vor dem Panorama der Alpen, deren Schutz ihr aktuelles Projekt dient.

Aktuelles Eagle-Wings-Project dient dem Schutz der Alpen

Top-Fotografin Baumgartl: Immer die Seele im Fokus

Die international renommierte Fotografin Nomi Baumgartl lebt seit 2015 in Murnau. Sie engagiert sich mit ihrem aktuellen Projekt leidenschaftlich für den Schutz der Alpen.

Murnau– Nach einem Autounfall das Bewusstsein wieder zu erlangen – und sich an den größten Teil des bisherigen Lebens nicht erinnern zu können: Das möchte sich niemand vorstellen. Nomi Baumgartl musste genau das erleiden.

Die weltweit gefragte Fotografin war 1996 nur für wenige Tage nach Deutschland gekommen, um ihren Münchner Wohnsitz aufzugeben und ganz in ihre Wahlheimat New York umzusiedeln, als ein schwerer Unfall alle ihre Pläne zunichte machte. „Was in den letzten zehn Jahren vor dem Unfall geschehen ist, das konnte ich relativ schnell rekonstruieren. Aber die Zeit davor war wie ausgelöscht“, erzählt Baumgartl. Als „meine Dunkelkammer“ bezeichnet sie die Leerstelle in ihrem Gedächtnis. Familie und Freunde mussten ihr erzählen, wer sie war und was sie getan hatte. Eine Lebenserinnerung aus zweiter Hand also. Doch die Fotografin hat mittlerweile eine für Außenstehende erstaunliche Sichtweise auf dieses Geschehen entwickelt und weigert sich, von einem Unglücksfall zu sprechen: „Ich habe das Leben neu geschenkt bekommen. Und es hat danach eine ganz andere Richtung genommen.“ Zunächst jedoch stürzte sie in eine Identitätskrise: „Wer bin ich? Wer war ich? Wohin gehe ich nun?“ All das musste neu definiert werden. Festgehalten habe sie sich in dieser schweren Zeit an einem „inneren, gesunden Bild“ von sich selbst.

Aufgewachsen ist Baumgartl, Jahrgang 1950, im Donau-Ries, auf dem Bauernhof der Großeltern. Eine ländlich geprägte, idyllische Kindheit erlebte sie dort; geradezu „wild“ habe sie groß werden dürfen, mit der Landschaft und den Tieren von klein auf in vertrautem Kontakt. Erstaunlich der weitere Lebensweg: Die junge Frau ging nach Düsseldorf, um Visuelle Kommunikation zu studieren. Ihre Liebe galt der Kamera; als Bildreporterin arbeitete sie bald darauf für renommierte Publikationen wie Geo, Stern oder Time. „Meine Themen waren Hunger, Krieg und Not“, erzählt Baumgartl. „Ich wollte die Welt mit meinen Bildern in ihrer Tiefe erfassen, die essentiellen Wahrheiten ans Licht bringen.“

Auch als Porträt-Fotografin machte sie sich einen Namen. Berühmte Persönlichkeiten, Künstler wie Horst Janssen, der Physiker Stephen Hawking, die Nobelpreisträgerin Wangari Maathai, die Verhaltensforscherin Jane Goodall, sogar Papst Johannes Paul II., vertrauten sich ihrem Blick an. Denn sie spürten, worum es Baumgartl ging: das ins Bild zu setzen, was unter der Oberfläche ist, was den Menschen ausmacht. Auma Obama, die Schwester des ehemaligen US-Präsidenten, hat dafür in einer Laudatio auf die Fotografin eine treffende Formulierung gefunden: „Nomi macht Bilder von der Seele des Menschen – und von der Seele der Natur.“

Letzterer wendet sich Baumgartl in ihrem „zweiten Leben“ zu. In einer Delphin-Therapie im Rahmen ihrer Jahre dauernden Rekonvaleszenz erlebte sie die elementare Kraft, die von der Natur ausgehen kann, am eigenen Leib – und knüpfte damit gleichsam an die Erfahrungen ihrer Kindheit an. Sie schuf Tierabbildungen, die ebenso viel Beachtung fanden wie zuvor ihre Künstlerporträts. Besonders gerne zeigte sie das Auge eines Lebewesens als den Spiegel seiner Seele. Und sie begann, sich Naturschutzprojekten zu widmen. Als „Fotokunst mit Botschaft“ bezeichnet sie diese Tätigkeit selbst. So weilte sie 2012/13 lange auf Grönland, um das unvergleichliche Licht der Polarnacht einzufangen und auf das Verschwinden der Eisberge hinzuweisen, das den Begriff vom „ewigen Eis“ als Irrtum entlarvte.

Seit 2016 fließt nun der Großteil ihrer Energie in ein Klimaschutzprojekt, das anders als „Stella Polaris“ gleichsam vor der Haustür liegt: Auch in den Alpen zeigt die Klimaerwärmung Wirkung, auch hier schmelzen und verschwinden die Gletscher. In ihren Projekten habe sie immer ein „Guide“ aus der Natur begleitet und geleitet, erzählt Baumgartl. „Und den habe ich hier anfangs vermisst.“

Ein Kinobesuch in Murnau, wo die Fotografin seit 2015 ein wunderbares neues Zuhause gefunden hat, brachte die Wende. Der Film erzählte die Geschichte eines Adlers, der, aus dem Nest gefallen, von einem Jungen großgezogen wird. „Und da wusste ich: Der Adler ist mein Guide für das Alpen-Projekt.“ Damit konnte sie auch ihre Partner, die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, überzeugen: Das Eagle-Wings-Project war geboren. Als „einzigartiges Projekt auf drei Ebenen“ bezeichnet es die Fotografin, in das die Erde, der Luftraum und „das große Auge aus dem Weltall“ eingebunden sind. Die Wissenschaftler liefern die Daten und Fakten, die es dafür braucht. Und Nomi Baumgartl ist mit ihren Bildern für die Emotion zuständig, die die Menschen stärker und unmittelbarer packen kann als jede wissenschaftliche Analyse. Der Adler hilft ihr dabei: Mit unglaublich berührenden Bildern, die eine kleine Kamera auf seinem Rücken von seinem Flug über die Alpen aufnimmt.

Nach einer viel beachteten Auftaktveranstaltung auf Schloß Elmau im Dezember wird das Projekt im Herbst dieses Jahres in allen Alpenländern, in denen sich (noch) Gletscher befinden, zeitgleich anlaufen. In Deutschland wird ein Adler mit der Kamera von der Zugspitze zum Eibsee fliegen. In Frankreich startet einer vom Gipfel des Montblanc.

Zuvor wird Baumgartl im Sommer eine Fotodokumentation der verbliebenen Alpengletscher erstellen. Sie erhofft sich eine „große mediale Resonanz“ und daraus resultierend die Möglichkeit, eine möglichst breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. „Wir wollen auch in die Schulen gehen und die Kinder als die zukünftigen Verantwortlichen erreichen.“ Ein Wissenschaftler habe ihr neulich gesagt, es sei nicht fünf vor, sondern eher zehn nach zwölf. Doch Baumgartl gibt ihre Zuversicht noch nicht auf: „Wenn ich an etwas glaube“, sagt sie, „dann gehe ich den Weg unbeirrt.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.eaglewings-project.org

Sabine Näher

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