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Auch im Winter erholsam: Urlaub in Murnau. Auf diesem Archivbild ist eine Kutschenfahrt über das schneebedeckte Moos zu sehen.

Forderung der CSU-Sprecherin

Murnaus Tourismusgeschäft schwächelt im Winter: Aber es gibt Ideen, es zu beleben 

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Das Problem ist nicht neu: Murnaus Tourismusgeschäft schwächelt in den Wintermonaten. CSU-Fraktionschefin Regina Samm, selbst Betreiberin eines Hotels, fordert, dass mehr für eine Belebung dieser Zeit unternommen wird.

Murnau – Ein Blick in die Statistik genügt, um das Dilemma zu erkennen: Der Tourismusort Murnau zählte im vergangenen Jahr rund 180 000 Übernachtungen. Davon entfielen auf das traditionell schwache erste Quartal etwas über 32 000 – also gerade mal 17 Prozent. Vor allem der Januar, Februar und März gelten als „Problemmonate“, in denen nur wenig los ist. Philip Schürlein, Leiter der Tourist Information, spricht von einer „Grundbelegung durch Geschäftsreisende sowie durch Patientenbesuche im Unfallklinikum“. Längere Urlaubsaufenthalte fehlten allerdings. Der Grund liegt auf der Hand: Murnau ist eine klassische Sommerdestination, die mit den beiden Standbeinen Natur und Kultur punktet. Bei den Gästen stehen etwa Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren hoch im Kurs. Die Saison in der kalten Jahreszeit fristet dagegen hier eher ein Schattendasein – im Gegensatz zu den Wintersport-Orten im Süden des Landkreises.

Die Durststrecke gilt vor allem für die Hotels – Murnau zählt fünf Häuser mit zusammen 390 Betten – als Belastung, da das Stammpersonal weiter bezahlt werden muss. Für die CSU-Fraktionschefin Regina Samm, die im Untermarkt das Drei-Sterne-Hotel Angerbräu (70 Betten) betreibt, steht fest: Es müsste viel mehr unternommen werden, fordert sie, um das Wintergeschäft anzukurbeln. „Man muss Konzepte erarbeiten.“

Ihrem Unmut machte die Kommunalpolitikerin in der Sitzung des Gemeinderats Luft, als ein Zwischenbericht für die seit 2015 bestehende Kooperation der beiden Urlaubsregionen Blaues Land und Ammergauer Alpen vorgestellt wurde. Viele, darunter auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), beurteilen diesen Schulterschluss positiv und verweisen auf Synergieeffekte. Samm sieht dies anders: „Das hat nichts gebracht“, meint sie auf Tagblatt-Nachfrage. Man sollte vielmehr versuchen, in den besagten „Problemmonaten“ mehr Gäste zu gewinnen. Ihr Haus sei im Winter nur zu 20 Prozent ausgelastet, berichtet die Geschäftsfrau, im Sommer seien es 60 bis 70 Prozent.

Samm hat auch bereits einige Ideen: Man könnte sich, schlägt sie vor, Veranstaltungen zu den Themen Kunst, Kultur und Natur einfallen lassen. Die Landschaft ringsum Murnau sei zu jeder Jahreszeit attraktiv. Zudem spricht sie sich dafür aus, auf den medizinischen Tourismus zu setzen. Vorstellbar wären ihrer Ansicht nach zum Beispiel medizinische Behandlungen und eine Sauna-Landschaft. Hierfür müsste sich die Marktgemeinde einen Investor suchen.

Die Tourist Information hat die Belebung des Urlaubsgeschäfts im Winter auf dem Schirm. Schürlein kündigt Initiativen an – und verweist diesbezüglich auf ein touristisches Leitbild, das derzeit erarbeitet wird. Voraussichtlich heuer im Mai oder Juni sollen die Ergebnisse präsentiert werden. Der Fachmann will dem nicht vorgreifen. Nur soviel: Vorstellbar wären unter anderem Kunst- und Kulinarik-Wochen sowie Veranstaltungen auf diesem Gebiet. Die vergangenes Jahr im Sommer gestarteten kulinarischen Kunstwochen seien sehr gut angenommen worden und könnten auch im Winter stattfinden. Denkbar seien außerdem Workshops im künstlerischen Bereich. Schürlein warnt aber vor allzu großen Erwartungen: „Der Februar wird kein zweiter August.“

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