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Stimmungsvoll: der Festgottesdienst an der Ohlstädter Dorflinde mit lokaler Prominenz.

Gemeinsame Festtage von Trachtlern, Veteranen und Musikkapelle

Drei Ohlstädter Vereine, ein Fest: Zeichen großen Zusammenhalts

Was für eine perfekte Bilderbuchkulisse: Es herrschte Kaiserwetter, und doch war es nicht zu warm – besser hätten es die drei Ohlstädter Jubiläumsvereine an ihrem Festwochenende gar nicht treffen können. Feierten doch die Veteranen ihr 150-Jähriges und die Trachtler ihr 110-Jähriges, während die Musikkapelle Ohlstadt ihr 70-jähriges Bestehen beging.

Ohlstadt Über ein Dutzend Gruppen befreundeter Nachbarvereine mit ihren Fahnenabordnungen, dazu mehrere Kapellen und Trommlerzüge hatten sich zum Gottesdienst an der Dorflinde versammelt – ein wahres Bollwerk für Brauchtum, Heimat und Tradition.

Anhand des Gleichnisses vom Sämann verdeutlichte Pfarrer Christian Hermann, dass sowohl der Glaube als auch das Brauchtum Dinge seien, die man nicht messen könne: „Dabei geht es nicht um Erfolg oder Profit. Das ist eine Sache des Herzens. Die wenigen Körner, die Frucht bringen, können das ersetzen und ausgleichen, was nicht aufgegangen ist.“

Mit wie viel Feingefühl sie die „Pöhamer Messe“ von Mathias Rauch zu interpretieren versteht, zeigte die Musikkapelle Ohlstadt unter Leitung von Erwin Gaulhofer.

Ein prachtvolles Bild bot sich den Zuschauern beim anschließenden Festzug durch den Ort. „Dass sich gleich drei Vereine zusammentun, so was auf die Füße stellen und alle ’zammhelfen, ist eine wunderbare Sache“, meinte etwa Peter Steigenberger (37) mit sichtlicher Begeisterung, der mit seinem Fotoapparat das Geschehen verfolgte. „Und das Wetter ist super.“ Einen tiefen Eindruck hat das Geschehen auch bei einer jungen Frau aus Unterfranken hinterlassen, die angesichts der farbenfrohen Trachten bemerkte: „Ich finde so was großartig, das gibt es bei uns zu Hause nicht.“

Im Zelt am Ram stärkten sich die Teilnehmer bei kühlen Getränken und einer Brotzeit, während die Plattlgruppen des Ohlstädter Trachtenvereins auf dem Podium ihr Können zeigten. Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei), Schirmherr des dreifachen Jubiläumsfestes, erinnerte an die vielen fleißigen Hände, die vor und hinter den Kulissen wirkten: „Sie haben das Zelt aufgebaut, sie organisieren, betreuen die Küche und bedienen.“ Bei seinem Rückblick auf die Geschichte der drei Vereine zog der Gemeindechef wie folgt Bilanz: „Was wäre heute ein Veteranenjahrtag oder ein Volkstrauertag ohne unsere Trachten und ohne unsere Musik.“

Dass drei Vereine ihr Gründungsfest zusammen feierten, zeige den großen Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl unter den Ohlstädter Vereinen, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der dem Veteranen-Vorsitzenden Manfred Stenger das goldene Ehrenzeichen des Landkreises in Gold überreichte: „Er hat sich durch langjährige ehrenamtliche Arbeit große Verdienste erworben“, sagte der Landrat. 1984 war Stenger dem Verein beigetreten; ab 1988 war er im Vereinsausschuss tätig, seit 2009 ist er Erster Vorsitzender.

Heino Herpen

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