Frithjof Finkbeiner Der Uffinger ist beim Club of Rome aktiv. Foto: lory

Volksbegehren gestartet

Uffinger fordert: Klimaschutz soll Verfassungsrang erhalten

Es sei „längst überfällig“, dass der Klimaschutz in der bayerischen Verfassung verankert werde, meint der Uffinger Frithjof Finkbeiner. Mit Mitstreitern hat er ein Volksbegehren gestartet.

Uffing Der Schutz des Klimas ist sein Lebensthema. Daher ist der Uffinger Frithjof Finkbeiner unermüdlich unterwegs, damit auf diesem Gebiet etwas vorwärts geht. Nun hat der 55-Jährige mit weiteren Vorstandsmitgliedern des Vereins „Klimaschutz – Bayerns Zukunft“ ein Volksbegehren gestartet. Das Ziel: Klimaschutz in der bayerischen Verfassung zu verankern. Das sei „längst überfällig“, betont Finkbeiner, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome. „Ohne Klimaschutz ist das Überleben der Menschheit gefährdet. Der Verfassungsrang ist geboten.“ Bayern solle die Gunst der Stunde nutzen, die Zeichen der Zeit erkennen, die Ursache des Flüchtlingsstroms richtig deuten und sich bundesweit und global als Vorreiter einer weltweiten Energiewende positionieren. Finkbeiner: „Durch unseren CO2-intensiven Lebensstil im reichen Teil der Welt zerstören wir den Menschen in den armen Ländern ihre Existenzgrundlage, was den heutigen Flüchtlingsstrom zur größten Völkerwanderung in der Menschheitsgeschichte anwachsen lassen würde, wenn wir nicht jetzt couragiert handeln.“ Man müsse an den Fluchtursachen ansetzen. „Und das heißt Klimaschutz.“

Diesen in die bayerische Verfassung aufzunehmen – für Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist das anscheinend denkbar. Er zeigte sich offen dafür – just einen Tag, nachdem der besagte Verein ein Volksbegehren angekündigt hatte. Söders Aussage sei „für uns perfekt“, betont Finkbeiner. Die Initiative will die Landtagswahl nutzen, um für ihr Anliegen weiter die Werbetrommel zu rühren.

Auch in Sachen Mobilität hat der Uffinger eine klare Haltung: „Die Verkehrspolitik pro Straße führt uns in die Katastrophe. Wir haben eine komplett falsche Weichenstellung.“ Den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Tutzing und Garmisch-Partenkirchen hält er für „absolut notwendig“. Wenn man diese Maßnahme wolle, „gibt es eine Lösung“. Doch der politische Wille ist dafür momentan nicht vorhanden. Söder bezeichnete Bayern als „Autoland“. Den öffentlichen Nahverkehr möchte der Ministerpräsident pro Jahr mit zusätzlich 100 Millionen Euro fördern. „Das ist viel zu wenig“, findet Finkbeiner. Zum Vergleich: Der Straßentunnel in Oberau kostet allein 228 Millionen Euro. Finkbeiner sagt: „Etwas Saubereres als die Bahn gibt es nicht.“

Finkbeiner lebt mit seiner Familie im ersten Plus-Energie-Bahnhof Deutschlands. Dieser produziert mehr Energie, als er verbraucht und ist auch Sitz der Kinderstiftung Plant-for-the-planet, die Finkbeiners Sohn Felix einst ins Rollen gebracht hat. Sie propagiert, massiv Bäume zu pflanzen. Vorstandsvorsitzender Frithjof Finkbeiner ist überzeugt: „Ohne die Aufforstung haben wir keine Chance.“ Denn Bäume binden Kohlenstoff. Zudem ist der 55-Jährige Aufsichtsratschef der Desertec Foundation, die die Nutzung von Wüstenstrom propagiert. In Marokko wird derzeit ein Solarthermie-Park gebaut. Er soll im Jahr 2020 zwei Gigawatt Leistung erzeugen – so viel wie zwei Atomkraftwerke. Finkbeiner war als Mitglied des Club of Rome beteiligt, die Idee voranzubringen. Früher hatte der gebürtige Augsburger ein Baustoff-Unternehmen in Berlin.

Roland Lory

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