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Eine neuralgische Stelle: die Querung am Murnauer Jochbergweg (rechts), die täglich Schulkinder passieren müssen. 

Konzept im Bauausschuss vorgestellt

UKM-Berg: Gefahrenstelle für Fußgänger soll entschärft werden

Die Anwohner des Murnauer Jochbergwegs haben einen Etappensieg errungen. Die Gefahrenstelle am UKM-Berg soll laut einem Beschluss des Bauausschusses entschärft werden – mit einer Querungshilfe und einem Tempo-Limit. Nun muss nur noch der Gemeinderat zustimmen.

Murnau – Die Anwohner des Murnauer Jochbergwegs sind mit ihrer langjährigen Forderung nach einer Mittelinsel an der Kocheler Straße und einer Geschwindigkeitsbegrenzung einen großen Schritt vorangekommen: In der Bauausschusssitzung votierte das Gremium einstimmig für die Planungen, die Ingenieur Hansjörg Resenberger vom Marktbauamt ausgearbeitet hatte. Wenn der Gemeinderat dem Projekt zustimmt, könnte der Baubeginn bereits im Spätsommer 2020 sein.

Seit vielen Jahren kämpfen die Anwohner der kleinen Siedlung an der Murnauer Ortsausfahrt in Richtung Kochel, in der gegenwärtig 13 Kinder und Jugendliche leben, um eine Querungshilfe an der vielbefahrenen Staatsstraße 2062. Auf diesem Straßenabschnitt ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern zulässig – und die Schulkinder aus dem Jochbergweg müssen täglich die Fahrbahn überqueren. Überdies war es immer wieder zu Auffahrunfällen gekommen, weil an der Stelle eine Linksabbiegerspur fehlt. Vor allem der ehemalige CSU-Gemeinderat Dr. Hans-Albrecht Görnitz und Heinrich Girg waren wegen der gefährlichen Situation für Kinder wie Erwachsene wiederholt bei den zuständigen Behörden vorstellig geworden. Zusammen mit etwa 20 betroffenen Anliegern, darunter auch einige Kinder, verfolgten sie gespannt die Sitzung.

Der Plan von Tiefbauingeneur Resenberger, den er den Ausschussmitgliedern ausführlich erläuterte, sieht auf einer Länge von 125 Metern eine Straßenaufweitung vor, dazu eine Linksabbiegespur sowie eine Mittelinsel mit 2,50 Metern Breite. Hierzu ist es notwendig, dass der Radweg unterhalb der Böschung im Süden ein Stück verlegt wird. Auch eine Gruppe Birken an besagter Böschung muss dem Vorhaben weichen. „Wegen des instabilen Untergrunds benötigen wir ein Baugrundgutachten“, erklärte Resenberger. Überdies müssten Grunderwerbsverhandlungen mit betroffenen Eigentümern aufgenommen werden. Zudem müsse wegen der Mittelinsel ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern eingerichtet werden. Die Gesamtkosten für das Projekt schätzte er auf etwa 200 000 Euro, für die bis zu 50 Prozent Zuschuss von der Regierung von Oberbayern zu erwarten sind, weil es sich um eine Verbesserung der Verkehrssicherheit handelt. Die anderen 50 Prozent muss die Gemeinde tragen.

Auf die Frage von Hans Kohl (Bündnis 90/Die Grünen), ob eine Nachpflanzung für die Birken vorgesehen ist, bemerkte Resenberger, dies müsse der Marktgemeinderat entscheiden. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) wünschte sich darüber hinaus ein durchgehendes Tempolimit von 70 Stundenkilometern von Murnau bis Schwaiganger.

Die einstimmige Entscheidung für das Vorhaben quittierten die Zuhörer mit Applaus. „Wir müssen unsere beiden Söhne im Alter von sieben und neun Jahren immer über die Straße begleiten, weil die Kinder die Geschwindigkeit der Autos nicht richtig einschätzen können“, meinte etwa Birgit Girg (44) vor der Sitzung. „Die Straße ist schlecht einzusehen, und es wird dort oft gerast.“ Im gleichen Sinne äußerte sich Eva Petzold (42), Mutter dreier Kinder, die beim Abbiegen in den Jochbergweg schon einmal einen schweren Auffahrunfall erlitten hat: „Der Fahrer war viel zu schnell unterwegs und ist ungebremst auf mein Auto draufgefahren.“

Erleichtert vom einstimmigen Votum für die Maßnahme zeigte sich auch Görnitz: „Das ist eine gute Entscheidung, wir freuen uns. Jetzt hoffen wir auf den Gemeinderat.“

Heino Herpen

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