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Hohe Auszeichnung: Werner Sperber (r.) überreicht Prof. Dr. Volker Bühren die Ehrenmedaille in Gold.

Ende einer Ära in Murnauer Unfallklinik

UKM-Geschäftsführung verabschiedet Volker Bühren

„Ich bin aus dem Spiel“: Mit diesen rauchig gehauchten Worten aus Leonhard Cohens Song „Leaving the table“ (Ich verlasse den Tisch) hat Professor Dr. Volker Bühren, der sonst für seine Sachlichkeit bekannt ist, zum Abschied in der Murnauer Unfallklinik noch einen emotionalen Akzent gesetzt.

Murnau – Der Ärztliche Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik wurde nach seinem Vortrag über Marknagelung bei der 25. Unfalltagung im neuen Hörsaal von der Geschäftsführung „ge-Bührend“ mit der Ehrenmedaille in Gold in den Ruhestand verabschiedet. Es ist die höchste Auszeichnung, die die Klinik vergibt. Wer die Nachfolge antreten wird, entscheidet sich voraussichtlich in der Gesellschafterversammlung Ende April, erklärte Geschäftsführerin Sarah Heinze.

Konzerngeschäftsführer Reinhard Nieper beschrieb das Schaffen Bührens mit einem Wort: Erfolg – ob als Ruderweltmeister (Achter Herren 1975), Ehemann, Mediziner oder als Unternehmer. „Kein Unternehmer würde an diesem Ort eine Klinik bauen.“ Als Spitze eines Leuchtturms und Genius Loci habe Bühren enormen Erfolg an schwieriger Stelle errungen. Die 1953 erbaute Unfallklinik hat sich unter seiner 25-jährigen Führung zu einem namhaften Traumazentrum entwickelt, das nach eigenen Angaben mit rund 500 Betten die größte einheitlich geführte chirurgische Abteilung in Deutschland darstellt.

Großen Respekt zollte Nieper Bühren auch für dessen intensive Arbeit im System der Gesetzlichen Unfallversicherung. Mit einem Rückblick auf Bührens Vita und Schaffen hob Werner Sperber, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, die Menschenkenntnis als ein großes Talent des Chefarztes hervor. „Damit wäre auch der Erfolg erklärbar.“

„Das Ganze ist immer ein Team“, sagte Bühren auf charmante Art. „Man muss es nach seinen Stärken aufstellen.“ Während Cohen davon singt, dass er keinen Grund kenne für das, was er wurde, hatte sich der in Celle geborene Ausnahmechirurg vor allem an preußische Tugenden gehalten, die sich erheblich an der disziplinierten Pflichterfüllung orientierten. Als Gnade betrachtete der 65-Jährige seine gute Physis, und ohne das Mittragen durch Familie und Umfeld wäre sein Lebenswerk so nicht möglich gewesen. Außerdem habe er auch Glück gehabt.

Neben der Freude über freiere Möglichkeiten der Zeiteinteilung, unabhängig von Hierarchien oder formalen Anforderungen, bereitet sich der Großvater zweier Mädchen nun auf seinen nächsten Lebensabschnitt vor: „Zu Hause aufräumen und sortieren, weitere berufliche Tätigkeiten aufbauen.“ An Ruhestand im eigentlichen Sinne ist damit also weniger zu denken. Institutionen, Verbände und Firmen hätten schon angefragt, um auf die Erfahrungen des vielseitigen Experten zurückgreifen zu können. Seine Frau wolle ihn schließlich auch nicht den ganzen Tag zu Hause haben. Die Kollegen allerdings werden wohl nicht nur seine tägliche Begrüßung vermissen: „Guten Morgen, wir können jetzt bitte anfangen.“

Birgit Schwarzenberger

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