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Vogelperspektive: Bis Murnau eine Umfahrung hat, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern.

Planungen für Murnauer Umgehungsstraße starten

Auch Ostumfahrung kein Tabu

Murnau - Es ist ein Großprojekt, die Realisierung wird sich aber noch hinziehen. Die Rede ist von der Umgehungsstraße für Murnau.

Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) kann es kaum erwarten, dass die Murnauer Ortsumfahrung eröffnet wird. „Ich freue mich über jeden Tag, den sie näher rückt.“ Freilich: Stewens wird sich gedulden müssen. Die Planungen laufen gerade erst an.

Rückblende: Vor ein paar Monaten gab es einen Meilenstein in puncto Umgehungsstraße. Das Projekt wurde in den vordringlichen Bedarf hochgestuft. Das heißt: Das zuständige Staatliche Bauamt Weilheim kann mit den Planungen beginnen. Wie Behördenmitarbeiter Werner Hüntelmann mitteilt, soll im Laufe dieses Jahres der Planungsauftrag für Voruntersuchungen vergeben werden. „Das ist unser Ziel.“ Ein renommiertes Büro soll verschiedene Varianten untersuchen. Wahrscheinlich werde das Staatliche Bauamt mehrere Angebote einholen.

Verschiedene Varianten heißt, dass man sich nicht auf den Westen der Marktgemeinde beschränkt, sondern auch den Osten unter die Lupe nimmt. „Wir müssen bei Null anfangen. Man kann nichts von vornherein ausschließen.“

Wenn die verschiedenen Möglichkeiten abgeklopft sind, beginnen Abstimmungsgespräche mit den betroffenen Kommunen. Auch Kosten werden dann ermittelt. Studien, die die Umweltverträglichkeit betreffen, müssen erstellt werden. Wenn Flora-Fauna-Habitat-Gebiete tangiert sind, ist ebenfalls eine Prüfung nötig. Auch Verkehrsgutachten für jede einzelne Variante sind anzufertigen.

„Wenn man sich auf eine geeinigt hat, geht es um die Finanzierung“, sagt Hüntelmann, Sachgebietsleiter Planung und Bau bei der Weil- heimer Behörde. Ein Vorentwurf, der auch die Kosten enthält, wird erstellt. Das Bundesverkehrsministerium muss sein Plazet geben. Danach folgt das Planfeststellungsverfahren, an dessen Ende ein Beschluss steht.

„Es ist ein langwieriger Prozess“, weiß Hüntelmann. Eine Route, die „sicher“ in die Überlegungen einbezogen werde, sei die Westumfahrung. Sie würde am Kreisel an der Bahnunterführung beginnen und unter der evangelischen Kirche hindurchführen. Anschließend ginge es auf der Westseite des Kemmelparks durch ein eingehaustes Bauwerk und dann weiter Richtung Gewerbegebiet Straßäcker, wo die Umfahrung auf die Bundesstraße einbiegen würde.

Diese Route wäre 1,7 Kilometer lang und würde schätzungsweise an die 30 Millionen Euro kosten. „Aber man sollte sich nicht auf alte Planungen versteifen“, macht Hüntelmann deutlich. „Man sollte ergebnisoffen an die Sache herangehen.“

Eines ist für den Straßenbaufachmann auch klar: „Bei jeder Umfahrung hat man Freunde und Gegner. Es werden nie alle zufrieden sein.“ Wann könnte Baubeginn sein? Hüntelmann glaubt, dass in Murnau die Bagger nicht vor dem Jahr 2022 anrollen werden.

Wie gesagt: Vizebürgermeisterin Stewens kann es kaum erwarten. Denn: „Wir ersticken im Verkehr.“ Die Umfahrung sei für die Kommune lebenswichtig. „Der Verkehr wird auch immer mehr“, hat die Kommunalpolitikerin festgestellt.

Roland Lory

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