Stehen unter Denkmalschutz: Die Gebäude 6 und 7 der Werdenfelser Kaserne. Dort ist Oberstleutnant Harald Schauff stellvertretender Kommandeur.
+
Stehen unter Denkmalschutz: Die Gebäude 6 und 7 der Werdenfelser Kaserne. Dort ist Oberstleutnant Harald Schauff stellvertretender Kommandeur.

Bundeswehrstandort Murnau

Umfangreiche Schönheitskur für Werdenfelser Kaserne: Moderne Unterkünfte mit Einzelstuben geplant

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
    schließen

Teile der Werdenfelser Kaserne in Murnau stehen zwar mittlerweile unter Denkmalschutz. Dennoch will der Bund die Liegenschaft umfassend auf den neuesten Stand bringen.

  • Der Bund will die Murnauer Kaserne in den kommenden zehn Jahren umfassend modernisieren.
  • So sind unter anderem neue Unterkünfte für die Soldaten geplant und eine neue Truppenküche.
  • Genehmigt ist bisher allerdings noch nichts.

Murnau – Vor genau 20 Jahren stand es Spitz auf Knopf. Der Bundeswehrstandort Murnau sollte aufgelöst werden. Es formierte sich Widerstand. Letztlich konnte der Abzug des Militärs abgewendet werden. Heute ist keine Rede mehr davon, dass sich die Bundeswehr aus der Marktgemeinde zurückzieht. Im Gegenteil: Die Werdenfelser Kaserne, wo das IT-Bataillon 293 beheimatet ist, wird in den nächsten Jahren im großen Stil modernisiert. Bis 2030 will der Bund 90 Millionen Euro in die Liegenschaft stecken (wir berichteten). Wobei das Projekt wahrscheinlich sogar mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Das vermutet zumindest Peter Aumann vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Ein Ende der Arbeiten im Jahr 2030 sei „ambitioniert, wenn man weiß, wie lange solche Verfahren dauern“. Auch der stellvertretende Kommandeur und Kasernenkommandant Harald Schauff glaubt, dass es länger dauern wird.

Weg von Sammelduschen

Erste Schritte sind bereits getan, viele weitere werden folgen. Ein zentrales Vorhaben betrifft die Unterkünfte. Bisher schlafen die Soldaten, die in der Kaserne nächtigen müssen, in den Gebäuden 6 und 7. Deren Bausubstanz ist nicht besonders, doch sie stehen mittlerweile unter Denkmalschutz und können daher nicht einfach abgerissen werden. Nach derzeitigem Stand bleiben sie stehen und werden künftig anders genutzt, sagt Aumann. Eine neue große Unterkunft könnte nördlich des Wirtschaftsgebäudes entstehen – das markante Objekt mit Zwiebelturm im Westen des Areals. Aber: „Es ist noch nichts genehmigt“, sagt der stellvertretende Kommandeur Schauff. Klar ist: Die Bundeswehr will sich als moderner Arbeitgeber präsentieren. Daher soll es künftig Einzelstuben mit Nasszellen geben. Bisher gibt es Stuben für mehrere Soldaten. Der Großteil ist auf Sammelduschen angewiesen. Davon, sagt Schauff, „will man weg“.

Neue Truppenküche

Südlich des genannten Wirtschaftsgebäudes soll, so der Plan, eine neue Truppenküche entstehen samt Mannschafts- und Unteroffiziersheim. Bisher ist die Küche im Wirtschaftsgebäude. Dort will der Bund in Zukunft Lehrsäle unterbringen.

Alte Halle abgerissen

Jüngst ist bereits eine alte Halle im Süden des Militärgeländes abgerissen worden. Von der Olympiastraße aus war das ganz gut zu beobachten. An der Stelle soll in modularer Bauweise ein Provisorium errichtet werden. Die Kompaniechefs und Spieße sollen dort vorübergehend ihre Büros haben. Wegen der Asylthematik gibt es viele Anbieter auf diesem Sektor. „Mal schauen, wer aufspringt“, sagt Aumann, der Leiter des Bereichs Hochbau im Staatlichen Bauamt Weilheim.

Heizwerk in Planung

Möglicherweise werden, wie Oberstleutnant Schauff mitteilt, alle alten Hallen im Süden der Kaserne entfernt und durch Neubauten ersetzt. Ein modernisierter technischer Bereich wäre das Resultat. Ein neues Blockheizkraftwerk ist ebenso in Planung. Man will es im Westteil platzieren.

Neue Lagerhalle als erster Schritt

Doch der erste Schritt wird nun nach Angaben des Kasernenkommandanten der Bau einer großen Lagerhalle in der Nähe der Turnhalle sein. Die Planung ist abgeschlossen. Danach soll das genannte Provisorium folgen. Alle Bauprojekte will das Staatliche Bauamt so takten, „dass die Kaserne ihren Betrieb aufrechterhalten kann“, wie Aumann erzählt.

Mehrere Stellen beteiligt

Mehrere Stellen müssen ihren Segen geben, damit die Bauprojekte realisiert werden können. Die Landesbaudirektion, das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, das Bundesverteidigungsministerium und das Bundesfinanzministerium. Es handelt sich um lauter einzelne Vorhaben, so dass verschiedene Architekten und Ingenieure zum Zug kommen.

Auch interessant: Nicht alle begeistert vom Denkmalstatus

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare