Ergebnis einer großangelegten Umfrage

Murnaus Jugend wünscht sich ein Schwimmbad

Die Jugend in Murnau spricht sich klar für ein Schwimmbad aus. Das kam bei einer Umfrage der örtlichen Kinder- und Jugendvertretung heraus.

Murnau – Das Ergebnis ist eindeutig: Laut dem Ersten Vorsitzenden der Kinder- und Jugendvertretung (KJV), Niklas Einsle, erachten 54 Prozent der Befragten den Bau eines Schwimmbads als sinnvoll. „Es handelt sich ausdrücklich nicht um ein Spaßbad mit Rutschen, sondern um ein Schwimmbad im sportlichen Sinne. Tatsächlich können viele Jugendliche aus Murnau nicht schwimmen“, erklärt Einsle beim Tagblatt-Gespräch im Innovationsquartier, wo die Organisation neuerdings einen eigenen Raum zur Verfügung hat.

    Im Sommer 2017 hatte die KJV an den drei weiterführenden Schulen der Marktgemeinde Umfragebögen mit jeweils acht Fragen ausgeteilt. Die Resonanz fiel für die KJV äußerst positiv aus: „Wir haben 1087 Formulare zurück bekommen. Mit so einem Zulauf hätten wir nicht gerechnet“, sagt der Vorsitzende. Das stimmt die KJV, die bereits Mitglied im Förderverein für das Schwimmbad ist, hoffnungsfroh. Einsle zufolge wolle man weiterhin dranbleiben an dem heiklen Thema, das in der Vergangenheit immer wieder für hitzige Diskussionen gesorgt hatte. Es dürfte spannend bleiben – immerhin hat die KJV nun Rückenwind der besagten Umfrage.

    Diese drehte sich aber nicht nur um das Schwimmbad. 36 Prozent der Befragten zeigten sich von einem Fitnesspark angetan. Dabei handelt es sich öffentlich zugängliche Sportgeräte, an denen man mit dem eigenen Körpergewicht Kraftübungen durchführen kann. Das Thema hatte Einsle bereits im Rahmen einer Bürgerversammlung vorgestellt. Zusammen mit anderen Jugendlichen hat er nun ein Konzept ausgearbeitet, das im nächsten Hauptausschuss vorgestellt werden soll. Ein möglicher Standort für den Fitnesspark wäre das Jugendzentrum Erlhaus im Kemmelpark. Dieses Projekt ist kostenintensiv: Der Vorsitzende hat bei der Kommune ein Fördergeld in Höhe von 20 000 Euro beantragt.

    Grundsätzlich bekommt die derzeit zehnköpfige KJV von der Gemeinde 3000 Euro pro Jahr als Budget zur Verfügung gestellt. Seit 2010 setzt sich die Delegation für die Belange der Jugend vor Ort ein. „Wir sehen uns als Bindeglied zwischen den jungen Leuten und der Kommune“, sagt der 15-jährige Einsle, der die zehnte Klasse des Murnauer Staffelsee-Gymnasiums besucht. Ihm ist es wichtig, dass die Jugendlichen Treffpunkte haben – wie etwa den einst von der KJV angeregten Grillplatz an der Murnauer Bucht, der ihm zufolge sehr gut angenommen wird. Die Nachfrage ist so groß, dass 2018 ein weiterer solcher Platz entstehen soll. Der Standort ist noch nicht sicher. Doch der KJV-Chef könnte sich etwa den Molopark vorstellen.

    Schwimmbad, Fitnesspark und ein neuer Grillplatz zählen zu den Zielen der KJV. Darüber hinaus wird die Organisation in eine Debatte über einen zusätzlichen Streetworker für die Marktgemeinde miteinbezogen. Anlass sind Beschwerden über Alkohol- und Drogenexzesse, etwa im Kemmelpark. „Wir sprechen uns klar gegen weitere Sozialarbeiter aus. Eine Sicherheitswacht, die regelmäßig bestimmte Routen patrouilliert und als verlängerte Arm der Polizei dient, fänden wir angemessen“, erläutert Einsle. Damit wäre ihm zufolge die Sicherheit für Anwohner und Jugendliche gewährleistet. In der Umfrage hatten einige Personen angegeben, dass sie in der Nacht Angst hätten, von alkoholisierten oder bekifften Jugendlichen bedroht zu werden. Zu diesem Thema findet im Januar eine Sondersitzung statt.

Constanze Wilz

Rubriklistenbild: © dpa

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