Blick von oben: Eine Fläche östlich der Grüngutdeponie Weindorf ist als Standort für ein neues Umspannwerk anvisiert. Das Areal ist im Eigentum der Marktgemeinde Murnau.
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Blick von oben: Eine Fläche östlich der Grüngutdeponie Weindorf ist als Standort für ein neues Umspannwerk anvisiert. Das Areal ist im Eigentum der Marktgemeinde Murnau.

Bayernwerk will Klarheit spätestens im Januar

Verlegung des Murnauer Umspannwerks : Die Zeit drängt

  • Roland Lory
    vonRoland Lory
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Das Bayernwerk will spätestens im Januar 2021 eine Aussage des Murnauer Gemeinderats in Sachen Umspannwerk haben. Unterdessen ist ein Gezerre um die Veröffentlichung eines Gutachtens entstanden. Eine Beteiligung der Bürger ist für später geplant.

  • Bei der Debatte um die Verlegung des Murnauer Umspannwerks drängt die Zeit.
  • Das Bayernwerk will spätestens im Januar 2021 eine Aussage des Gemeinderats haben.
  • Derweil gibt es einen Clinch wegen der Veröffentlichung eines Gutachtens.

Murnau – Seit 2018 liegen der Bayernwerk Netz GmbH die Genehmigungen vor. Es geht um einen Ersatzneubau und eine Erweiterung am Murnauer Umspannwerk. Das Bayernwerk könnte also loslegen an der Dr.-Schalk-Straße. Doch es gibt Überlegungen, das Umspannwerk aus dem Ort herauszuverlagern. Im Gespräch ist ein Standort unterhalb der Weindorfer Grüngutdeponie. In Froschhausen regt sich Widerstand.

Die Pläne des Bayernwerks

Auf Tagblatt-Nachfrage hat das Bayernwerk nun konkretisiert, bis wann es vom Markt Murnau eine Aussage darüber möchte, ob der Marktgemeinderat eine Verlegung tatsächlich will. „Die Bitte der Bayernwerk Netz an die Marktgemeinde Murnau wird sein, spätestens im Januar 2021 eine Entscheidung für eine der bisher untersuchten Verlagerungsvarianten zu treffen“, teilt der stellvertretende Pressesprecher Christian Martens mit. Und weiter: „Die Umsetzbarkeit wäre im Februar 2021 durch die Einholung der Zustimmung aller unmittelbar betroffenen Grundstückseigentümer zu bestätigen.“ Spätestens im März 2021 sollten dann laut Martens die notwendigen Verträge zwischen der Marktgemeinde Murnau und der Bayernwerk Netz vorliegen. „Die Einhaltung dieser Termine ist entscheidend, um die notwendigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende in der Region zu schaffen.“ Lasse sich im skizzierten Zeitraum keine Einigung für eine Verlagerung finden, würde die Bayernwerk Netz die Planungen am alten Standort weiter vorantreiben. Sie würde „die Aktivitäten zur Umsetzung der bereits genehmigten Maßnahmen wieder aufnehmen und umgehend mit der Beauftragung der entsprechenden Dienstleister beginnen“.

Gezerre um Gutachten

Es ist also Druck im Kessel. Unterdessen gibt es ein Gezerre um ein vorliegendes, von der Firma BFM Umwelt GmbH angefertigtes Gutachten zum anvisierten Standort an der Grüngutdeponie. „Ich bin seit Tagen im Clinch mit der Rathausspitze“, sagt CSU-Fraktionssprecher Rudolf Utzschneider. Er pocht auf einen Beschluss, der in der Sondersitzung zum Umspannwerk gefällt worden war. Demnach „werden alle öffentlich verfügbaren Informationen, inklusive vorliegender Gutachten über mögliche Altlasten auf der ehemaligen Deponie, zentral auf der Internetseite der Marktgemeinde dargestellt“. Utzschneider ist „völlig baff“, dass das Gutachten dort noch nicht zu finden ist. „Die Informationen werden baldmöglichst auf die Homepage gestellt“, erklärt dazu Zenzi Oppenrieder, Geschäftsleiterin im Rathaus.

Gespräch mit Behörden

Im Juli 2019 gab es ein Gespräch. Dabei waren Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes (WWA), des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen, der Rathausverwaltung sowie der BFM Umwelt GmbH. Diese stellte das Gutachten vor. Das WWA kann noch kein Urteil abgeben. Nötig sei eine Gefährdungsabschätzung, sagt Abteilungsleiter Johannes Riedl, der für den Landkreis zuständig ist. „Dann kann man auch etwas zu möglichen Setzungen sagen.“ Ein weiteres Gutachten bezüglich der Altlasten soll Klarheit schaffen. Damit habe der Markt Murnau und das WWA eine bessere Basis, betont Riedl.

Auch andere Standorte geprüft

Auch weitere potentielle Standorte im Bereich nördlich und östlich des Viertels am Hauserberg/St.-Martin-Straße prüfte die Kommune. „Bislang hat sich aus diesen Gesprächen noch keine umsetzbare Standortalternative ergeben“, teilt Oppenrieder mit.

Bürgerbeteiligung erst später

Seitens Froschhauser Bürger gab es den Vorwurf, nicht beteiligt worden zu sein. Wieso gab es keine Versammlung für die Anlieger? Dazu Oppenrieder: „Es ist geplant, sobald der Gemeinderat eine Entscheidung über den Standort getroffen hat, allen betroffenen Bürgern das Projekt vorzustellen und sie am Prozess zu beteiligen.“

Ängste wegen Elektrosmog

Es gibt in der Bevölkerung auch Befürchtungen bezüglich Elektrosmog und dergleichen. Dem Bayerischen Landesamt für Umwelt liegen laut einer Sprecherin keine speziellen Untersuchungen zu Infraschall und Brummtönen im Umfeld von Umspannwerken vor. Sie verweist auf eine Studie des Umweltbundesamtes zum Thema Infraschall.

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